ArchivDeutsches Ärzteblatt51-52/2011Strahlentherapie lindert Schmerzen beim Fersensporn

AKTUELL: Akut

Strahlentherapie lindert Schmerzen beim Fersensporn

EB

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Etwa zehn Prozent der Bevölkerung leiden an einem Fersensporn, bei dem sich Knochenmaterial am Sehnenansatz einlagert. Dieser dornartige Knochenauswuchs entsteht durch Mikroverletzungen des Gewebes aufgrund von Fehlstellungen sowie Über- und Fehlbelastungen des Fußes. Häufig bleibt der Fersensporn ohne Beschwerden.

Wird der Bereich des verknöcherten Sehnenansatzes allerdings dauerhaft gereizt, kann es jedoch zu Entzündungen kommen. Dies ist oft mit großen Schmerzen und Problemen beim Gehen verbunden. Die Schmerzen werden besonders spürbar, wenn der Fuß länger nicht belastet wird. Die typischen Schmerzen morgens nach dem Aufstehen sind dafür ein Beispiel.

Zur Behandlung des Fersensporns erhalten die Patienten in der Regel orthopädische Einlagen und Krankengymnastik. Eine Operation kommt nur in seltenen Fällen infrage. Eine sichere und sehr wirksame Methode, die Schmerzen zu lindern, ist die sogenannte Schmerzbestrahlung. „Mit der Strahlentherapie steht uns ein sehr wirksames und sicheres Behandlungsverfahren zur Verfügung“, wie die Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO) mitteilt. „Die Ansprechraten sind mit 70 bis 100 Prozent besonders hoch“, erläutert Priv.-Doz. Dr. med. Oliver Micke vom Franziskus-Hospital in Bielefeld und Mitautor einer aktuellen Studie mit 66 Patienten.

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Bestrahlt wurde zweimal pro Woche mit einer Standarddosis von 6 Gray (Gy) und einer sehr niedrigen Dosis von 0,6 Gy über einen Zeitraum von drei Wochen. Die Forscher konnten nach einem Gesamtzeitraum von zwölf Monaten nachweisen, dass die Standarddosis von 6 Gy – immer noch eine sehr geringe Menge – die Schmerzen erheblich wirksamer und länger eindämmt als die niedrigere Dosis und damit den wissenschaftlichen Beleg der Wirksamkeit erbringen. „Zudem ist die Methode praktisch frei von akuten Nebenwirkungen und Strahlenspätfolgen“, ergänzt Micke.

„Die Bestrahlung kommt für Fersenspornpatienten infrage, bei denen die konventionelle Therapie und auch die Gabe von Schmerzmitteln nicht geholfen haben“, betont Prof. Dr. med. Jürgen Dunst, Präsident der DEGRO und Direktor der Klinik für Strahlentherapie an der Universität Lübeck. Aber man sollte nicht zu lange warten: Je früher bestrahlt werde, umso größer sei der Behandlungserfolg. „Die Therapie ist kurz, wenig planungsintensiv und sehr wirksam“, fasst Micke die Untersuchung zusammen. EB

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