ArchivDeutsches Ärzteblatt6/2012Polytrauma und Schwerverletztenbehandlung

MEDIZIN: Klinische Leitlinie

Polytrauma und Schwerverletztenbehandlung

Clinical Practice Guideline: The Treatment of Patients With Severe and Multiple Traumatic Injuries

Dtsch Arztebl Int 2012; 109(6): 102-8; DOI: 10.3238/arztebl.2012.0102

Neugebauer, Edmund A. M.; Waydhas, Christian; Lendemans, Sven; Rixen, Dieter; Eikermann, Michaela; Pohlemann, Tim

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Hintergrund: Die Versorgung des Schwerverletzten ist eine herausfordernde interdisziplinäre Aufgabe. Nachdem nur eine S1-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) aus dem Jahr 2002 vorlag, wurde jetzt eine umfassende, evidenz- und konsensbasierte interdisziplinäre S3-Leitlinie Polytrauma/Schwerverletzten-Behandlung mit dem Ziel entwickelt, einen Beitrag zur Optimierung der Struktur- und Prozessqualität in den Kliniken sowie in der präklinischen Versorgung zu leisten, um die Ergebnisqualität in Mortalität und Lebensqualität verbessern zu helfen.

Methode: Ein repräsentatives Leitliniengremium, bestehend aus 18 Vertretern von elf Fachgesellschaften unter Federführung der DGU und eine Koordinatorengruppe wurde für die drei Themenbereiche Präklinik, Schockraum und erste OP-Phase gebildet. Nach Abstimmung von Schlüsselfragen sowie einer systematischen Literaturrecherche und -bewertung (Zeitraum 1995–2010, Deutsch und Englisch) wurden Kernaussagen mit Erläuterungstexten formuliert, die mittels Nominaler Gruppenprozesse (NGP) in fünf Konsensuskonferenzen und drei weiteren Delphirunden mit den Vertretern der Fachgesellschaften abgestimmt wurden.

Ergebnisse: Insgesamt wurden 264 Schlüsselempfehlungen verabschiedet: Hiervon beziehen sich auf Präklinik 66, Schockraum 102 und erste OP-Phase 96. Die weitere Subkategorisierung der Hauptkapitel erfolgte anhand organisatorischer und anatomischer Gesichtspunkte. Präklinisch stand der Handlungsablauf, der bestimmten Prioritäten folgt, im Fokus. Im Schockraum war die Schaffung klarer Strukturen und Prozessabläufe wichtig, während in der ersten OP-Phase das „Damage Control“-Prinzip (Reduktion von Sekundärschäden) im Vordergrund stand.

Schlussfolgerung: Entscheidend für den Erfolg der Leitlinie wird die Implementierung in der Praxis sein. Das TraumaNetzwerk DGU (http://www.dgu-traumanetzwerk.de) hat bereits entsprechende Vorgaben formuliert, durch die dies erleichtert werden sollte.

LNSLNS

Unfälle bleiben in Deutschland die häufigste Todesursache bei über einjährigen Kindern und jungen Erwachsenen (1). Über acht Millionen Menschen verletzten sich nach Schätzungen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (www.baua.de) jährlich durch Unfälle (1, 2). Für deren medizinische Behandlung werden jährlich knapp 5 % der direkten Krankheitskosten aufgewendet, auf sie entfallen rund 13 % der jährlichen Arbeitsunfähigkeitstage bei erwerbstätigen Mitgliedern der AOK und knapp ein Viertel der verlorenen Erwerbstätigkeitsjahre in Deutschland (3).

Die Versorgung des Schwerverletzten ist eine interdisziplinäre Aufgabe (4). Die jetzt vorliegende interdisziplinäre S3-Leitlinie ist evidenz- und konsensbasiert. Ihr Ziel ist es, durch Implementierung der Empfehlungen in der klinischen und präklinischen Versorgung zur Optimierung der Struktur- und Prozessqualität beizutragen und dadurch die Ergebnisqualität in Bezug auf Mortalität und Lebensqualität weiter zu verbessern. Die Empfehlungen beziehen sich auf erwachsene Patienten und sind in drei Teilbereiche gegliedert:

  • präklinische Versorgung,
  • Schockraumversorgung und
  • erste Operationsphase.

