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ArchivDeutsches Ärzteblatt PP2/2012Fahrphobie: Traumaorientierte Interventionen

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Fahrphobie: Traumaorientierte Interventionen

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Verkehrsunfallopfer entwickeln oft Ängste vor dem Reisen mit Autos, Bussen, Zügen oder Motorrädern. Als probates Behandlungsverfahren gegen solche Ängste galt bislang vor allem die In-vivo-Exposition. Psychotherapeuten um Prof. Dr. Ad de Jongh von der Universität Amsterdam kritisierten jedoch den Aufwand und erprobten zwei Verfahren, die ohne explizite In-vivo-Exposition auskamen. An der Studie nahmen 184 Personen teil, die als Fahrer, Beifahrer, Fußgänger oder Passagiere einen Verkehrsunfall erlitten und eine Fahrphobie oder Reiseängste entwickelt hatten. Eine Gruppe wurde mit traumaorientierten, kognitiv-behavioralen Verfahren behandelt, hauptsächlich mit Imaginations- und Entspannungstechniken, Stressmanagementtraining und kognitiver Restrukturierung. Die andere Gruppe wurde mit Eye Movement Desensitization and Reprocessing (EMDR) behandelt. Alle Teilnehmer konnten zusätzlich und freiwillig In-vivo-Expositionen als Hausaufgaben durchführen. „In nur sieben Sitzungen wurden mit beiden Verfahren deutliche Erfolge erzielt“, berichten die Autoren. In beiden Gruppen waren innerhalb kurzer Zeit Ängste, Phobien, PTBS-Symptome und Depressionen zurückgegangen. Die größten Erfolge erzielten Patienten, die zuvor relativ stark belastet waren. Deutlich waren auch die Erfolge bei Beifahrern, die insgesamt stärkere Ängste entwickelt hatten als die Fahrer. Nach Meinung der Autoren sind beide Verfahren dazu geeignet, sowohl betroffene Fahrer als auch Beifahrer adäquat zu behandeln, ohne In-vivo-Exposition explizit einsetzen zu müssen. Als Alternativen bieten sich zum Beispiel imaginative und virtuell-computergestützte Verfahren an. ms

De Jongh A et al.: Usefulness of a trauma-focused treatment approach for travel phobia. Clinical Psychology & Psychotherapy 2011; 18(2): 124–37.
Ad de Jongh, Department of Behavioral Sciences, Academic Centre for Dentistry Amsterdam, Louwesweg 1, 1066 EA Amsterdam (Niederlande), a.de.jongh@acta.nl

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