ArchivDeutsches Ärzteblatt51-52/2011Facharzttermin: Schnell online gebucht

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Facharzttermin: Schnell online gebucht

Krüger-Brand, Heike E.

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Die Techniker-Krankenkasse erprobt mit mehreren Facharztverbünden die Online-Terminbuchung.

Ärzte hoch angesehen: Weltweit genießen Feuerwehrleute weiterhin das größte Vertrauen der Bürger. Das geht aus der jüngsten GfK-Studie zum Vertrauen in Berufsgruppen und Organisationen hervor. Auch in Deutschland stehen die Feuerwehrmänner an oberster Stelle im Ranking: 98 Prozent der befragten Bundesbürger vertrauen in deren Arbeit. An zweiter Stelle stehen mit 89 Prozent die Ärzte, an dritter Stelle mit 86 Prozent die Postangestellten. Auf den untersten Plätzen der 20 Berufe und Organisationen umfassenden Liste stehen Politiker (neun Prozent), Manager (20 Prozent) und Werbefachleute (33 Prozent).EB Foto: dpa-infografik

Ärzte hoch angesehen: Weltweit genießen Feuerwehrleute weiterhin das größte Vertrauen der Bürger. Das geht aus der jüngsten GfK-Studie zum Vertrauen in Berufsgruppen und Organisationen hervor. Auch in Deutschland stehen die Feuerwehrmänner an oberster Stelle im Ranking: 98 Prozent der befragten Bundesbürger vertrauen in deren Arbeit. An zweiter Stelle stehen mit 89 Prozent die Ärzte, an dritter Stelle mit 86 Prozent die Postangestellten. Auf den untersten Plätzen der 20 Berufe und Organisationen umfassenden Liste stehen Politiker (neun Prozent), Manager (20 Prozent) und Werbefachleute (33 Prozent).EB

Foto: dpa-infografik

Wer einen Termin beim Facharzt bekommen will, muss häufig länger darauf warten. Um ihren Versicherten bei der Terminbuchung mehr Service zu bieten, hat die Techniker-Krankenkasse (TK) gemeinsam mit mehreren Berliner Facharztverbünden und der Softwarefirma samedi das Pilotprojekt „Online-Terminbuchung“ gestartet: Über ein geschütztes Internetportal (http://tk.samedi.de) können TK-Versicherte aus der Region unabhängig von den Sprechzeiten auf den Terminkalender ihrer Facharztpraxis zugreifen und verbindlich einen Termin buchen – ähnlich wie bei einer Flugbuchung. Beim Einloggen müssen sie dazu lediglich ihr Geburtsdatum und ihre Versichertennummer eingeben. Bevor der Zugang freigeschaltet wird, erfolgt eine Online-Prüfung und -Rückmeldung durch die Kasse, ob der Nutzer bei ihr versichert ist.

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Weg mit der Warteschleife

Die Versicherten können sich dadurch das lästige Anrufen in der Praxis einschließlich telefonischer Warteschleifen ersparen. Außerdem haben sie schneller einen Überblick darüber, ob ihre Wunschtermine mit dem Terminkalender der jeweiligen Arztpraxis vereinbar sind. „Die am Projekt beteiligten Ärzte halten dafür bestimmte Zeitkontingente frei, so dass die Versicherten auch kurzfristig einen Termin beim Facharzt online buchen können“, erläuterte Michael Ihly von der TK. Außerdem können die Nutzer über das Portal den Arzt auch vorab über ihr Anliegen informieren.

An dem Modellprojekt beteiligen sich vier Facharztverbünde: der Hals-Nasen-Ohren-Verbund Berlin, der Chirurgische/Orthopädische-Verbund Berlin, der Gynäkologie-Verbund Berlin und der Augen-Verbund Berlin. Bei den Ärzten stößt das Projekt auf großes Interesse: 80 Ärzte sind bereits als Projektteilnehmer in der Datenbank registriert, weitere 20 haben ihre Aufnahme beantragt. Den Fachärzten ermögliche die Plattform nicht nur mehr Service für ihre Patienten, sondern verbessere auch die Zusammenarbeit zwischen Krankenhaus und Arztpraxis sowie mit der Krankenkasse, sagte Dr. med. Torsten Bätz, Sprecher der Facharztverbünde. Darüber hinaus wird die Praxisassistenz am Telefon entlastet. Die teilnehmenden Ärzte erhalten im ersten Halbjahr einen kostenfreien Zugang zum Terminkalender, anschließend müssen sie für die Nutzung knapp 50 Euro monatlich zahlen. Über die Weblösung können die Praxen nicht nur TK-Versicherte, sondern auch alle bei anderen Kassen versicherten Patienten organisieren.

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung hat die Anwendung zertifiziert. Die Anforderungen an den Datenschutz werden unter anderem mit einer europaweit zum Patent angemeldeten Verschlüsselungstechnologie und der sicheren Datenübertragung per SSL berücksichtigt. Weder die Mitarbeiter des Softwarehauses oder der TK noch sonstige Dritte können die Patientendaten der Ärzte einsehen.

Evaluation durch das WINEG

In der einjährigen Pilotphase wird das Wissenschaftliche Institut der TK für Nutzen und Effizienz im Gesundheitswesen (WINEG) den Nutzen des Angebots für die Versicherten evaluieren. Wenn sich die Plattform bewährt, soll der Terminbuchungsservice auf weitere Fachgruppen und Bundesländer ausgedehnt werden.

Heike E. Krüger-Brand

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