ArchivDeutsches Ärzteblatt3/1996Klinikschließung: Unfaßbar

SPEKTRUM: Leserbriefe

Klinikschließung: Unfaßbar

Steinke, Renate

Zur geplanten Schließung der Hautklinik der Philipps-Universität Marburg
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LNSLNSLNSLNS Den ersten Gerüchten wollte man keinen Glauben schenken. Doch nun hat die Wirklichkeit sie eingeholt: Die Hautklinik der Philipps-Universität Marburg, eine Klinik mit Tradition und Renommee, soll wegen Geldmangels geschlossen werden. Millionen- und Milliardenbeträge, die an Menschen in und aus aller Welt seit geraumer Zeit verschleudert wurden, fehlen und stehen für das Nötigste, nämlich die Gesundung der eigenen Bevölkerung – wie zu erwarten –, nicht mehr zur Verfügung. Statt dessen soll Kranken und Behinderten, die klinischer Hilfe bedürfen, zugemutet werden, Zeit, Kosten und Mühe aufzuwenden, um sich gegebenenfalls in der Universitäts-Hautklinik Gießen behandeln zu lassen, wo auch kaum noch eine stationäre Behandlung möglich ist. Dies alles ist unfaßbar und schlicht ein Skandal. Millionensummen, die nur kurzzeitig tätig gewesenen Politikern nachgeworfen werden, sind statt dessen für das Wohl der Bevölkerung einzusetzen. Eine Forderung der Gewichtung von Prioritäten, auch in diesem Sinne, war für Politiker seit jeher und ist auch derzeit noch in den übrigen Ländern selbstverständliche Verpflichtung.
Wie sagte doch der russische Kollege, mit dem ich mich über die Lebensumstände im kommunistischen Rußland unterhielt: "Na, Sie leben doch hier in Hessen auch im Kommunismus!" So ist es wohl!
Dr. med. Renate Steinke, Am Obermarkt/Ecke Holzgasse, 63571 Gelnhausen
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