Adressaten der Leitlinie sind in erster Linie die an der Versorgung eines schwerverletzten Patienten beteiligten Ärztinnen und Ärzte sowie alle anderen an der Versorgung beteiligten medizinische Berufsgruppen. Sie stellt somit eine wichtige Grundlage der interdisziplinären Versorgung im Rahmen des TraumaNetzwerks DGU (Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie) dar (5).

Methode

Die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie e.V. (DGU) hat als federführende Fachgesellschaft die zentrale Leitlinienkoordination für diese Leitlinie an das Institut für Forschung in der operativen Medizin (IFOM) übertragen. Die Konsensgruppe bestand aus achtzehn Vertretern von elf Fachgesellschaften (Kasten 1).

Leitliniengruppe
Leitliniengruppe
Kasten 1
Leitliniengruppe

Aufgrund der schwierigen Rahmenbedingungen existieren zu den verschiedenen Phasen der Behandlung von polytraumatisierten Patienten häufig nur wenige Studien mit hoher Evidenz. So beeinflussten beispielsweise nicht vollständig kontrollierte Bias Quellen, die Heterogenität der untersuchten Versorgungssysteme und die schwierigen Bedingungen in der Notfallsituation die Datenerhebung und Studienkonzeption der ausgewerteten Publikationen. Es wurden vorrangig die Studien mit dem höchsten zur Verfügung stehenden Evidenzlevel (LoE) für die Formulierung der Empfehlungen herangezogen. Die Methode der Literatursuche und die Suchstrategie ist im Leitlinienreport unter http://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/012–019.html dargestellt (Grafik, eKasten).

Flussdiagramm zum Ablauf der Literaturrecherche.
Flussdiagramm zum Ablauf der Literaturrecherche.
Grafik
Flussdiagramm zum Ablauf der Literaturrecherche.
Methode
Methode
eKasten
Methode

Formulierung der Empfehlung und Konsensusfindung

Die Empfehlungen sowie die Empfehlungsgrade wurden in fünf Konsensuskonferenzen verabschiedet. Es wurden drei Empfehlungsgrade („Grade of Recommendation“, GoR) unterschieden (A = starke Empfehlung, B = Empfehlung, 0 = Empfehlung offen). Die Formulierung der Schlüsselempfehlung lautete entsprechend „soll“, „sollte“ oder „kann“. In die Festlegung des GoR wurden neben der zugrundeliegenden Evidenz auch Nutzen-Risiko-Abwägungen, Direktheit und Homogenität der Evidenz sowie klinische Expertise einbezogen (7). Die meisten Empfehlungen wurden im „starken Konsens“ (Zustimmung von > 95 % der Teilnehmer) verabschiedet. Insgesamt liegen aufgrund der Komplexität der Erkrankung in diesem Forschungsfeld leider nur sehr wenige randomisierte Studien (Evidenzlevel I) vor. Die Leitlinie ist bis Dezember 2014 gültig.

Ergebnisse

Trotz qualitativ zum Teil eingeschränkter Studienlage war es möglich, für die meisten Schlüsselfragen eindeutige Empfehlungen (66 Präklinik, 102 Schockraum, 96 „erste OP-Phase“) für die klinische Praxis zu geben (Kasten 2).

Gliederung der Leitlinie in drei Themenbereiche sowie anatomische und organisatorische Kapitel
Gliederung der Leitlinie in drei Themenbereiche sowie anatomische und organisatorische Kapitel
Kasten 2
Gliederung der Leitlinie in drei Themenbereiche sowie anatomische und organisatorische Kapitel

Präklinische Versorgung

Eine möglichst schnelle und reibungslose Versorgung der schwerverletzten Patienten beginnt unter den Bedingungen des strukturierten Rettungsdienstes bereits an der Unfallstelle. Der Rettungsdienst muss eng mit den weiterversorgenden Traumazentren zusammenarbeiten. Dazu wird bereits im Eckpunktepapier zur notfallmedizinischen Versorgung der Bevölkerung in Klinik und Präklinik aus dem Jahr 2008 (4) gefordert, dass eine definitive klinische Therapie bei wesentlichen notfallmedizinischen Krankheitsbildern wie dem Schwerverletzten innerhalb von 90 Minuten erreicht werden soll. Um dies zu ermöglichen, ist eine Zeit von 60 Minuten zwischen Eingang des Notrufs und Aufnahme in der Klinik zu erreichen. Bei der Versorgung eines schwerverletzten Patienten handelt es sich um einen Ablauf von Handlungen, der bestimmten Prioritäten folgt. Im präklinischen Bereich stehen nur wenige invasive Interventionsmöglichkeiten zur Verfügung, von denen die wichtigsten Maßnahmen (Atemwegsmanagement, Sicherung der Oxygenierung, Anlage einer Thoraxdrainage, Volumentherapie, Lagerung) in Bezug auf Indikationen und Durchführung in der Leitlinie dargestellt sind.

