ArchivDeutsches Ärzteblatt50/2011Fluglärm: In der früheren DDR
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Unter Bezugnahme auf Ihren Artikel weise ich darauf hin, dass im Referenzlaboratorium für kommunalen Lärmschutz der früheren DDR am Bezirkshygieneinstitut Erfurt, das unter meiner ärztlichen Leitung stand, bereits in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts Untersuchungen zum Stellenwert des Straßenverkehrslärms als Risikofaktor im multifaktoriellen Bedingungsgefüge von Herz-Kreislauf-Krankheiten durchgeführt und publiziert wurden. Dabei erfolgten unter anderem über 13 Jahre Längs-und Querschnittsuntersuchungen zur Morbidität bei Hypertonien und koronarer Herzkrankheit, Schlafstörungen, Kopfschmerzen und zum Verbrauch an Hypnotika, Analgetika, Antihypertensiva und Koronarpharmaka bei Bewohnern unterschiedlich durch Verkehrslärm belasteter Straßen, die bezüglich ihres soziokulturellen Hintergrundes und ihrer übrigen Risikofaktoren keine Unterschiede aufwiesen. Besonders eindrucksvoll war der Rückgang der Rate an Herz-Kreislauf- und Hypertoniekranken nach erfolgter Verkehrsberuhigung. Aus den Ergebnissen dieser Untersuchungen musste damals bereits der Schluss gezogen werden, dass ausgehend von einer Lärmbelastung durch den Straßenverkehr von 50 bis 60 dB (AI) ein Pegelanstieg um zehn dB (Al) zu einer Erhöhung des Erkrankungsrisikos für kardiovaskuläre Erkrankungen führen kann.

Diese Untersuchungen, die nach der politischen Wende in der DDR mit dem Institut für Wasser-, Boden- und Lufthygiene des BGA zur Bedeutung des Kommunallärms für die Pathogenese des Herzinfarktes geplant und zum Teil bereits ausgearbeitet waren, mussten infolge der Auflösung des Referenzlaboratoriums für kommunalen Lärmschutz und der dort tätigen Arbeitsgruppe eingestellt werden.

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Literatur beim Verfasser

MR Dozent Dr. med. habil. Bernd Schulze,
99097 Erfurt

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