ArchivDeutsches Ärzteblatt16/1996Niedrige Nominalzinsen können täuschen

VARIA: Wirtschaft - Kapitalmarkt

Niedrige Nominalzinsen können täuschen

PER

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Selten war Schuldenmachen so preiswert wie in diesem Jahr. Es kann sich deshalb lohnen, den Kauf eines Hauses oder einer Eigentumswohnung vorzuziehen. Denn wer jetzt einen Immobilienkredit aufnimmt, sichert sich die niedrigen Zinsen für die nächsten fünf oder zehn Jahre. Die Allgemeine Deutsche Direktbank, Frankfurt, warnt jedoch davor, sich von niedrigen Nominalzinsen blenden zu lassen. Ein geringer Zinssatz alleine bedeute noch lange nicht, daß ein Darlehen wirklich günstig sei.
Um den wahren Preis eines Kredits zu ermitteln, müssen auch Auszahlungsab- oder -aufschläge (Disagio), diverse Bearbeitungsgebühren, Provisionen und andere Kosten berücksichtigt werden. Auch die Art der Tilgungsverrechnung wirke sich aus. Statt am Nominalzins sollten Kreditnehmer sich deshalb ausschließlich am effektiven Jahreszins orientieren. Im Effektivzins sind die meisten preisbestimmenden Kosten mit eingerechnet. Dennoch sollte vorsichtshalber danach gefragt werden, ob Bereitstellungszinsen, Schätzkosten oder Kontoführungsgebühren anfallen.
Grundsätzlich ermöglicht der Effektivzins einen einigermaßen objektiven Vergleich verschiedener Kreditangebote. Eine Ausnahme bilden allerdings Immobiliendarlehen von Versicherungsgesellschaften. Da hier die Tilgung meist über eine Lebensversicherung erfolgt, muß neben den Kosten auch die Rendite der Versicherung berücksichtigt werden. Oft sind Versicherungskredite deshalb etwas teurer, als es aufgrund des Effektivzinses erscheint. PER
Anzeige

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.

Fachgebiet

Zum Artikel

Der klinische Schnappschuss

Alle Leserbriefe zum Thema

Stellenangebote