Notfallnarkose, Atemwegsmanagement und Beatmung
beim Polytrauma/Schwerverletzten

Im Ablauf der prioritätenorientierten Versorgung steht die Sicherung der Atemwege (A-Problem) und der Atmung (B-Problem) an vorderster Stelle. Die endotracheale Intubation und Beatmung und damit die Sicherung der Atemwege mit dem Ziel der bestmöglichen Oxygenierung und Ventilation des Patienten ist eine zentrale therapeutische Maßnahme. Die Schlüsselempfehlungen richten sich streng nach objektivierbaren Befunden gestörter Vitalfunktionen. So sollen bei polytraumatisierten Patienten mit Apnoe oder Schnappatmung (Atemfrequenz < 6) präklinisch eine Notfallnarkose, eine endotracheale Intubation und eine Beatmung durchgeführt werden (GoR A).

Weitere präklinische Intubationsindikationen (GoR B) sind:

  • Hypoxie (SpO2 < 90 %) trotz Sauerstoffgabe und nach Ausschluss eines Spannungspneumothorax,
  • schweres Schädel-Hirn-Trauma (SHT) (Glasgow Coma Scale [GCS] < 9),
  • traumaassoziierte hämodynamische Instabilität (RRsys < 90 mmHg) und
  • schweres Thoraxtrauma mit respiratorischer Insuffizienz (Atemfrequenz > 29).

Bei der Entscheidung für oder gegen eine Intubation sind vor allem Erfahrung und Routinetraining aber auch Umstände an der Einsatzstelle (zum Beispiel Einklemmung, Rettungszeit), Transportart, Transportzeit, Begleitverletzungen im Bereich der Atemwege und Intubationshindernisse mit zu berücksichtigen. In der Leitlinie wird deshalb mit einer eigenen Grad-A-Empfehlung gefordert, dass notärztliches Personal regelmäßig in der Notfallnarkose, der endotrachealen Intubation und den alternativen Methoden zur Atemwegssicherung (Maskenbeatmung, supraglottische Atemwegshilfen, Notfallkoniotomie) zu trainieren. Eine Intubationsindikation ohne Vorliegen von konkret bestehenden bedrohliche Störungen von Vitalfunktionen (Wehrigkeit, Aggressivität oder Fremd-/Selbstgefährdung) kann mehr schaden als nützen.

Volumentherapie

Bei schwer verletzten Patienten sollte eine Volumentherapie eingeleitet werden, die bei unkontrollierbaren Blutungen in reduzierter Form durchgeführt werden sollte, um den Kreislauf auf niedrig-stabilem Niveau zu halten und die Blutung nicht zu verstärken (GoR B). Bei hypotensiven Patienten mit einem Schädel-Hirn-Trauma sollte eine Volumentherapie mit dem Ziel der Normotension durchgeführt werden (GoR B). Normotensive Patienten bedürfen keiner Volumentherapie, es sollten jedoch venöse Zugänge gelegt werden (GoR B). Zur Volumentherapie bei Traumapatienten sollten Kristalloide eingesetzt werden (GoR B). Isotone Kochsalzlösung sollte nicht verwendet werden; Ringer-Malat, alternativ Ringer-Acetat oder Ringer-Laktat, sollte bevorzugt werden (GoR B).

Thoraxverletzung

Grundlagen der Indikationsstellung zur Drainage/Dekompression des Pleuraraums sind die Untersuchung, die Wertung der erhobenen Befunde und die Nutzen-Risiko-Abwägung bei eingeschränkten diagnostischen Möglichkeiten.

Eine klinische Untersuchung (mindestens die Bestimmung der Atemfrequenz und die Auskultation der Lunge, des Thorax und der Atemfunktion) soll durchgeführt werden. Die Verdachtsdiagnose Pneumo- und/oder Hämatothorax soll bei einseitig abgeschwächtem oder fehlendem Atemgeräusch (bei korrekter Tubuslage) gestellt werden. Das Fehlen eines solchen Auskultationsbefundes, insbesondere bei Normopnoe und thorakaler Schmerzfreiheit, schließt einen größeren Pneumothorax weitgehend aus (GoR A).

