BEKANNTGABEN DER HERAUSGEBER: Kassenärztliche Bundesvereinigung - Bundes­ärzte­kammer

Nationale VersorgungsLeitlinie Neuropathie bei Diabetes im Erwachsenenalter veröffentlicht

Dtsch Arztebl 2012; 109(4): A-166 / B-150 / C-150

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Mitteilungen

Im Rahmen des Programms für Nationale VersorgungsLeitlinien (NVL) steht die NVL Neuropathie bei Diabetes im Erwachsenenalter seit August 2011 im Internet bereit: www.versorgungsleitlinien.de/themen/diabetes2.

Hintergrund: Die diabetische Neuropathie ist eine häufige Folgeerkrankung des Typ-1- oder Typ-2-Diabetes und kann verschiedene Organsysteme betreffen. Die Betroffenen sind nachweislich besonders gefährdet, Fußkomplikationen zu entwickeln oder an Herz-Kreislauf-Erkrankungen frühzeitig zu versterben. International finden sich meist nur kurz gefasste Empfehlungen in Unterkapiteln von Leitlinien zum Diabetes mellitus. Daher bestand die Notwendigkeit, dieser Folgeerkrankung ein ausführliches und eigenständiges NVL-Modul zu widmen. Ziel ist es, anhand von evidenz- und konsensbasierten Empfehlungen die Langzeitversorgung von Menschen mit Diabetes und Neuropathie optimal abzustimmen und damit zu verbessern.

Wichtige Ergebnisse: Ausführlich werden Prävention, Diagnostik und Therapie sowie Rehabilitation bei Menschen mit Neuropathie und Typ-1- oder Typ-2-Diabetes beschrieben, dabei wird zwischen haus- und fachärztlichen Versorgungsbereichen unterschieden. Die komplexen und vielfältigen Symptombilder der diabetischen Neuropathie an den verschiedenen Organsystemen stehen im Vordergrund.

Wichtige Früherkennungs- und Präventionsmaßnahmen werden aufgeführt, um Komplikationen wie das diabetische Fußsyndrom frühzeitig zu erkennen und damit Infektionen oder gar Amputationen zu verhindern. Im Bereich der Diagnostik wird zwischen Basisuntersuchungen und weiterführenden Untersuchungen unterschieden. Letztere sind teilweise nur an speziellen Zentren verfügbar. Da für eine diabetische Neuropathie, abgesehen von einer optimierten Diabeteseinstellung und Risikoaufklärung, keine kausale Therapie zur Verfügung steht, liegt der Schwerpunkt der NVL auf der Früherkennung und der symptomorientierten Behandlung. Besonders detailliert wird auf die medikamentöse Schmerztherapie bei sensomotorischer diabetischer Polyneuropathie und die Therapie autonomer Störungen am Gastrointestinal- und Urogenitaltrakt eingegangen. Therapeutische Schritte werden in klinischen Algorithmen zusammengefasst oder stufenweise aufgeführt, so dass eine Zuordnung zu verschiedenen Versorgungsebenen möglich wird. Klinische Versorgungsalgorithmen geben einen Überblick über die sektorenübergreifende Langzeitbetreuung von Menschen mit Diabetes und zeigen wichtige Nahtstellen auf.

Die ausführliche NVL-Langfassung steht seit August 2011 öffentlich zur Verfügung, aktuell wird an einer Kurzfassung und verschiedenen Praxishilfen sowie an einer Patientenversion (PatientenLeitlinie) gearbeitet. Geplant ist, die NVL kontinuierlich zu aktualisieren und bei Bedarf inhaltlich zu erweitern.

Das Programm für Nationale VersorgungsLeitlinien steht unter der Trägerschaft von Bundes­ärzte­kammer, Kassenärztlicher Bundesvereinigung und der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften. Mit der Durchführung wurde das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin beauftragt. Zu ausgewählten Krankheitsbildern arbeiten Experten verschiedener Organisationen zusammen, um im Rahmen der strukturierten Versorgung chronisch kranker Menschen eine angemessene und evidenzbasierte Patientenversorgung darzustellen.

Autoren der NVL Neuropathie bei Diabetes im Erwachsenenalter: H. H. Abholz (DEGAM), B. Ellger (DGAI), A. Gries (AkdÄ), N. Haller (VDBD), M. Haslbeck (DDG/DGIM), P. Hübner (DGRW), J. Keller (DGVS), R. Landgraf (DDG/DGIM), P. Layer (DGVS), C. Maier (DGSS), N. Marx (DGK), B. Neundörfer (DGN), J. Pannek (DGU), H. Prange (AkdÄ), H. Rietzsch (FKDS), J. Spranger (AkdÄ), S. Wilm (DEGAM), D. Ziegler (DDG/DGIM), B. Richter (Kapitel Schmerztherapie)

Beteiligte: I. Kopp (AWMF) – Moderation; S. Weinbrenner (ÄZQ), B. Weikert (ÄZQ), B. Meyerrose (ÄZQ), A. Wöckel, H. Thole, M. Lelgemann – Koordination und Redaktion; M. Nothacker (ÄZQ) – Mitarbeit bei der Entwicklung der Qualitätsindikatoren; G. Ollenschläger (ÄZQ) – Moderation

Verwendete Abkürzungen in den Empfehlungen und Abbildungen

ADN Autonome diabetische Neuropathie

KADN Kardiale autonome diabetische Neuropathie

pAVK Periphere arterielle Verschlusskrankheit

TZA Trizyklische Antidepressiva

Zusammenfassung der Empfehlungen

(A = starke Empfehlung, B = Empfehlung, 0 = Option)

NVL-Langfassung unter

www.versorgungsleitlinien.de/themen/diabetes2/dm2_neuro

(A = starke Empfehlung, B = Empfehlung, 0 = Option)

(A = starke Empfehlung, B = Empfehlung, 0 = Option)

Algorithmus 1: Zusammenfassung der medikamentösen Schmerztherapie bei sensomotorischer diabetischer Polyneuropathie

(A = starke Empfehlung, B = Empfehlung, 0 = Option)

Korrespondenzadresse:

Dr. B. Weikert, Dr. S. Weinbrenner, Prof. Dr. Dr. G. Ollenschläger, Leiter des ÄZQ.
Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin (Gemeinsames Institut von BÄK und KBV)
Tiergarten Tower, Straße des 17. Juni 106–108; 10623 Berlin. E-Mail: mail@azq.de

1 A = starke Empfehlung, B = Empfehlung, 0 = Option; 2 NVL-Langfassung unter www.versorgungsleitlinien.de/themen/diabetes2/dm2_neuro

1 A = starke Empfehlung, B = Empfehlung, 0 = Option; 2 NVL-Langfassung unter www.versorgungsleitlinien.de/themen/diabetes2/dm2_neuro

1 A = starke Empfehlung, B = Empfehlung, 0 = Option; 2 NVL-Langfassung unter www.versorgungsleitlinien.de/themen/diabetes2/dm2_neuro

1 Bei therapeutischem Ansprechen kann eine Erhaltungstherapie versucht werden.

2 Wahl entsprechend des individuellen Risikoprofils des Patienten

1 A = starke Empfehlung, B = Empfehlung, 0 = Option; 2 NVL-Langfassung unter www.versorgungsleitlinien.de/themen/diabetes2/dm2_neuro

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