ArchivDeutsches Ärzteblatt51-52/2011Altersabhängige Makuladegeneration: Omega-3-Fettsäuren reduzieren das Risiko für AMD

MEDIZINREPORT: Studien im Fokus

Altersabhängige Makuladegeneration: Omega-3-Fettsäuren reduzieren das Risiko für AMD

Gerste, Ronald D.

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Angesichts der demografischen Entwicklung in den Industrienationen ist zu erwarten, dass die altersabhängige Makuladegeneration (AMD) bald die häufigste Ursache für Erblindung und Sehverlust im höheren Lebensalter sein wird. Den meisten Patienten mit trockener (atrophischer, geografischer) AMD kann therapeutisch nicht geholfen werden. Darum ist eine Prophylaxe umso wichtiger.

Im Rahmen der Women’s Health Initiative (WHI) Study, für die seit 1993 circa 40 000 Ärztinnen und andere weibliche Mitarbeiter des US-amerikanischen Gesundheitswesens älter als 40 Jahre rekrutiert wurden, erfolgte eine Befragung nach den Ernährungsgewohnheiten. Die Daten wurden auf die Prävalenz der AMD und die Aufnahme der Omega-3-Fettsäuren Docosahexaensäure (DHA) und Eicosapentaensäure (EPA) analysiert.

Die Wahrscheinlichkeit, Frühformen der AMD zu entwickeln, war umso stärker gesunken, je häufiger Meeresfisch verzehrt wurde. Frauen, die mit ihrer DHA-Aufnahme in der oberen Tertile des Kollektivs lagen, hatten gegenüber jenem Drittel mit dem geringsten DHA-Konsum ein um 38 % reduziertes Risiko, an einer AMD zu erkranken.

Vergleichbar war der Effekt von EPA: Diejenigen in der oberen Tertile des EPA-Konsums hatten einen relativen Risikofaktor von 0,64 für eine AMD. Nach einzelnen Fischsorten aufgesplittet erwies sich, dass Fische mit vergleichsweise dunklem Fleisch, wie Lachs, Makrele, Sardinen und Schwertfisch, einen retinaprotektiven Effekt hatten, nicht aber Shrimps und Lobster. Einen ebenso stark ausgeprägten prophylaktischen Effekt (RR = 0,56) hatte konservierter Thunfisch.

Fazit: In einem großen Kollektiv aus der WHI-Studie konnte nachgewiesen werden, dass ein erhöhter Konsum der Omega-3-Fettsäuren DHA und EPA mit einem signifikant reduzierten Risiko, an einer AMD zu erkranken, assoziiert ist. Dieses Ergebnis steht im Gegensatz zu Daten aus früheren Publikationen. Für die Wirkweise des Schutzeffektes wird ein positiver Einfluss auf immunologische und inflammatorische Prozesse vermutet, die an der Entwicklung einer AMD beteiligt sind. Dr. med. Ronald D. Gerste

Christen W, et al.: Dietary omega-3 fatty acid and fish intake and incident of age-related macular degeneration in women. Archives of Ophthalmology 2011; 129: 921–9. MEDLINE

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