ArchivDeutsches Ärzteblatt PP1/2012Pflegereport 2011: Pflegebedürftigkeitsrisiko steigt

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Pflegereport 2011: Pflegebedürftigkeitsrisiko steigt

PP 11, Ausgabe Januar 2012, Seite 4

Osterloh, Falk

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Jeder zweite Mann wird ein Pflegefall. Bei den Frauen liegt der Anteil sogar bei zwei Dritteln. Foto: dapd
Jeder zweite Mann wird ein Pflegefall. Bei den Frauen liegt der Anteil sogar bei zwei Dritteln. Foto: dapd

Die Zahl der Pflegebedürftigen ist zwischen 1999 und 2009 von 2,02 Millionen auf 2,34 Millionen gestiegen. Die Zunahme geht ausschließlich auf die Alterung der Bevölkerung zurück, das altersspezifische Pflegerisiko bleibt konstant. Das geht aus dem aktuellen Barmer-GEK Pflegereport 2011 hervor.

Die Wahrscheinlichkeit, in ihrem Leben pflegebedürftig zu werden, sei für Männer, die das 30. Lebensjahr erreichen, von 41 Prozent im Jahr 2000 auf 50 Prozent im Jahr 2009 gestiegen, erklärte einer der Autoren des Reports, Prof. Dr. Heinz Rothgang vom Zentrum für Sozialpolitik an der Universität Bremen. Für Frauen sei es im selben Zeitraum von 65 auf 72 Prozent gestiegen. „Bereits heute werden somit jeder zweite Mann und zwei von drei Frauen im Laufe des Lebens pflegebedürftig“, sagte Rothgang. „Bei weiterhin steigenden Lebenserwartungen ist damit zu rechnen, dass sich dieser Trend fortsetzen wird.“

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Rothgang kritisierte, dass die Bundesregierung in ihren Eckpunkten zur Pflegereform allein eine Verbesserung der Pflege von Demenzkranken plant. „Sinnvoller als die Schaffung einer neuen Sonderregelung für eine spezifische Zielgruppe wäre die zügige Einführung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs“, so Rothgang. Dieser berücksichtige die Belange von Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz systematisch und mache weitere Sonderregelungen überflüssig. Die Einführung eines neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs, für dessen Ausgestaltung der Pflegebeirat bereits vor zwei Jahren Vorschläge gemacht hatte, führe jedoch zu Mehrausgaben von etwa drei Milliarden Euro. Die Bundesregierung plant demgegenüber ab dem Jahr 2013 lediglich ein Plus von 1,1 Milliarden Euro für die Pflegeversicherung. fos

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