ArchivDeutsches Ärzteblatt27/1998Ärztliche Präventionstage 1998 – Sexualberatung: Ärztliche Kompetenz ist gefragt

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Ärztliche Präventionstage 1998 – Sexualberatung: Ärztliche Kompetenz ist gefragt

Dtsch Arztebl 1998; 95(27): A-1715 / B-1451 / C-1351

Lehmann, Frank; Engelbrecht, Justina

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LNSLNS Viele Jugendliche wünschen sich eine bessere Beratung.
Für Jugendliche sind Ärzte allen Umfragen zufolge die glaubwürdigsten Gesprächspartner im Rahmen der sexuellen Aufklärung: 32 Prozent der ostdeutschen und 24 Prozent der westdeutschen Mädchen würden am liebsten von einem Arzt informiert werden. Trotz der schulischen Sexualerziehung und eines großen Aufklärungsangebots in allen Medien bis hin zum Internet existieren Defizite an gesundheitsrelevanten Informationen.
Es ist daher sinnvoll, daß Ärzte ihre Kompetenz als Gesundheitsberater in der haus- und fachärztlichen Versorgung und zusammen mit den Lehrern in die Schule einbringen. Neben der im Jahr 1997 eingeführten Jugendgesundheitsuntersuchung könnten Teenager-Sprechstunden in der Arztpraxis eingerichtet werden. Zudem bieten sich Gespräche mit Schulklassen und Elternabende zum Thema Pubertätsentwicklung/Sexualität an. Dies praktiziert seit langem die Ärztliche Gesellschaft zur Gesund­heits­förder­ung der Frau e.V..
Häufige Fragen, die Jugendliche interessieren, befassen sich mit dem Körperschema, dem psychosozialen Bereich der Sexualität, dem eigenen sexuellen Erleben und Krankheiten (zum Beispiel AIDS). Ärzte können Eltern in ihrer Erziehungsarbeit unterstützen, indem sie sie über Entwicklungsstadien kindlicher Sexualität, Schwangerschaft und Kontrazeption bei Jugendlichen sowie Verhütung sexuell übertragbarer Krankheiten und sexuellen Mißbrauch informieren.
Die Bundes­ärzte­kammer (BÄK) und die Kassenärztliche Bundesvereinigung haben das Thema für die Ärztlichen Präventionstage 1998 aufgegriffen. Sie finden zwischen dem 28. September und 4. Oktober 1998 statt. Den Lan­des­ärz­te­kam­mern und Kassenärztlichen Vereinigungen der Länder wurden jetzt Materialmappen zur Pubertätsentwicklung/Sexualität zur Verfügung gestellt. Gleichzeitig bieten die BÄK und die Fortbildungsakademien der Lan­des­ärz­te­kam­mern Fortbildungen zur Gesprächsführung mit Jugendlichen an. Die Mappe "Pubertätsentwicklung/Sexualität" enthält Informationen für Ärzte, Hinweise und Bezugsmodalitäten zu Medien für Kinder, Jugendliche und ihre Familien, Kurzdarstellungen von Programmen sowie nützliche Adressen. Die Materialmappe wurde in Zusammenarbeit mit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung entwickelt.
Ärztinnen und Ärzte, die an den Ärztlichen Präventionstagen 1998 mitwirken möchten oder an Unterlagen interessiert sind, wenden sich an den Präventionsbeauftragten der Lan­des­ärz­te­kam­mer oder Kassenärztlichen Vereinigung. Im September wird zudem ein moderiertes Forum im Deutschen Gesundheitsnetz eingerichtet, in dem ein fachlicher Austausch mit Präventionsexperten stattfindet. Dr. med. Frank Lehmann
Dr. med. Justina Engelbrecht
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