ArchivDeutsches Ärzteblatt PP1/2012Suchterkrankungen: Jugendliche konsumieren deutlich mehr Alkohol und Cannabis

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Suchterkrankungen: Jugendliche konsumieren deutlich mehr Alkohol und Cannabis

PP 11, Ausgabe Januar 2012, Seite 4

afp

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Etwa zwei Drittel der „Komasäufer“ sind Männer. Foto: dapd
Etwa zwei Drittel der „Komasäufer“ sind Männer. Foto: dapd

Die Zahl der Kranken­haus­auf­enthalte von jungen Menschen wegen Alkohol- und Cannabiskonsums hat sich in den vergangenen zehn Jahren verdoppelt. Das teilte die Techniker-Krankenkasse (TK) in Hamburg unter Berufung auf offizielle Daten des Statistischen Bundesamts mit.

Demnach waren im vergangenen Jahr mehr als 45 000 Krankenhauseinweisungen in der Altersgruppe der 15- bis 25-Jährigen durch den Konsum dieser beiden Drogen bedingt. Rechnerisch komme in Deutschland derzeit alle elf Minuten ein junger Mensch wegen Drogenkonsums in eine Klinik, berichtet die TK. Die Statistik umfasst sowohl akute Vergiftungsfälle als auch Einweisungen in Fachkliniken wegen Abhängigkeit oder psychischer Probleme aufgrund des Rauschgiftkonsums.

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Circa 40 000 Kranken­haus­auf­enthalte 2010 waren demnach alkoholbedingt. Diese Patienten hatten in vier von fünf Fällen akute Vergiftungen durch das sogenannte Komasaufen, bei knapp jedem Zehnten wurde eine Alkoholabhängigkeit diagnostiziert. Etwa 5 000 Einweisungen erfolgten wegen Verhaltensstörungen oder psychischer Probleme nach Cannabiskonsum. Bei 60 Prozent der Patienten in dieser Gruppe lag eine Abhängigkeit vor.

Insgesamt handelt es sich bei den meisten Betroffenen der TK zufolge um Männer. Bei den sogenannten Komasäufern lag der Frauenanteil bei etwa einen Drittel, bei den Cannabispatienten bei ungefähr einem Fünftel. afp

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