Die Verdachtsdiagnose Spannungspneumothorax sollte gestellt werden bei einseitig fehlendem Atemgeräusch bei der Auskultation der Lunge (nach Kontrolle der korrekten Tubuslage) und dem zusätzlichen Vorliegen von typischen Symptomen, insbesondere einer schweren respiratorischen Störung oder einer oberen Einflussstauung in Kombination mit einer arteriellen Hypotension (GoR B). Ein klinisch vermuteter Spannungspneumothorax soll umgehend dekomprimiert werden (GoR A). Ein durch Auskultationsbefund diagnostizierter Pneumothorax sollte bei Patienten, die mit Überdruck beatmet werden, dekomprimiert werden (GoR B). Ein durch Auskultationsbefund diagnostizierter Pneumothorax sollte bei nicht beatmeten Patienten in der Regel unter engmaschiger klinischer Kontrolle beobachtend behandelt werden (GoR B).

Bezüglich der Empfehlungen zur Erstbehandlung beim SHT, bei Wirbelsäulenverletzungen, Verletzungen der Extremitäten und des Beckens sei auf die Ausführungen in der Leitlinie verwiesen.

Allgemeine Empfehlungen

Neben der Behandlung des Patienten spielen in der Präklinik auch übergreifende Aspekte wie die Wahl des Zielkrankenhauses eine Rolle. Neben der Krankenhausstruktur können zusätzlich zu den medizinischen Überlegungen auch organisatorische und logistische Umstände die Entscheidung beeinflussen. Untrennbar damit ist verbunden, ob es sich beim Patienten überhaupt um einen Schwerverletzten handelt (Möglichkeit der Übertriage). Ziel sollte es sein, jeden Patienten mit begründetem Verdacht beziehungsweise nachgewiesener schwerer Verletzung umgehend und direkt in ein zertifiziertes Traumazentrum im TraumaNetzwerk DGU zu bringen.

Aspekte und Interventionen beziehungsweise Leitlinien müssen insgesamt in einen allgemeinen Handlungsweg eingebettet sein, der Prioritäten setzt und Handlungspfade vorgibt. Einen solchen Rahmen können Konzepte wie Prehospital Trauma Life Support (PHTLS) für die Präklinik und Advanced Trauma Life Support (ATLS) sowie European Trauma Course (ETC) für die Klinik vorgeben.

Schockraumversorgung

Schockraumempfehlungen zur Struktur

Die Versorgung eines schwerverletzten Patienten im Schockraum stellt aufgrund der akuten Ereignisse und der hohen Anzahl von behandelnden Ärzten aus unterschiedlichen Fachdisziplinen große Anforderungen an den Behandlungsprozess. Die Grundlage für eine reproduzierbare und valide Behandlung ist ein gut abgestimmtes Zusammenspiel der unterschiedlichen medizinischen Disziplinen sowie ein Parallelisieren von Prozessen. Wichtig ist ein interprofessioneller und interdisziplinär zwischen den beteiligten Berufsgruppen abgestimmter Schockraumalgorithmus für jede Klinik und dass alle Beteiligten diesen kennen und regelmäßig trainieren.

Durch die Einführung regionalisierter Traumazentren mit definierten Standards in der Behandlung von Traumapatienten konnte die Rate vermeidbarer Todesfälle in den USA reduziert werden (21, 22). Um eine weitere Verbesserung und Vereinheitlichung der Polytraumaversorgung auch in Deutschland zu gewährleisten, war es daher sinnvoll, strukturelle und personelle Voraussetzungen zu erarbeiten und weitestgehend zu standardisieren.

