ArchivDeutsches Ärzteblatt24/1998Lebens- und Unfallversicherung: Genaue Bezeichnung sichert den Bezug

VARIA: Wirtschaft - Versicherungen

Lebens- und Unfallversicherung: Genaue Bezeichnung sichert den Bezug

rco

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LNSLNS Schon im Antrag sollte jeder Versicherte eindeutig den Bezugsberechtigten angeben, der bei seinem Tod die Leistung aus Lebens- oder Unfallversicherung bekommen soll. Diese Regelung ist vor allem in der Lebensversicherung bei vorzeitigem Tod des Versicherten besonders wichtig, da andernfalls das Geld einfach zum Nachlaß gehört. Gleiches gilt auch in der Unfallversicherung für Todesfall-Leistungen. Dagegen wird ein in der Police festgelegtes Bezugsrecht auch durch eine anderslautende testamentarische Verfügung nicht aufgehoben.
Scheidung hebt das Bezugsrecht nicht auf
Daß nicht einmal eine Scheidung das Bezugsrecht automatisch aufhebt, hat das Oberlandesgericht Köln (Az.: 5 U 13/93) festgestellt: Ein Versicherter hatte als Begünstigte in seiner Lebensversicherung nur "Ehefrau" angegeben. Später wurde die Ehe geschieden, und der Mann heiratete erneut, ohne jedoch das Bezugsrecht zu ändern. Folglich zahlte die Versicherung nach seinem Tod das Geld an die erste Ehefrau aus. Gegen die Klage der zweiten Ehefrau bestätigte das Gericht die Auszahlung, da in der Police die ursprüngliche Begünstigung nicht geändert worden war.
Dieses Urteil macht deutlich, wie wichtig es ist, den jeweiligen Bezugsberechtigten genau zu bezeichnen. Dabei können auch mehrere Personen angegeben werden, unter denen die Versicherungsleistung aufgeteilt wird. Wird im Antrag ein widerrufliches Bezugsrecht vereinbart, kann es im Gegensatz zu einem unwiderruflichen, das für die gesamte Laufzeit gilt, jederzeit geändert werden.
Deshalb sind im Antrag alle Angaben wie "die Erben", "meine Ehefrau" oder "meine Kinder" zu vermeiden und statt dessen "meine Ehefrau Maria Meier, geborene Müller" oder "meine Frau Maria Meier, geborene Müller, und meine Kinder Dieter Meier und Fritz Meier je zu gleichen Teilen" zu begünstigen. Während allgemeine Angaben wegen der dann abzuwartenden Testamentseröffnung oder der Ausstellung eines Erbscheins die Auszahlung verzögern können, kann das Geld bei eindeutig bezeichneten Bezugsberechtigten umgehend ausgezahlt werden. Für den Versicherer ist die bedingungsmäßige Bezugsberechtigung in jedem Fall bindend und kann auch von etwaigen anderen Erbberechtigten nicht erfolgreich angefochten werden. rco
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