ArchivDeutsches Ärzteblatt6/2012Randnotiz: Organspende: Promi-Wirkung

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Randnotiz: Organspende: Promi-Wirkung

Dtsch Arztebl 2012; 109(6): A-235 / B-207 / C-207

Schmedt, Michael

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Was haben Fußball-Trainer Jürgen Klopp, Topmodel Eva Padberg, Bahn-Chef Rüdiger Grube und Moderatorin Judith Rakers gemeinsam? Sie alle werben dafür, sich einen Organspendeausweis zuzulegen. Wie wichtig dies ist, zeigen die Ergebnisse einer Umfrage der Deutschen Stiftung Organtransplantation: Zwar gaben rund 20 Prozent der Befragten an, einen Organspendeausweis zu besitzen, in der Realität im Krankenhaus lag dann nur in sieben Prozent der Fälle eine schriftliche Erklärung vor. Aber hat das Engagement von Prominenten aus Politik und Gesellschaft tatsächlich eine Wirkung? Der Autor dieser Zeilen bezweifelte dies eher – bislang.

Jetzt berichteten die Medien, dass Justin Bieber (der Teenie-Popstar aus Kanada) mit einer Twitter-Meldung für einen Anmeldeschub bei Organspendeausweisen gesorgt habe. Bieber hatte via Twitter auf das Schicksal eines weiblichen Fans, der auf eine Lungen­trans­plan­ta­tion wartet, aufmerksam gemacht und seine „Follower“ aufgefordert, sich für eine Organspende registrieren zu lassen. Und die Resonanz war schnell und positiv: „Seit Donnerstag gab es über 1 000 neue Online-Registrierungen“, schrieb das „Trillium Gift of Life Network“, eine vom kanadischen Bundesstaat Ontario ins Leben gerufene Organspende-Organisation, auf ihrer Facebook-Seite.

Wohl doch falsch gelegen, muss der Autor einräumen! Und denkt man an ein volles Borussen-Stadion in Dortmund, kann man sich gut vorstellen, dass ein Aufruf von Jürgen Klopp ebenso wirkt wie eine Twitter-Meldung von Justin Bieber. Nicht-Promis wie Kollegen und Freunde kann man aber auch fragen, denn egal ob Promi oder nicht: Es gibt weiterhin zu wenig Organspender!

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