Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Gesundheit ist ein hohes Gut, und als Arzt ist man schnell versucht, es undifferenziert über alle anderen Güter zu stellen. Wir schrauben unsere Erwartungen an unser Umfeld immer höher (Lärm- und sonstige Emissionen), erwarten andererseits jedoch hohe Mobilität und eine schnelle Versorgung mit Gütern aus den entferntesten Gebieten der Erde.

Jedwedes Geräusch kann bei hinreichender Intensität Schäden verursachen und zum Beispiel den Schlaf stören: Während Kinderlärm, Lärm durch Wettererscheinungen (Geräusche durch Donner, Sturm und Niederschläge), Windkraftanlagen und Glockengeläut meist akzeptiert werden (Kinderlärm wurde sogar ausdrücklich begrüßt), gilt dies für Auto- und Zugverkehr mit Einschränkungen und Flugverkehr gar nicht.

Anzeige

Die in den letzten Jahren erzielten Lärmminderungen im Flugverkehr durch Mantelstromtriebwerke, optimierte An- und Abflugverfahren (derated take-off, verschobene Landeschwellen, adaptierte vertikale und horizontale Flugstreckenführung), Ausschluss nicht lärmreduzierter Maschinen vom Nachtflugverkehr sowie an kleineren Plätzen vom Platzrundenverkehr (Landeplatz-Lärmschutz-Verordnung) und durch Staffelung der Landegebühren nach Lärmemission sind gewaltig. Drei dB Lärmminderung bedeuten übrigens bereits eine Halbierung des Lärmpegels.

Anstelle den Nachtflug zu verbieten, wäre es sinnvoller, ihn ausdrücklich zuzulassen und Anwohnerklagen zu erschweren, wenn sich der Nachtflugverkehr flugbetrieblich begründen lässt (zum Beispiel Interkontinentalflüge, ungünstige Zeitvorgaben [slots], Lärmschwellen [zum Beispiel 40 dB, entspricht etwa dem Weckerticken] nicht überschritten werden und pro Stunde abhängig vom Geräuschpegel eine gewisse, durchschnittliche Ereigniszahl nicht überschritten wird). Ein Schlafen bei geöffnetem Fenster sollte durchaus möglich sein – das wäre übrigens auch für Anwohner von allen stark frequentierten Straßen und Zugstrecken sinnvoll. Leider werden oft Lande- und Startbahnverlängerungen verhindert, obwohl sich gerade hiermit auch Lärmeinsparungen (derated take-off, versetzte Schwellen / s. o.) ergeben – vom Sicherheitsaspekt ganz zu schweigen . . .

Priv.-Doz. Dr. med. Ernst Eising,
45657 Recklinghausen

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige
Anzeige