ArchivDeutsches Ärzteblatt8/2012Übergangsphase im KBV-Vorstand: Beratergremium steht

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Übergangsphase im KBV-Vorstand: Beratergremium steht

Rieser, Sabine

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Bis zur Neuwahl des zweiten Vorstands kann Andreas Köhler auf fünffachen Rat zurückgreifen.

Das Gremium, das Dr. med. Andreas Köhler nach dem Rückzug seines Vorstandskollegen, Dr. med. Carl-Heinz Müller, zum 1. März in hausärztlichen Fragen unterstützen soll, steht. Ihm gehören Dipl.-Med. Regina Feldmann, Dr. med. Wolfgang-Axel Dryden, Dr. med. Wolfgang Krombholz, Dr. med. Gerd Zimmermann und Dr. med. Thomas Fischbach an. Sie sollen den Vorstandsvorsitzenden der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) Köhler beraten, bis ein Nachfolger für Müller gewählt ist. Dies ist für die Vertreterversammlung am 21. Mai vorgesehen.

Mehrere mögliche Müller-Nachfolger haben bereits abgewinkt. Zu hören ist, der ein oder andere wolle lieber an der Spitze einer eigenen Kassenärztlichen Vereinigung (KV) stehen.

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Köhlers Beratungsgremium besteht aus berufspolitisch erfahrenen Mitgliedern. Feldmann ist Vorstandsvorsitzende der KV Thüringen, Dryden Vorstandsvorsitzender der KV Westfalen-Lippe. Sie engagieren sich in der Arbeitsgemeinschaft „Länderübergreifender Angemessener Versorgungsanspruch“ (LAVA) für eine bessere Honorierung der ambulanten Versorgung in acht Bundesländern.

Dryden hat bislang als einziger öffentlich ein gewisses Interesse an der Müller-Nachfolge erkennen lassen. Bei der jüngsten Vertreterversammlung der KV Westfalen-Lippe sagte er: „Für den aus meiner Sicht sehr wahrscheinlichen Fall, dass wir einen anderen geeigneten hausärztlichen Kandidaten in Berlin benennen können, schließe ich meine Kandidatur aus.“ Der andere Kandidat könnte Feldmann sein; ihr werden Ambitionen nachgesagt.

Fischbach ist niedergelassener Kinderarzt in Solingen. Er gehört zum Vorstand des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte. Dass er in die Runde einbezogen wurde, dürfte nicht zuletzt den Anspruch vieler Kinderärzte untermauern, als wichtiger Teil der hausärztlichen Versorgung gesehen zu werden.

Krombholz, KV-Vorstandsvorsitzender in Bayern, und Zimmermann, stellvertretender KV-Vorstandsvorsitzender in Hessen, hatten sich im Frühjahr 2011 durch ihr Engagement für die „Freie Allianz der Länder-KVen“ (FALK) eher als Kritiker der KBV-Vorstandspolitik positioniert. „Dass im Beratungsgremium zwei Vertreter von LAVA und zwei von FALK sind, ist folgerichtig“, betont Zimmermann. „Wir betreiben in der Vertreterversammlung keine Fundamentalopposition, sondern arbeiten durchaus zusammen. Es ist vielleicht auch einfacher, zwei Gruppierungen unter einen Hut zu bringen als 60 Individualisten.“

„Wir sind eine Art Rückversicherung für Köhler“

Zimmermann geht davon aus, dass das Beratungsgremium für die nächsten drei Monate eher symbolischen denn operativen Charakter haben wird. Köhler könne sich schließlich jederzeit mit dem hausärztlichen Fachausschuss beraten. „Wir sind eine Art Rückversicherung für Köhler, dass er in hausärztlichen Fragen nicht allein entscheiden muss“, sagt der KV-Vorstand.

Ob er Interesse hätte, Müllers Nachfolger zu werden? Zimmermann winkt ab. Er sei 63, es sollten Jüngere diesen Posten übernehmen. Und außerdem könne er sich eine enge Zusammenarbeit mit dem KBV-Vorsitzenden nicht vorstellen: „Wir sind zu unterschiedliche Charaktere.“

Sabine Rieser

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