Im Konsens mit allen Fachgesellschaften wird empfohlen:

  • Zur Polytraumaversorgung sollen feste Teams (sogenannte Schockraumteams) nach vorstrukturierten Plänen arbeiten und/oder ein spezielles Training absolviert haben (GoR A).
  • Das Basis-Schockraumteam soll aus mindestens drei Ärzten (zwei Chirurgen, ein Anästhesist) bestehen, wobei mindestens ein Anästhesist und ein Chirurg Facharztstandard haben sollen (GoR A).
  • Traumazentren sollen erweiterte Schockraumteams vorhalten (GoR A).
  • Für die weitere Versorgung notwendige Oberärzte sollen nach ihrer Anforderung innerhalb der nächsten 20–30 Minuten anwesend sein (GoR A).
  • Die Größe des Schockraums sollte 25–50 m2 (pro zu behandelndem Patienten) betragen (GoR B).
  • Der Schockraum, die Krankenanfahrt, die radiologischen Abteilung und die OP-Abteilung sollten sich in dem gleichen Gebäude befinden. Der Hubschrauberlandeplatz sollte sich auf dem Klinikgelände befinden (GoR B).

Bei folgenden Verletzungen soll das Trauma-/Schockraumteam aktiviert werden (GoR A):

  • systolischer Blutdruck < 90 mmHg nach Trauma,
  • Vorliegen von penetrierenden Verletzungen der Rumpf-Hals-Region,
  • Schussverletzungen der Rumpf-Hals-Region,
  • GCS < 9 nach Trauma,
  • bei Atemstörungen/Intubationspflicht nach Trauma,
  • Frakturen von mehr als zwei proximalen Knochen,
  • instabiler Thorax/Beckenfrakturen,
  • Amputationsverletzung proximal der Hände/Füße,
  • Querschnittsverletzung,
  • offene Schädelverletzungen/Verbrennungen 20 % und Grad ≥ 2b.

Bei folgenden zusätzlichen Kriterien (Unfallmechanismen) sollte das Trauma-/Schockraumteam aktiviert werden (GoR B):

  • nach einem Sturz aus über 3 Metern Höhe
  • nach einem Verkehrsunfall (VU) mit Frontalaufprall mit Intrusion mehr als 50–75 cm, einer Geschwindigkeitsveränderung von delta > 30 km/h, Fußgänger/Zweirad-Kollision, Tod eines Insassen und/oder Ejektion eines Insassen.

Da die Erkennung und Behandlung der schweren Verletzung zur Kernkompetenz der Unfallchirurgie im Fach Orthopädie und Unfallchirurgie gehört, sind Ärzte dieser Fachdisziplin möglicherweise legitimiert, die Schockraumbehandlung zu führen (9). Allerdings existieren auch andere funktionsfähige Konzepte (1012). In der Leitlinie wurde diesem sensiblen Gebiet an unterschiedlichen Stellen Rechnung getragen, da auch Konzepte ohne Teamleader mit einer reinen multidisziplinären Teamarbeit tragfähig sein können. Hierbei sollte jedoch klar geregelt sein, wer für welche Situation im Schockraum die Verantwortung übernimmt, um auch für forensische Fragestellungen gewappnet zu sein (13). Der Unfallchirurg kann dadurch von der Verantwortung für die Steuerung des gesamten Prozessablaufes der Schwerverletztenbehandlung bis zu seiner Rehabilitation nicht entbunden werden.

Erste OP-Phase

Nach der Datenlage des TraumaRegisters DGU weisen mehr als 65 % aller Schwerverletzten Extremitätenverletzungen und/oder Beckenverletzungen (AIS, „Abbreviated Injury Scale“) auf. Trotzdem gibt es konträre operative Versorgungsstrategien bei Femurschaftfrakturen im Rahmen eines Polytraumas (14). So werden nach Analysen des TraumaRegisters DGU Femurschaftfrakturen bei polytraumatisierten Patienten in Deutschland in einigen Kliniken primär mit einem Fixateur externe, in anderen Kliniken mit einem Marknagel und schließlich in vielen Kliniken in jedem erdenklichen Verhältnis mal mit Fixateur und mal mit Marknagel versorgt (14).

Ziel dieses Leitlinienteilabschnittes war es, einen Überblick über die zugrundeliegende Evidenz unterschiedlicher Versorgungsstrategien in der ersten operativen Phase nach Polytrauma zu erstellen und hieraus entweder klinische Behandlungskorridore abzuleiten oder aber die Notwendigkeit von wissenschaftlicher Überprüfung zu dokumentieren.

Im Rahmen der Frakturversorgung wurde zunächst von einer geschlossenen Fraktur ohne Gefäßbeteiligung und ohne Kompartmentsyndrom ausgegangen. Diese gelten als Notfallindikation zur Operation und bedingen eine abweichende Versorgungsstrategie. Bei manchen komplexen Verletzungsmustern muss berücksichtigt werden, dass eine primär definitive Versorgung nur dann zu erwägen ist, wenn

  • eine sorgfältige Planung (gegebenenfalls auf der Basis einer 3-D-Computertomographie) durchgeführt wurde,
  • die erwartete Operationszeit nicht zu lange sein wird,
  • ein erfahrener Operateur anwesend ist und
  • ein geeignetes Implantat im Hause vorrätig ist.

