ArchivDeutsches Ärzteblatt6/2012Echte Ärzte: Aus dem Kittel ins Bühnenoutfit

KULTUR

Echte Ärzte: Aus dem Kittel ins Bühnenoutfit

Dtsch Arztebl 2012; 109(6): A-271 / B-237 / C-237

Kespohl, Meike

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Die Berliner Ärzte-Band bereichert seit mehr als zehn Jahren mit ihren Coversongs die Musikszene.

Einmal in der Woche sieht die Feierabendplanung für acht Ärzte aus dem Raum Berlin einen besonderen Programmpunkt vor: Nachdem der letzte Patient versorgt und der Kittel abgelegt ist, treffen sich Aki, Nina, Arpad, Bodo, Jan, Markus, Thomas und Tommi nicht etwa, um gemeinsam noch etwas essen oder trinken zu gehen. Ihr Ziel ist ein Probenraum im Keller eines Hörsaalgebäudes, in dem die wöchentliche Probe ihrer Band „Echte Ärzte“ stattfindet. „Wöchentlich“ ist bei acht praktizierenden Ärzten jedoch nicht allzu wörtlich zu nehmen, weiß der Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin, Prof. Dr. med. Bodo Niggemann, aus eigener Erfahrung.

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Vorerst unter dem Namen „The Cytokines“ gründete sich die Band im Jahr 1999. Seitdem hat sich die Zusammensetzung der Band etwas geändert, und auch der Name wurde im Laufe der Jahre einige Male abgewandelt. So trat man zwischenzeitlich als „Restless Legs“ oder „Dancing Patellas“ auf, seit 2005 hat sich jedoch „Echte Ärzte“ bei den Bandmitgliedern und Fans durchgesetzt.

Bunte Glitzerkleider

Für die Band „Echte Ärzte“ zählen der Spaß an der Sache und die Tatsache, einen Weg gefunden zu haben, damit gleichzeitig etwas Gutes zu tun. Fotos: Bodo Niggemann
Für die Band „Echte Ärzte“ zählen der Spaß an der Sache und die Tatsache, einen Weg gefunden zu haben, damit gleichzeitig etwas Gutes zu tun. Fotos: Bodo Niggemann

„Echte Ärzte“ spielt grundsätzlich „alles, was tanzbar ist“. Von „Ich will keine Schokolade“ über „Mustang Sally“ bis „Baby Love“ und „Easy Livin’“ ist für jeden Musikgeschmack etwas dabei. Der Anspruch der Band ist jedoch keineswegs ein perfektes Cover eines Songs, und so klingt ein Lied jedes Mal ein wenig anders. Hin und wieder entsteht sogar eine ganz neue Version − auch schon mal im Hardrockstil. Eben echte Livemusik, die es auch nur live und nicht vom Band gibt. Das Wichtigste ist die Freude an der Musik, die alle Bandmitglieder mitbringen und die auch bei den Zuhörern anzukommen scheint. Diesen Spaß sieht man der Band schon von außen an. In bunten Glitzerkleidern und mit Engelsflügeln kennt man die beiden Sängerinnen, Dr. med. Akousa Sarpong und Dr. med. Nina Blümchen, im Krankenhausalltag wohl eher nicht. Unterstützt werden die beiden durch Dr. med. Thomas Schnellbacher, der die Percussion schon vor dem Perkutieren lernte, und den „multiinstrumentellen“ Dr. med. Markus Schmitt. Den Takt gibt Niggemann am Schlagzeug vor, musikalische Experimente bringt Priv.-Doz. Dr. med. Arpad von Moers mit seinem Saxofon auf den Weg, und auch Gitarrist Prof. Dr. med. Thomas Lempert schreckt musikalisch vor nichts zurück. Selbst wenn die Beschreibung als „Theaterkenner“ es nicht vermuten lässt, ist es Dr. med. Jan Heinemeyer, der ordentlich in die Tasten (seines Keyboards) haut.

Das Konzept der Band scheint aufzugehen. Vier bis fünf Auftritte finden im Jahr statt, jedoch nicht aus kommerziellen Gründen. Für die Ärzte zählen der Spaß an der Sache und die Tatsache, einen Weg gefunden zu haben, damit gleichzeitig Gutes zu tun, denn der Erlös der Konzerte geht immer an eine wohltätige Organisation mit medizinischem Hintergrund, wie zuletzt beim Benefizkonzert zugunsten der Allianz Chronisch Seltener Erkrankungen Achse e.V.

Der Höhepunkt des Jahres ist für „Echte Ärzte“ immer das Weihnachtskonzert unter dem Motto „Die letzte Tanzstelle vor der Weihnachtsgrenze“, zu dem gut 1 000 Besucher kommen. Auch im vergangenen Jahr gab es Ende Dezember einen Auftritt im Astra-Kulturhaus in Berlin. Details zu „Echte Ärzte“ unter www.echte-aerzte.de.

Meike Kespohl

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