ArchivDeutsches Ärzteblatt3/2012Private Kran­ken­ver­siche­rung: Freiberufler und Rentner wollen wechseln

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Private Kran­ken­ver­siche­rung: Freiberufler und Rentner wollen wechseln

Dtsch Arztebl 2012; 109(3): A-66 / B-62 / C-62

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In der gesetzlichen Krankenkasse erhoffen sich Wechselwillige niedrigere Beiträge. Foto: picture alliance
In der gesetzlichen Krankenkasse erhoffen sich Wechselwillige niedrigere Beiträge. Foto: picture alliance

Immer mehr Privatpatienten wollen aus der privaten Kran­ken­ver­siche­rung (PKV) in die gesetzliche wechseln. Dies berichtete das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“. Ausschlaggebend seien vor allem die Erhöhungen der Prämien zu Beginn dieses Jahres, die auf viele ältere Privatversicherte zukamen. Vor allem Rentner und Freiberufler fühlten sich überfordert. Laut Spiegel-Bericht teilte die AOK Rheinland/Hamburg mit, dass sich Anfragen von Privatversicherten häuften, die den Wechsel in eine gesetzliche Kasse in Erwägung zögen.

Der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) beobachtet nach eigenen Angaben das Gegenteil: „Wir erleben, dass Kunden eher in die PKV wollen, aber nicht dürfen“, so der BVK-Vizepräsident Ulrich Zander. Der BVK vermutet hinter den Meldungen eine „politische Stimmungsmache“. Auch der Direktor des PKV-Verbandes, Volker Leienbach, hält die These für „nachweislich falsch“. Abschließende Zahlen lägen zwar noch nicht vor, doch sei der Vorsprung der Wanderungsbilanz gegenüber dem Vorjahr sogar gewachsen. Im Jahr 2010 verzeichneten die Privaten 153 200 Abgänge zur gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV), aber 227 700 Übertritte zur PKV, was einem Saldo von 74 500 entspricht. Zudem müssten die meisten „Wechsler“ aufgrund von zwingenden gesetzlichen Vorgaben in die GKV eintreten. Das geschehe oftmals gegen deren persönlichen Willen.

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Zuletzt stand die PKV in der Kritik, weil viele Privatversicherer in den vergangenen Monaten um junge Neukunden warben. Der Vorwurf: Billige Einsteigertarife seien ein Verlustgeschäft, für das die Bestandskunden mit Beitragserhöhungen nun abgestraft würden. jp

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