Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Wir freuen uns, dass Herr Dr. Thies gute klinische Erfahrungen mit der Vakuumtherapie (NPWT) gemacht hat. Klinische Erfahrung allein ist im Regelfall nicht ausreichend, um auf nationaler Ebene ein allgemeingültiges Fazit zu ziehen, welches für Tausende von Patienten in der stationären und ambulanten Versorgung Anwendung findet. Gerade die ambulante Vakuumtherapie birgt gewisse Gefahren, so dass der Nutzen dieser Therapie tatsächlich gut belegt sein sollte. Dass die Methode der evidenzbasierten Medizin primär auf teure und auch risikoreiche Behandlungsmethoden angewendet wird, erscheint uns gut nachvollziehbar. Es wäre dem Beitragszahler schwer vermittelbar, wenn sich G-BA und IQWiG aufwändig mit Interventionen beschäftigen, die sich in Nutzen-/Gefahrenpotenzial oder Preis kaum unterscheiden.

Es ist erfreulich, dass auch Herr Prof. Fansa eine Notwendigkeit für neue randomisierte Studien sieht. Der Wundverschluss durch NPWT schließt den Einsatz plastisch-rekonstruktiver Eingriffe nicht aus. Vielleicht gab es in diesem Punkt ein Missverständnis. Auch in den im Herbst beginnenden Studien ist eine plastische Deckung nach adäquater Konditionierung des Wundgrundes ein fester Teil im Therapiekonzept. Um eine Bevorzugung einer Therapiegruppe zu vermeiden, soll durch eine Fotodokumentation und unabhängige Beurteilung der Wunde sichergestellt werden, dass die Indikation für eine plastische Deckung abhängig vom Lokalbefund, aber unabhängig von der bisherigen Wundtherapie gestellt wird. Ob die NPWT tatsächlich Schmerzen vermindert und die Lebensqualität steigert, wird in den kommenden Studien ebenfalls untersucht werden.

Wir danken Herrn Prof. Breuninger für die Würdigung der von uns dargestellten Probleme bei der Bewertung der Vakuumtherapie von Wunden. Wir sehen auch unser methodisches Vorgehen bestätigt, den kompletten Wundverschluss als den primären Endpunkt zu verwenden.

DOI: 10.3238/arztebl.2012.0113

Dr. med. Frank Peinemann M.Sc.

PD Dr. med. Stefan Sauerland MPH
IQWiG Institut für Qualität u. Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, Köln

frank.peinemann@iqwig.de

Interessenkonflikt

Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

1.
Peinemann F, Sauerland S: Negative pressure wound therapy – systematic review of randomized controlled trials. Dtsch Arztebl Int 2011; 108(22): 381–9.
VOLLTEXT
1.Peinemann F, Sauerland S: Negative pressure wound therapy – systematic review of randomized controlled trials. Dtsch Arztebl Int 2011; 108(22): 381–9.
VOLLTEXT

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Anzeige