ArchivDeutsches Ärzteblatt47/2011Pulmonale Embolie: Lässt sich bei niedrigem Risiko ambulant therapieren?

MEDIZINREPORT: Studien im Fokus

Pulmonale Embolie: Lässt sich bei niedrigem Risiko ambulant therapieren?

Dtsch Arztebl 2011; 108(47): A-2547 / B-2132 / C-2104

Siegmund-Schultze, Nicola

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Patienten mit akuter Lungenembolie werden im Allgemeinen als Notfall stationär versorgt. An 19 europäischen und US-amerikanischen Notfallambulanzen ist untersucht worden, ob bei einer geringen zu erwartenden 30-Tages-Sterblichkeit (maximal 3,5 %) eine ambulante Versorgung vergleichbar sicher wie eine stationäre ist. Von 1 557 Patienten, die gescreent wurden, waren 470 für die Studie geeignet. Voraussetzung für die Teilnahme war ein niedriger Wert im Schwere-Score der Embolie (PESI-Score I/ II). Zu dessen Parametern gehören Pulsfrequenz, Körpertemperatur, systolischer Blutdruck und Sauerstoffsättigung. Die Probanden wurden in einen Arm mit ambulanter oder stationärer Versorgung randomisiert. Ambulant bedeutete, dass die Patienten innerhalb von 24 Stunden nach Aufnahme auf die Notfallstation in der subkutanen Injektion von Enoxaparin (1 mg/kg zweimal täglich) unterwiesen und in diesem Zeitraum auch entlassen wurden. Alternativ wurde die Injektion an einen ambulanten Versorger delegiert. Die stationären Patienten erhielten das Heparin in der Klinik. In beiden Gruppen folgte eine orale Antikoagulation innerhalb von 90 Tagen. Primärer Endpunkt war die Sicherheit mit den Kriterien Wiederauftreten von Embolien und neuen oder rezidivierenden tiefen Venenthrombosen innerhalb von 90 Tagen. Beim primären Endpunkt gab es keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen, bei den ambulant Versorgten allerdings ein intramuskuläres Hämatom. 92 % der ambulant und 95 % der stationär behandelten Patienten äußerten sich sehr zufrieden mit dem Therapiemanagement.

Fazit: Für Patienten mit akuter Lungenembolie könnte die ambulante Versorgung eine Option sein, wenn sie hämodynamisch stabil sind und einem validen Prognose-Score zufolge ein geringes Risiko haben.

Dr. rer. nat. Nicola Siegmund-Schultze

Aujesky D, Roy PM, Verschuren F, Osterwalder J, et al.: Outpatient versus inpatient treatment for patients with acute pulmonary embolism: an international, open-label, randomised, non-inferiority trial. Lancet 378; 2011: 41–8. MEDLINE

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