ArchivDeutsches Ärzteblatt7/2012Literaturrecherche: Metatextbook of Medicine

MEDIEN

Literaturrecherche: Metatextbook of Medicine

Dtsch Arztebl 2012; 109(7): A-330 / B-285 / C-281

Groth, Ossip

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www. kidney.de: eine frei zugängliche Quelle für medizinische Literatur. Foto: Fotolia
www. kidney.de: eine frei zugängliche Quelle für medizinische Literatur. Foto: Fotolia

Unter der Adresse www.kidney.de steht eine kostenfreie Literaturdatenbank für die Medizin zur Verfügung. Dabei handelt es sich um eine Datenbank, die auf regulär publizierte Übersichtsartikel verweist, die von zu Hause aus kostenfrei eingesehen werden dürfen. 90 000 Artikel sind in 9 000 thematischen Bibliografien erfasst (Stichworte wie „TGFbeta“ oder Konzepte wie „Enzyme Chemistry“). Diese sind alphabetisch aufgeführt. Der Nutzer kann prüfen, ob eine Bibliografie eine Zeichenfolge enthält. Das Metatextbook of Medicine ist der Versuch einer verständlichen Ontologie, es enthält 20 Inhaltsverzeichnisse „virtueller Bücher“, deren „Kapitel“ die (über die Zwischenstufe der Bibliografien gesammelten) redundanten Reviews sind. Schließlich zeigt jede Bibliografie auf ähnliche Bibliografien. Die Artikel sind vom Autor aus 700 000 Artikeln (ohne „physikalische“ Inaugenscheinnahme) ausgewählt.

Die Plattform ist geeignet, weitere Selektionen wie andere Sprachen, wichtige Artikel, Verlagskonvolute oder andere Medientypen aufzunehmen. Das Metatextbook richtet sich an Menschen, die zur einleitenden Information traditionelle, regulär publizierte Reviews verwenden wollen und sich mit Suche und Beschaffung nicht aufhalten möchten: One-Click-Learning. Es ist für jeden wissenschaftlich Interessierten geeignet und nicht auf den Kliniker begrenzt oder für diesen spezifisch optimiert. Ergänzend sind mit dem Medline-Programm für Windows professionelle Literaturrecherchen durchführbar. Damit ist man im Gesamtkonzept allgemein einführend sowie tagesaktuell über die Originalarbeiten informiert. Übrigens kann das Medline-Programm auch gezielt nach Artikeln des Metatextbooks suchen.

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Vergleichbare Produkte sind beispielsweise Wikipedia (http://de.wikipedia.org), Medscape (http://emedicine.medscape.com), kommerzielle „point-of-care knowledge systems“ (Wissensdatenbanken wie UpToDate), PubMed-Recherche anhand von MeSH-Tags, Scirus (www.scirus.com). Viele der Reviews sind auf PubMed nicht als „frei verfügbar“ aufzufinden, denn PubMed markiert nur einen großen Teil solcher Artikel mit dem „Free Full Text[sb]“-Indikator. Artikel dadurch fehlender Journals sind in der 2010er Recherche enthalten oder folgen noch. Opt-in-Open-Access-Artikel oder auf Autorenservern liegende Freikopien sind systematisch nicht zu identifizieren. Zeitschriften, die in Deutschland über die „Persönliche Nationallizenz“ verfügbar sind, sollten bei Akzeptanz des Metatextbooks erschlossen werden.

Open Access bedeutet über den freien Zugriff auf die wissenschaftliche Literatur hinaus, durch frühzeitige und allgemeine Verfügbarkeit von Rohdaten den Wissenschaftsprozess zu beschleunigen. Das Metatextbook wird vor diesem Hintergrund kontinuierlich verbessert, indem der mitgestaltende Leser barrierefrei eingebunden wird. Ossip Groth

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