Bei der Formulierung der Leitlinie wurde von einem sonst kreislaufstabilen Patienten mit zusätzlichen Verletzungen der Extremitäten ausgegangen. Das Vorgehen bei einer Mehrfachverletzung mit kardiopulmonaler, metabolischer oder koagulatorischer „Instabilität“ kann sich hiervon deutlich unterscheiden. Bezüglich der Risikobeurteilung des Polytraumatisierten zur Entscheidungshilfe der Versorgungsstrategie sei auf die einschlägige Literatur verwiesen (1420). „Damage Control“ ist dabei eine Strategie zur Versorgung von Schwerverletzten mit dem Ziel, Sekundärschäden zu minimieren und das Outcome der Patienten zu maximieren. Im Bereich der Frakturversorgung wird hierbei zum Beispiel auf die primär definitive Osteosynthese verzichtet und stattdessen eine temporäre Stabilisierung mittels Fixateur externe durchgeführt. In einer randomisiert kontrollierten Studie (RCT) konnte gezeigt werden, dass sich hierdurch die postoperative inflammatorische Reaktion in Form der IL-6-Ausschüttung signifikant vermindert (OR = 0,21; 95-%-Konfidenzintervall: 0,133–0,32; p < 0,0001) (17). Durch den schonenderen Eingriff und die kürzere Operationszeit soll die zusätzliche Traumabelastung im Sinne des Sekundärschadens möglichst gering gehalten werden. Deshalb müssen

  • die individuellen biologischen Voraussetzungen (zum Beispiel das Alter),
  • die Gesamtverletzungsschwere,
  • schwere Zusatzverletzungen (zum Beispiel ein schweres SHT),
  • die notwendige Operationszeit,
  • kompensierte Störungen der Vitalparameter (Borderlinepatienten) und
  • der physiologische Zustand des Patienten wie Metabolik, Gerinnung, Temperatur

mit in die Entscheidungsfindung einbezogen werden.

Umsetzung in die Versorgung

Entscheidend für den Erfolg der Leitlinie wird die Implementierung in der Praxis sein. Das TraumaNetzwerk DGU (http://www.dgu-traumanetzwerk.de) hat bereits entsprechende Vorgaben formuliert, durch die die Implementierung sicher erleichtert wird. Hierzu gehören unter anderem:

  • Die Einführung einheitlicher personeller, struktureller und organisatorischer Voraussetzungen (zum Beispiel Schockraumausstattung),
  • die Formulierung von standardisierten Behandlungsabläufen und Verlegungskriterien für die Frühphase der Schwerverletztenversorgung auf Basis der S3-Leitlinie sowie
  • die Teilnahme an internen und externen qualitätssichernden Maßnahmen und Erfassung der aktuellen Versorgungszahlen und -abläufe auf Basis des TraumaRegisters und der Vorgaben des TraumaNetzwerks zur Förderung von Qualität und Behandlungssicherheit (www.traumaregister.de, www.traumentzwerk-dgu.de) und weiterer Programme.

Danksagung
Die Erstellung einer so umfangreichen Leitlinie war nur möglich durch die konstruktive Zusammenarbeit aller Beteiligten. Hierfür möchten wir allen herzlich danken.

Ein besonderer Dank gilt den Koordinatoren der einzelnen Teilbereiche. Neben den Autoren dieses Artikels sind dies vor allem Prof. Ruchholz (Marburg) und Prof. Bouillon (Köln, Witten/Herdecke).

Für die Koordination und praktische Umsetzung durch das Institut für Forschung in der Operativen Medizin (IFOM) der Universität Witten/Herdecke danken wir besonders Frau Dipl. Ges.-Ök. Walgenbach und Herrn Dipl. Ges.-Ök. Mosch sowie Herrn Dr. Schenkel (Unfallchirurgische Klinik Köln-Merheim) und Frau Prof. Kopp (AWMF).

Eine ganz ausgezeichnete Unterstützung im Gesamtprozess haben wir durch den Generalsekretär der DGU Prof. Siebert erhalten.

