ArchivDeutsches Ärzteblatt16/1996Johann Bernhard Wilbrand: „Welche Natur Wissen schaf(f)t“

VARIA: Medizingeschichte

Johann Bernhard Wilbrand: „Welche Natur Wissen schaf(f)t“

EB

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LNSLNS Unter dem Titel "Welche Natur Wissen schaf(f)t – Johann Bernhard Wilbrand 1779 bis 1846" zeigt das Stadtmuseum Gütersloh bis Mitte Mai einen Einblick in die medizinische Diskussion des frühen 19. Jahrhunderts zwischen naturphilosophisch orientierten Medizinern wie Wilbrand und exakten Naturwissenschaftlern wie Justus Liebig.
Anlaß für diese Präsentation ist der 150. Todestag des aus Clarholz gebürtigen Anatomen, Botanikers und Medizinprofessors Johann Bernhard Wilbrand am 9. Mai 1846. Der Sohn eines Leibeigenen besuchte in Münster das Gymnasium Paulinum und begann dort das Studium der Medizin, das er mit einer Dissertation in Würzburg 1806 abschloß. Nach Studienreisen durch Deutschland und nach Paris, wo er bei Lamarck hörte, wirkte Wilbrand zunächst in Münster, bis er 1809 einen Ruf als Medizinprofessor nach Gießen annahm.
Eine rein biographische Ausstellung wäre nach Ansicht von Ausstellungsgestalterin Melanie Blank und Museumsleiter Heinrich Lakämper-Lührs eine vertane Chance gewesen, am Beispiel eines Arbeitslebens den Stand, die Wirkungen und die Diskussionen der Medizin zwischen 1800 und 1850 einem breiteren Publikum zu zeigen. Deshalb entstand eine Präsentation, in der Wilbrand als von Schelling naturphilosophisch geprägter Mensch, Forscher und Lehrender sichtbar wird. Lebensweise und Philosophie bestimmten sowohl die Forschung als auch den Lehrstil Wilbrands, dem Georg Büchner im Woyzeck in der Figur des Arztes ein literarisches, nicht ganz unsympathisches Denkmal gesetzt hat.
Solche Schrulligkeiten einerseits, beharrliches Forschen und ein konsequenter Ausbau der botanischen sowie der anatomischen Sammlungen sowie der Lehrmöglichkeiten andererseits zeichnen Wilbrand aus. In der Ausstellung wird das im Nachbau eines Anatomie-Theaters sichtbar gemacht, für dessen Ausbau sich Wilbrand in Gießen wegen der katastrophalen Verhältnisse lange verwendete. EB

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