ArchivDeutsches Ärzteblatt16/1996Steiermark: Grazer Flair verzaubert jeden

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Steiermark: Grazer Flair verzaubert jeden

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LNSLNS In einem malerischen Becken, zwischen Bergen im Norden, Hügeln in Ost und West und einer weiten Ebe-ne im Süden liegt die steirische Landeshauptstadt Graz, zweitgrößte Stadt Österreichs. Rund um den Schloßberg, zu beiden Seiten des Flusses Mur, ziehen sich wie Jahresringe die Häuser mit ihren roten Ziegeldächern. Die Studentenstadt Graz ist bekannt für ihr südliches Flair, die schöne Altstadt mit den vielen Lokalen und ihre Kultur.
Vor fast 900 Jahren wurde die Stadt zum erstenmal urkundlich erwähnt. Im Spätmittelalter residierte hier der Kaiser. Heute ist die Stadt mit ihren 240 000 Einwohnern Brücke zum Osten und Tor zum Westen zugleich. Unter Musikliebhabern gilt Graz auch als Jazz-Hauptstadt Europas.
Ein absolutes Muß für Besucher: der Spaziergang durch die winkeligen Gassen der Altstadt mit ihren vielen Arkadenhöfen und romantischen Plätzen. Er wird zu einem Gang durch die Jahrhunderte. Am besten beginnt man am Hauptplatz, dem Herzstück der Altstadt. Von dort hat man einen Blick auf das mächtige Rathaus, den Schloßberg und das Wahrzeichen von Graz, den Uhrturm mit den vertauschten Zeigern. Der Hauptplatz wurde schon vor 1164 angelegt. Er war im Mittelalter das Zentrum der städtischen Gerichtsbarkeit. Bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts fanden hier die Wochen- und Jahrmärkte statt. Vorbei an verschiedenen Baustilen mittelalterlich aneinandergedrängter Häuser aus Renaissance, Gotik und Barock geht es dann weiter an der Franziskanerkirche vorbei auf die Herrengasse. Das ist die Hauptgeschäftsstraße, hier laden zahlreiche Straßencafés zu einem Schalerl Kaffee oder einem Gläschen Wein ein. Ein weiterer Höhepunkt ist das Landhaus mit seinen gekoppelten Rundbogenfenstern. Hier befindet sich der heutige Sitz der Landesregierung. 1557 wurde es vom italienischen Architekten Domenico dell’Allio umgebaut. Der Innenhof mit seinen weitläufig angelegten Arkaden gilt als Meisterwerk der italienischen Renaissance in Graz. Gleich daneben schließt sich das Landeszeughaus an, eines der größten erhaltenen Rüsthäuser der Welt. Hier können über 30 000 Harnische und Waffen aus der Zeit der Türkenkriege im 16. und 17. Jahrhundert besichtigt werden. Weiter geht es über den Glockenspielplatz zum Dom mit dem Gottesplagenbild und dem Mausoleum. Das Mausoleum dient als Grabmal für Kaiser Ferdinand II. und gilt als das beste Beispiel des österreichischen Manierismus. Zu besichtigen sind außerdem noch die alte Universität und der älteste Teil von Graz im Bereich Sackstraße/Sporgasse. Zum krönenden Abschluß gehört – 200 Stufen zu Fuß oder mit der Schloßbergbahn – ein Besuch des Schloßberges mit dem Glockenturm, um von dort einen wirklich eindrucksvollen Blick auf die Stadt zu genießen. Der Glockenturm beherbergt die größte Glocke der Steiermark, die Liesl, und eine mittelalterliche Folterkammer, die Baßgeige.
Natürlich lädt auch die Umgebung der Stadt zu zahlreichen Ausflügen ein. Im Freilichtmuseum Stübing können original historische Bauernhöfe aus allen Bundesländern Österreichs besichtigt werden.
Wer kennt nicht die älte- ste Kulturpferderasse Europas, die Lipizzaner? Ihren Namen verdanken die weißen Pferde dem von Erzherzog Karl gegründeten Gestüt Lipizza im Triestiner Karst. Seit 1945 ist das ehemalige k. u. k. Hofgestüt in Piber, bei Köflach, angesiedelt. Hier werden die weltberühmten Hengste für die Spanische Hofreitschule in Wien gezüchtet und drei Jahre lang aufgezogen. Doch die Pferde sind nicht von Anfang an weiß. Die Fohlen können dunkelhaarig, tiefschwarz, rostgelb oder pfirsichrot sein. Sie werden zwischen ihrem dritten und siebenten Jahr durch mehrere Haarwechsel erst grau und dann weiß. Besuchern steht das Gestüt von Ostern bis Ende Oktober zur Besichtigung offen (Eintrittspreise etwa 7 DM für Erwachsene und 3 DM für Kinder).
Zu empfehlen ist auch ein Besuch des Glasmuseums und der in ein modernes Märchengewand gekleideten St. Barbara Kirche in Bärnbach, 35 Kilometer westlich von Graz. Das Gotteshaus wurde 1988 nach Plänen von Friedensreich Hundertwasser zu einer internationalen Attraktion umgestaltet. Die vielfarbige, form- und ideenreich wirkende Kirche möchte das Evangelium mittels Kunst verkünden. Auch das Umfeld der Hundertwasserkirche ist symbolträchtig: ein Weg mit 12 Toren weist auf andere Religionen hin und achtet somit ihre Werte.
Wer nach einem ereignisreichen Tag in und um Graz einen gemütlichen Abend bei steirischen Mahlzeiten erleben möchte, geht am besten in den Landhaus-Keller. Mit seinen prächtigen Kreuz- und Bogengewölben zählt dieses Restaurant zu den traditionsreichsten Grazer Gastronomiebetrieben. Danach bietet sich ein Kneipenbummel durch das "Bermuda-Dreieck", die Kneipenstraßen, an. Auch an Übernachtungsmöglichkeiten mangelt es in Graz nicht. Bei Preisen zwischen 30 DM und 250 DM pro Nacht hat man zwischen Luxushotel und Privatpension die freie Wahl. Weitere Auskünfte erteilt die Steiermark Werbung, Sankt-Peter- Hauptstraße, A-8042 Graz. PGA
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