Dank gilt den Autoren und Teilnehmern der beteiligten Fachgesellschaften am Konsensusverfahren für ihre ausschließlich ehrenamtliche Arbeit.

Interessenkonflikt
Prof. Waydhas erhielt Beraterhonorare von Bayer Vital GmbH, Hutchinson Technologies, Astra Zeneca, Reisekostenerstattung und Vortragshonorare von Bayer Vital GmbH, Medi GmbH, Astra Zeneca, Hutchinson und Sanofi sowie Honorare für die Durchführung klinischer Studien auf ein Drittmittelkonto von Astra Zeneca, Novo Nordisk, Lilly, u. a.

PD Lendemans erhielt Beraterhonorare von Medtronik.

Prof. Neugebauer erhielt Beraterhonorare von BioMet und Pfizer, Gutachterhonorare von Javelin Pharma, Teilnahmegebührenerstattung für Kongresse von MSD und Grünenthal sowie Reisekostenerstattungen und Vortragshonorare von MSD, Grünenthal und BioMet.

Die anderen Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Manuskriptdaten
eingereicht: 16. 1. 2012, angenommen: 16. 1. 2012

Anschrift für die Verfasser
Prof. Dr. Prof. h. c. Edmund Neugebauer
Leiter der Lenkungsgruppe für die S3-Leitlinie Polytrauma
Lehrstuhl für Chirurgische Forschung
Institut für Forschung in der Operativen Medizin (IFOM)
Universität Witten/Herdecke
Ostmerheimerstraße 200
51109 Köln
edmund.neugebauer@uni-wh.de

Summary

Clinical Practice Guideline: The Treatment of Patients With
Severe and Multiple Traumatic Injuries

Background: The care of severely and multiply injured patients is an interdisciplinary challenge. The only existing German-language guideline up to now has been the S1-guideline issued in 2002 by the German Society for Trauma Surgery (Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie, DGU). In this article, we present a new, comprehensive, evidence and consensus based S3-guideline for the treatment of severely and multiply injured patients in the pre-hospital and early in-hospital phases which has been developed with the aim of structural and procedural quality optimization. Its implementation should lower these patients’ mortality and improve their quality of life.

Methods: The guideline was developed by a panel consisting of 18 delegates from 11 specialty societies under the lead of the DGU, with designated coordinators for each of three phases of treatment: the pre-hospital phase, the emergency-room phase, and the emergency surgery phase. The key questions to be answered were determined by vote, and then the relevant literature (in English and German, 1995–2010) was systematically searched and evaluated. Key recommendations with explanatory texts were formulated and agreed upon in a nominal group process (NGP) with five consensus conferences and three further Delphi rounds.

Results: 264 recommendations were issued: 66 for the pre-hospital phase, 102 for the emergency-room phase, and 96 for the emergency surgery phase. The three phases were subcategorized according to organizational and anatomical considerations. Topics of major emphasis were, in the pre-hospital phase, the establishment and implementation of correct priorities for treatment; in the emergency-room phase, the creation of clear structures and processes; and, in the emergency surgery phase, the avoidance of secondary injury (i.e., the principle of damage control).

Conclusion: This guideline can only improve outcomes if it is implemented in routine practice. Aside from the guideline itself, the DGU trauma network (http://www.dgu-traumanetzwerk.de) has issued a set of directions as an aid to its implementation.

Zitierweise
Neugebauer EAM, Wayhas C, Lendemans S, Rixen D, Eikermann M, Pohlemann T: Clinical practice guideline: The treatment of patients with severe and multiple traumatic injuries. Dtsch Arztebl Int 2012; 109(6): 102–8.
DOI: 10.3238/arztebl.2012.0102

@Mit „e“ gekennzeichnete Literatur:
www.aerzteblatt.de/lit0612

The English version of this article is available online:
www.aerzteblatt-international.de

