ArchivDeutsches Ärzteblatt3/1996Demenzforschung: Diskussion in Gang setzen
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LNSLNS Herr Dr. Leidinger irrt. Es ging uns und den Mitarbeitern unserer Arbeitsgruppe weder darum, Demenzkranke für Forschungszwecke "verfügbar zu machen", noch ethische Grundsätze oder gesetzliche Regelungen "anzugreifen", die dem notwendigen Schutz der Menschenwürde dienen. Aufgrund unseres langjährigen täglichen Umgangs mit Demenzkranken sind wir vielmehr zu der Überzeugung gelangt, daß ihr Leiden und das ihrer Angehörigen letztlich nur durch intensive Forschungsbemühungen abgewendet werden kann. Soweit bei solchen Forschungen auch einwilligungsunfähige Patienten einbezogen werden müssen, ergibt sich das Problem, daß therapeutische Forschung bei diesen Kranken aufgrund der gegenwärtigen Rechtslage nur eingeschränkt möglich ist und daß wissenschaftliche Bemü-hungen, die auf eine bessere Diagnose oder auf die Gewinnung pathogenetischer Erkenntnisse abzielen, unzulässig sind. Wir haben mit unserer Darstellung die Absicht verfolgt, eine öffentliche Diskussion über dieses Problem in Gang zu setzen. Dies ist erfreulicherweise gelungen. Daß die von uns vorgeschlagenen Lösungsmöglichkeiten nicht das letzte Wort in dieser Angelegenheit sein können, war uns klar. Die Art und Weise, in der Herr Dr. Leidinger seine eigene Argumentation zum wiederholten Mal mit unwahren Unterstellungen und persönlichen Verdächtigungen verbindet, verrät allerdings einen Stil, welcher nicht zur Klärung der äußerst schwierigen ethischen und rechtlichen Fragen beiträgt.
Prof. Dr. Hanfried Helmchen, Prof. Dr. Hans Lauter, Psychiatrische Klinik FUB, Eschenallee 3, 14050 Berlin

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