ArchivDeutsches Ärzteblatt24/1998Oberschenkelhalsbrüche: Neuer Hüftprotektor

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Oberschenkelhalsbrüche: Neuer Hüftprotektor

bl-ki

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LNSLNS Zwischen 100 000- und 150 000mal pro Jahr muß in Deutschland ein Oberschenkelhalsbruch behandelt werden. Von den in der Mehrzahl alten Menschen sterben 20 Prozent innerhalb der nächsten zwölf Monate, und ein weiteres Fünftel wird invalide. Bei einer altersgleichen Kontrollgruppe sind es jeweils nur fünf Prozent. Diese Daten wurden in einer belgischen Untersuchung erhoben und dürften nach Einschätzung von Prof. Helmut Minne (Bad Pyrmont) auch für Deutschland Gültigkeit haben. Deshalb begrüßte er die Einführung des neuartigen Hüftprotektors SafehipTM (Rölke Pharma GmbH).
Das Prinzip des Bruchschutzes ist sehr einfach. In eine Baumwollunterhose sind zwei ovale, kuppelförmig gewölbte Schalen aus elastischem Polypropylen in Höhe des Trachonter major eingearbeitet. Das Besondere und der Unterschied zu anderen Varianten mit Schaumstoffeinsätzen liegt darin, daß bei einem Sturz die Aufprallenergie zum großen Teil absorbiert und der Rest auf das Weichteil- und Muskelgewebe ventral und dorsal des Femurs übertragen wird. In Skandinavien durchgeführte randomisiert kontrollierte klinische Studien mit mehr als 1 000 Bewohnern von Pflegeheimen haben ergeben, daß in den etwa 140 Fällen, bei denen die Gestürzten den Hüftschutz trugen, keine Oberschenkelhalsfrakturen auftraten, berichtete Dr. Jens Bruun Lauritzen (Kopenhagen). Ähnliche Ergebnisse liegen auch von zu Hause lebenden Personen mit hohem Sturzrisiko - hohes Alter, Demenz, eingeschränkte körperliche Beweglichkeit - vor. SafehipTM ist in Apotheken und Sanitätshäusern zu einem Preis von 139 DM erhältlich. Das Produkt ist bisher noch nicht als Hilfsmittel nach § 33 SGB V anerkannt. Die Kostenübernahme durch die Krankenkassen ist also nicht gesichert beziehungsweise wird unterschiedlich gehandhabt. bl-ki
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