KULTUR

Filmkalender: Im Kino andere Welten entdecken

Dtsch Arztebl 2012; 109(6): A-272 / B-238 / C-238

Schuchart, Sabine

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Jugendliche Protagonisten stehen im Zentrum der neuen Leinwanddramen. Das Deutsche Ärzteblatt stellt alle vier Wochen eine Auswahl sehenswerter Neustarts vor.

Foto: Alamode
Foto: Alamode

DRAMA

Ab 9. Februar:

Der Junge mit dem Fahrrad

Großer Preis der Jury bei den Filmfestspielen in Cannes für das neue Kinomärchen der Brüder Dardenne, in dem, wie so oft, ein Jugendlicher im Mittelpunkt steht: Der elfjährige Cyril (Bild: Thomas Doret) ist voller Wut. Sein überforderter Vater hat ihn nach dem Tod der Großmutter in ein Heim gesteckt. Cyril wünscht sich sehnlichst, den Kontakt zum Vater wiederherzustellen und will dessen Ablehnung nicht akzeptieren. Bei seiner Suche nach ihm trifft er auf die sanftmütige Samantha (Bild: Cécile de France), die sich seiner annimmt. Sie ist so etwas wie seine gute Fee. Mit viel Geduld gelingt es ihr, Cyrils Zorn auf die Welt zu besänftigen.

Belgien/Frankr./Italien 2011, 87 Min. (FSK: 12)

Ab 9. Februar:

Hugo Cabret

Die 3-D-Inszenierung des preisgekrönten Kinderbuchs „Die Entdeckung des Hugo Cabret“ von Altmeister Martin Scorsese ist, anders als man erwarten könnte, kein Kinderfilm. Die bewegende Handlung spielt im Paris der 1930er Jahre: Nach dem Tod von Vater (Jude Law) und Onkel (Ray Winstone) lebt Hugo Cabret (Asa Butterfield) mit seinen zwölf Jahren im labyrinthartigen Bahnhof Montparnasse und zieht täglich die Bahnhofsuhren auf. Erst die Bekanntschaft mit dem schwermütigen rätselhaften Ladenbesitzer Georges Méliès (wunderbar: Ben Kingsley) und der gleichaltrigen Isabelle (Chloë Grace Moretz) verändert sein Leben.

USA 2011, 126 Min. (FSK: 6)

Ab 16. Februar:

Extrem laut und unglaublich nah

Oskar (Thomas Horn), ein neunjähriger Junge, ist bis zum 11. September 2001 glücklich in seiner Familie. Doch sein Vater (Tom Hanks) stirbt bei den Terrorangriffen auf das World Trade Center, was Oskar und seine Mutter (Sandra Bullock) in tiefe Trauer stürzt. Trost bietet ihm ein geheimnisvoller Schlüssel, den er findet. Oskar glaubt, dass ihm sein Vater damit eine Botschaft hinterlassen hat. Auf der Suche nach dem passenden Schloss bewegt er sich durch das traumatisierte New York. Er trifft Menschen, die sich in unterschiedlichster Form mit dem Leben nach dem großen Unglück arrangieren. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Buch von Jonathan Safran Foer, das 2005 in den USA erschien.

USA 2011, 129 Min. (FSK: 12)

Ab 16. Februar:

Gefährten

Auch Steven Spielberg hat sich an die Verfilmung eines Kinderbuches gemacht. Das Ergebnis ist eine hochemotionale Geschichte, die erst für Zuschauer ab zwölf Jahren freigegeben ist. Spielberg erzählt die Erlebnisse des Halbblutpferdes Joey in den Wirren des Ersten Weltkrieges. Es wurde von einer Bauernfamilie an die Armee verkauft und avanciert zur Symbolfigur für unbezwingbaren Überlebenswillen im Irrsinn des Krieges. Die Frage ist, wird Joey den kleinen Albert, der sich stets liebevoll um ihn gekümmert hat, je wiedersehen?

USA/Indien 2011, 147 Min. (FSK: 12)

Ab 1. März:

Die eiserne Lady

Foto: Concorde-Filmverleih
Foto: Concorde-Filmverleih

Und doch noch eine erwachsene Protagonistin: Virtuos verkörpert Meryl Streep die „Iron Lady“ Margaret Thatcher, die vor mehr als 20 Jahren von der politischen Bühne abtrat. In Phyllida Lloyds Film erscheint sie als inzwischen demenzkranke Frau, deren Leben in Rückblenden aufgerollt wird. Dieser Ansatz hat große Kontroversen in Großbritannien ausgelöst, tut der Klasse des Films aber keinen Abbruch. Einfühlsam wird der Aufstieg und Niedergang einer Frau aus kleinen Verhältnissen geschildert, die sich mit Ehrgeiz und Härte in einer von Vorurteilen geprägten Männerwelt durchsetzt.

Großbritannien 2011, 105 Min.

Sabine Schuchart

DVD-Tipp

Weltbewegende Entdeckungen

Der Wissenschaftsjournalist, TV-Produzent und -Moderator Michael Mosley, 1995 von der British Medical Association zum „Medical Journalist of the Year“ ernannt, wurde durch seine Dokumentationen für die BBC zu naturwissenschaftlichen und medizinischen Fragen bekannt. In „Die großen Fragen der Wissenschaft“ inszeniert er spannend und anschaulich in sechs jeweils 60-minütigen Folgen Themen, die uns seit Anbeginn der Menschheit beschäftigen: Was ist das Geheimnis des Lebens? Wer sind wir? Wie sind wir hierher gekommen? Besitzen wir grenzenlose Kraft? Dazu porträtiert Mosley Forscher wie Galileo Galilei, Charles Darwin und Isaac Newton und erläutert mit viel Hintergrundwissen die historischen Umstände, wie sie zu ihren weltbewegenden Ideen und Entdeckungen kamen. Zusammen mit renommierten Wissenschaftlern stellt er für die Zuschauer bedeutende Experimente nach.

Michael Mosley: „Die großen Fragen der Wissenschaft – Macht, Beweise und Leidenschaft“, 2 DVDs, 360 Min., Polyband; circa 18 Euro (Erscheinungstermin: 27. Januar).

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