ArchivDeutsches Ärzteblatt PP1/2012Randnotiz: Vom Frust der Senatorinnen

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Randnotiz: Vom Frust der Senatorinnen

PP 11, Ausgabe Januar 2012, Seite 5

Rieser, Sabine

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In Berlin hat der rot-schwarze Senat die Arbeit aufgenommen. Anstelle der Linkspolitikerin Katrin Lompscher ist jetzt Mario Czaja (CDU) für Gesundheit verantwortlich.

Man kann nur hoffen, dass er den Posten freudiger angenommen hat als die Frauen vor ihm. Vorvorgängerin Dr. Heidi Knake-Werner verdarb der Senatorensitz damals den Urlaub, wie sie in ihrer Autobiografie „In roten Schuhen – Meine politischen Wege“ geschrieben hat. Zur Jahreswende 2001 wurde in der Hauptstadt über eine rot-rote Landesregierung verhandelt. Knake-Werner, damals Parlamentarische Geschäftsführerin der PDS im Bundestag, war auf Teneriffa, als Gregor Gysi anrief und klarstellte: „Du musst Senatorin für Gesundheit und Soziales werden.“

„Mein ,Nein’ verschluckte der Piepton – das Geld war alle. Der Abend war verdorben“, erinnerte sich Knake-Werner unlängst bei einer Lesung aus ihrem Buch bei ihrem Herausgeber Rohnstock-Biografien. Grund war zum einen, dass sie insgeheim mit einem Ausstieg aus der Politik liebäugelte. Und zum anderen, dass in der Hauptstadt keine Wohltaten, sondern Sparen anstand: „Ausgerechnet ich, die leidenschaftliche Verteidigerin der öffentlichen Daseinsfürsorge, sollte den kolossalen öffentlichen Gesundheitsbetrieb Vivantes mit seinen über 200 Millionen Euro Schulden privatisieren.“

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Nachfolgerin Lompscher ließ bei der Lesung durchblicken, dass sie sich auch nicht um den Posten gerissen hatte. Viel Einfluss auf die große Gesundheitspolitik habe man nicht, werde aber als Senatorin mit deren Auswirkungen konfrontiert, stellte sie fest. Mal abwarten, was Czaja zu berichten hat, wenn er irgendwann frei plaudern kann.

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