eKasten:
www.aerzteblatt.de/12m0102

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Institut für Forschung in der Operativen Medizin (IFOM) Universität Witten/Herdecke,
Campus Köln-Merheim: Prof. Dr. Prof. h.c. Neugebauer, Dr. med. Eikermann
Klinik für Unfallchirurgie, Universitätsklinikum Essen: Prof. Dr. med. Wayhas, PD Dr. med. Lendemans
Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik Duisburg:
Prof. Dr. med. Rixen
Präsident Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU), Klinik für Unfall-, Hand- und
Wiederherstellungschirurgie, Kliniken und Institut für Chirurgie Universitätsklinikum des Saarlandes:
Prof. Dr. med. Pohlemann
Flussdiagramm zum Ablauf der Literaturrecherche.
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Flussdiagramm zum Ablauf der Literaturrecherche.
Leitliniengruppe
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Gliederung der Leitlinie in drei Themenbereiche sowie anatomische und organisatorische Kapitel
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Gliederung der Leitlinie in drei Themenbereiche sowie anatomische und organisatorische Kapitel
Methode
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Methode
1. Robert-Koch-Institut: Gesundheit in Deutschland. Gesundheitsberichterstattung des Bundes, Robert-Koch-Institut (ed.): GBE kompakt, Berlin April 2010.
2. Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (2007) Unfallstatistik: Unfalltote und Unfallverletzte 2006 in Deutschland www.baua.de/nn_40.770/de/Informationen-fuer-die-Praxis/
Statistiken/Unfaelle/Gesamtunfallgeschehen/pdf/Unfallstatistik- 2007.pdf (last accessed on 25 Frebruary 2010).
3. Statistisches Bundesamt: Gesundheit: Krankheitskosten 2002, 2004 und 2006. Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2008.
4.Arbeitsgemeinschaft Südwestdeutscher Notärzte (agswn) IfNuMI, Bundes­ärzte­kammer (BÄK), Bundesvereinigung der Arbeitsgemeinschaften der Notärzte Deutschlands (BAND), Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI), Deutsche Gesellschaft für Chirurgie (DGCH), Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK), Deutsche Gesellschaft für Neurochirurgie (DGNC), Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU): Eckpunktepapier zur notfallmedizinischen Versorgung der Bevölkerung in Klinik und Präklinik. Notfall+Rettungsmedizin 2008; 11: 421–2.
5.Bouillon B, et al.: Weißbuch Schwerverletzten-Versorgung. Empfehlungen zur Struktur, Organisation und Ausstattung stationärer Einrichtungen zur Schwerverletzten-Versorgung in der Bundesrepublik Deutschland. Dt. Gesellschaft für Unfallchirurgie e.V. (ed.), Berlin 2006.
6.Oxford Centre of Evidence-based Medicine (CEBM): Levels of Evidence. March 2009; Available from: www.cebm.net/index.aspx?o=1025.
7. Council of Europe. Developing a Methodology for drawing up Guidelines on Best Medical Practices: Recommendation Rec(2001)13 adopted by the Committee of Ministers of the Council of Europe on 10 October 2001 and explanatory memorandum. Strasbourg Cedex: Council of Europe 2001.
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  • Teamleitung im Schockraum
    Dtsch Arztebl Int 2012; 109(41): 680; DOI: 10.3238/arztebl.2012.0680a
    Nöldge-Schomburg, Gabriele; Aken, Hugo Van; Böttiger, Bernd W.
  • Schlusswort
    Dtsch Arztebl Int 2012; 109(41): 680; DOI: 10.3238/arztebl.2012.0680b
    Siebert, Hartmut; Pohlemann, Tim; Bouillon, Bertil; Neugebauer, Edmund A.M.

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Duwa
am Donnerstag, 30. Juni 2016, 13:04

Studien zu B-Kriterien

Sehr geehrte Herr Professor Neugebauer und Kollegen

eine wunderbare Arbeit, ich bedanke mich herzlich.
Ich interessiere mich sehr für die Studien zu B-Kriterien. Es werden ja in diesem Artikel 3 genannt:
-nach einem Sturz aus über 3 Metern Höhe
-nach einem Verkehrsunfall (VU) mit Frontalaufprall mit Intrusion mehr als 50–75 cm, einer Geschwindigkeitsveränderung von delta > 30 km/h, Fußgänger/Zweirad-Kollision, Tod eines Insassen und/oder Ejektion eines Insassen.

Wie werden die letzgenannten zwei Kriterien unterschieden? Ich habe an vielen Stellen nur die Geschwindigkeitsveränderung als Kriterium gelesen.
Würden Sie mir bitte Studien emfehlen, wie diese Geschwindigkeitsveränderungskriterien entwickelt wurde und wie man zu dieser Geschwindigkeitsveränderung kam?
Ich bedanke mich herzlich für die Rückmeldung

Schöne Grüße
Duwa
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