ArchivDeutsches Ärzteblatt PP2/2012Demenzkranke: Entlastung für pflegende Angehörige

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Demenzkranke: Entlastung für pflegende Angehörige

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Betreuung und Pflege eines an Demenz erkrankten Menschen stellen oft große Belastungen dar. Wie stark sie sich im individuellen Fall auswirken, hängt nach Meinung der Autoren von verschiedenen Faktoren ab. Aufseiten des Patienten spielen die Ausprägung der Krankheitssymptome, der zeitliche Aufwand für die Versorgung, die Veränderungen von Leistungsfähigkeit, Verhaltensweisen und Persönlichkeit sowie die zunehmende Unselbstständigkeit eine Rolle. Aufseiten der Angehörigen kommen die Einstellung gegenüber der Pflegesituation, die verfügbare Unterstützung, der Wandel der Beziehung zum Pflegebedürftigen und der persönliche Problembewältigungsstil zum Tragen. Diese Faktoren müssen in Interventionen zur Entlastung pflegender Angehöriger berücksichtigt werden, was allerdings nur selten und unvollständig geschieht. Zu diesem Ergebnis kamen die Wissenschaftler anhand der Prüfung von 18 einschlägigen Studien. Viele der untersuchten Programme zielten verstärkt auf Wissensvermittlung ab, was jedoch kaum zur Verbesserung des psychischen Wohlbefindens oder der Lebensqualität der Angehörigen beitrug. Als vorteilhaft erwiesen sich hingegen Unterstützungsprogramme, die individuell, intensiv, interdisziplinär und langdauernd ausgerichtet waren und problem- und emotionsorientierte Strategien vermittelten. Kurz und Wilz zufolge sind für den Erfolg einer Intervention praktische Übungen der Lösungsstrategien und Verhaltensänderungen in der unmittelbaren Lebensumgebung entscheidend. ms

Kurz A, Wilz G: Die Belastung pflegender Angehöriger bei Demenz. Nervenarzt 2011; 82(3): 336–42.
Prof. Dr. Alexander Kurz, Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Klinikum rechts der Isar der TU München, Ismaninger Straße 22, 81675 München, alex ander.kurz@lrz.tum.de

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