ArchivDeutsches Ärzteblatt PP2/2012Einsamkeit: Folge traumatisierender Enttäuschungen
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Es ist löblich, die oft unterschätzten psychischen Auswirkungen ungewollter Einsamkeit beziehungsweise des Fehlens einer guten sozialen Anbindung aufzugreifen. Merken wir doch zunehmend, dass unsere Seele bereichernde Kommunikation und verbindendes Miteinander braucht wie die Luft zum atmen.

Allerdings greifen die dargestellten Erklärungsansätze von Genen bis äußeren Hindernissen meines Erachtens nach viel zu kurz. Abgesehen von freiwillig gewähltem Rückzug, ist Einsamkeit nur zu oft Folge von traumatisierenden Enttäuschungen meist schon seit dem Kindesalter. Diese lassen ein Auf-andere-Zugehen oder Sicheinlassen mit einem Risiko behaftet und Sicherheit nur in der eigenen Person erscheinen. Die Bindungstheorie weist in diversen Untersuchungen (Brisch, Shore und andere) auf die Wirkungen sowohl frühkindlich erlebter Gewalt wie auch Deprivation auf das spätere Bindungs- und damit Kommunikationsverhalten hin. 

Forscher um den amerikanischen Traumaforscher B. v. d. Kolk versuchen, eine Developmental Trauma Disorder in das DSM-V einzubringen, um frühkindliche traumatisierende Bindungsstörungen als generierenden wie auch persistierenden Faktor späterer sozialer Insuffizienz zu umreißen. 

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Dipl.-Psych. Mark Novy, 53225 Bonn

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