ArchivDeutsches Ärzteblatt PP2/2012Therapiesitzungen: Körpersprache und Therapieerfolg

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Therapiesitzungen: Körpersprache und Therapieerfolg

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Körperhaltungen und -bewegungen scheinen in Psychotherapiesitzungen eine untergeordnete Rolle zu spielen. Dass sie mehr aussagen, als bisher bekannt war, stellten jetzt die Psychotherapieforscher Fabian Ramseyer und Wolfgang Tschacher von der Universität Bern fest. Sie werteten Videoaufnahmen von Therapeuten und Patienten in Psychotherapiesitzungen aus und verglichen die Körpersprache, zum Beispiel die Haltung der Beine, der Arme oder des Oberkörpers. Anschließend ordneten sie den Aufnahmen Aussagen von Patienten und Therapeuten zur Qualität der therapeutischen Beziehung sowie klinische Erfolgsmaße zu. Dabei zeigte sich folgender Zusammenhang: Je synchroner die Körpersprache von Therapeuten und Patienten war, desto besser empfanden die Probanden die therapeutische Beziehung und desto eher meinten die Patienten, ihr Leben in den Griff zu bekommen. „Außerdem gingen mit einer hoch übereinstimmenden Körpersprache höhere Therapieerfolge einher“, berichten die Autoren. Ihrer Ansicht nach sollten Psychotherapeuten die Synchronizität der Körperhaltung und -bewegungen während Therapiesitzungen im Auge behalten, weil sich daraus Schlüsse über das Befinden des Patienten, über den Zustand der Arbeitsbeziehung und über den möglichen Therapieerfolg ziehen lassen. Ramseyer und Tschacher zufolge ist die Körpersprache in Psychotherapiesitzungen ein wichtiger Indikator und sollte daher wesentlich stärker als bisher beachtet und von der Wissenschaft besser untersucht werden. ms

Fabian Ramseyer, Wolfgang Tschacher: Nonverbal synchrony in psychotherapy. Journal of Consulting and Clinical Psychology 2011; 79(3): 284–95.
Fabian Ramseyer, Department of Psychotherapy, University Hospital of Psychiatry, Laupenstraße 49, 3010 Bern (Schweiz), ramseyer@spk.
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