ArchivDeutsches Ärzteblatt24/1998Das menschliche Bewußtsein
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LNSLNS Das Bewußtsein
Neue Wege
Werner J. Meinhold, Gion Condrau, Gerhard Langer (Hrsg.): Das menschliche Bewußtsein. Annäherungen an ein Phänomen, Walter Verlag, Zürich, Düsseldorf, 1998, 327 Seiten, englische Broschur, 46,80 DM
Trotz seiner verführerischen scheinbaren Selbstverständlichkeit gab und gibt es erhebliche Schwierigkeiten bei der Erklärung des Begriffes "Bewußtsein", und mit diesem Phänomen haben sich von den Philosophen der Antike bis zu den Hirnforschern der Gegenwart schon unzählige kluge Köpfe auseinandergesetzt. Gleichwohl lassen bis heute letztgültige Antworten weiterhin auf sich warten, so daß (zum Teil spekulative) Annäherungen genügen müssen.
Solche bietet in Fülle das interdisziplinäre Lesebuch mit 22 ausgewählten Beiträgen von ebenso vielen Autoren des achten Meersburger ganzheitheilkundlichen Seminarkongresses, veranstaltet von der Deutschen Gesellschaft für therapeutische Hypnose und Hypnoseforschung. Einleitend wird unter der Überschrift "Vom Pilger zum Touristen" das postmoderne Menschenbild der westlichen Zivilisationen aufgewiesen, sodann werden die veränderten Bewußtseinszustände besprochen und schließlich Aspekte des Körperbewußtseins, der Musik- und Kunsttherapie referiert.
Ein weiteres Kapitel über Bewußtsein und Krankheit - wobei speziell die Homöopathie auf der Basis des ganzheitlichen Bewußtseins zur Sprache kommt - leitet über zu neuen kosmologischen und philosophischen Sichtweisen, etwa im Rahmen der holistischen Medizin und im Zusammenhang mit dem Erkennensvorgang als Konstruieren von Wirklichkeiten. Drastischer ausgedrückt: eine "objektive" Realität existiert nicht. Beiträge von Todesgewißheit, zur Anthroposophie, zum alchemistischen Erfahrensweg sowie zur Reinkarnationslehre runden schließlich mit entsprechendem Tiefgang das facettenreiche Werk ab, welches nach den Vorstellungen der Herausgeber neue Wege anregen soll, die Selbst- und Weltwahrnehmung über die Sinne aktiv zu ergreifen und so das eigene Leben verantwortlich, bewußt und ganzheitlich zu gestalten. Diese Absicht erscheint, mit einigen Abstrichen bei den religiösen Implikationen, überwiegend gelungen.
Wolfgang Schweizer,
Neuenmarkt
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