ArchivDeutsches Ärzteblatt24/1998Datenbank „Infomed“: Beratung bei Arzt- und Krankenhauswahl

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Datenbank „Infomed“: Beratung bei Arzt- und Krankenhauswahl

Dtsch Arztebl 1998; 95(24): A-1514 / B-1187 / C-1080

Krüger-Brand, Heike E.

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LNSLNS Der Informationsdienst "Der Gesundheitswegweiser" will das Leistungsangebot des deutschen Gesundheitswesens in einer zentralen Datenbank sammeln.


Der neue Informationsservice "Infomed" wurde im Auftrag von 27 Betriebskrankenkassen (BKK) aus dem gesamten Bundesgebiet und dem BKK-Landesverband Nord eingerichtet. Er soll den Patienten die Möglichkeit bieten, den "richtigen" Arzt zum richtigen Zeitpunkt zu finden. Angeboten wird die Dienstleistung von der Firma "Der Gesundheitswegweiser - Gesellschaft für Verbraucherinformation und Beratung in Gesundheitsfragen mbH". Ziel des Unternehmens ist es, mit Hilfe einer bundesweiten Fragebogenaktion bis Ende 1998 einen möglichst umfassenden Überblick über die Gesundheitsleistungen und ihre Erbringer zu erstellen und die gesammelten Informationen in einer Datenbank aufzubereiten. Dazu gehören beispielsweise Informationen über Facharztbezeichnungen, Zusatzqualifikationen, Sprachkenntnisse, technische Ausstattung, qualitätsgeprüfte Sonderverfahren, aber auch über Lage und Erreichbarkeit einer Arztpraxis oder eines Krankenhauses. Zusammenarbeit mit der Ärztekammer Hamburg
Art und Umfang der Daten für den Fragebogen wurden gemeinsam mit der Ärztekammer Hamburg erarbeitet, um sich von weniger seriösen Beratungsangeboten und Ärztelisten von vornherein abzugrenzen. Diese vermittelten nämlich häufig "statt qualitätsgesicherter Information und abgeprüfter Qualifikation . . . blumige Selbstdarstellungen und medizinisch unsinnige Werbemaßnahmen als ,High-Tech-Medizin' " - so der Präsident der Ärztekammer Hamburg, Dr. Frank Ulrich Montgomery, der die BKK-Bemühungen begrüßt. Ebenso wurden datenschutzrechtliche Fragen vorab mit dem Landesdatenschutzbeauftragten und den Aufsichtsbehörden geklärt. Ein juristisches Gutachten wurde zur Absicherung im Hinblick auf wettbewerbs- und standesrechtliche Belange eingeholt.
Bei der Erstellung der Datenbank kann der "Gesundheitswegweiser" auf die Daten der Muttergesellschaft MD Medicus zurückgreifen, die fast zwei Millionen PKV-Versicherte betreut. Erfaßt sind in der Datenbank derzeit bereits zirka 112 000 Stammdaten von Arztpraxen, 17 000 Daten von ambulanten Pflegediensten und zirka 4 000 Daten von Akut- und Reha-Krankenhäusern, die um die in den Fragebögen erhobenen Informationen aktualisiert und ergänzt werden. Derzeit steht den 800 000 BKK-Versicherten der beteiligten Kassen ein Datenpool von rund 280 000 Datensätzen unterschiedlicher Komplexität zur Verfügung, darunter ausführliche Daten zu 10 000 Ärzten. Der telefonische Auskunftsdienst kann bundesweit zum Sondertarif von 0,24 DM pro Minute genutzt werden. Eine Zugriffsmöglichkeit auf die Datenbank über das Internet ist nicht geplant, da die Krankenkassen den mit einem solchen Zusatzservice verbundenen "Marketing-Trumpf" nicht preisgeben wollen. Die Eintragung in Infomed ist unentgeltlich. Fragebogen können unter der Tel 06 21/5 49 00 64 angefordert werden. KBr

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