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Die Kollegen David und Kentenich kritisieren zu Recht, dass sich unsere Angaben zur Hysterektomie (HE)-Rate im ersten Satz des Ergebnis- und Diskussionsteils (1) widersprechen. Dieser Unterschied erklärt sich folgendermaßen: Im Ergebnisteil, 1. Satz, berichten wir von den HE-Raten jedweder Indikation (362 pro 100 000 Personenjahre) für den gesamten Altersbereich. Im Diskussionsteil, 1. Satz, berichten wir von den HE-Raten bei benignen Erkrankungen der weiblichen Genitalorgane im internationalen Vergleich (Schweden, USA, Australien). Diese Raten wurden für Frauen im Alter ≥ 20 Jahre angegeben (2).

David und Kentenich kritisieren weiterhin, dass wir Mädchen, die jünger sind als 10 Jahre und Frauen, die älter sind als 80 Jahre, in unsere Berechnungen eingeschlossen haben. Diese Kritik ist unberechtigt. Der Ausschluss von Personen aus Raten-Angaben ist nur dann sinnvoll, wenn Personen nicht „unter Risiko“ für die HE stehen: In den Jahren 2005–2006 wurden in Deutschland bei acht Mädchen im Alter unter 10 Jahre und bei 8 180 Frauen im Alter von über 80 Jahren eine HE (2,7 % aller HEs) durchgeführt.

David und Kentenich wünschen sich die Korrektur einer Aussage zu fokussiertem Ultraschall und zur Uterusablation. Bei dieser Aussage handelt es sich – wie wir mit Referenz kenntlich gemacht haben – um eine Empfehlung der S2-Leitlinie zur Diagnostik und Therapie der Endometriose (3). David und Kentenich wünschen sich demnach eine Diskussion der S2-Leitlinie, die an dieser Stelle nicht geführt werden kann.

Kollege Klippel weist auf die von uns zitierte Arbeit von Salfelder et al. (4) hin und merkt an, dass die außerhalb der vollstationären Versorgung durchgeführten HEs nicht zu vernachlässigen sind. Laut Salfelder et al. wurden in der „Tagesklinik Altonaer Straße“ in Hamburg im Jahre 2006 insgesamt 193 laparoskopische HEs durchgeführt. Nach der DRG-Statistik erfolgten in der Hamburger weiblichen Bevölkerung im Jahre 2006 insgesamt 2 335 Hysterektomien. Würde man unterstellen, dass alle von Salfelder et al. operierten Patientinnen Hamburgerinnen waren (unwahrscheinliche Annahme), so würden mit der DRG-Statistik 92 % der HEs in dieser Population erfasst. Da sicherlich nur ein Teil der bei Salfelder et al. operierten Patientinnen Hamburgerinnen waren, ist von einem höheren Prozentwert als 92 % auszugehen.

Bundeslandspezifische Unterschiede der DRG-basierten HE-Raten bei gutartigen Erkrankungen der weiblichen Genitalorgane (Hamburg: 213,8; Mecklenburg-Vorpommern: 361,9 pro 100 000 Personenjahre) lassen sich offensichtlich nicht mit dem Argument der unterschiedlich hohen HE-Raten außerhalb der vollstationären Versorgung „wegdiskutieren“. Warum Klippel unsere Ergebnisse „stark in Zweifel ziehen“ muss, ist unklar, insbesondere wenn man bedenkt, dass es bessere bevölkerungsbezogene HE-Zahlen für Deutschland zurzeit gar nicht gibt. Dem Beitrag von Herrn Kollegen Rott haben wir nichts hinzuzufügen.

DOI: 10.3238/arztebl.2012.0159b

Prof. Dr. med. Andreas Stang

Institut für Klinische Epidemiologie

Medizinische Fakultät

Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Halle (Saale)

andreas.stang@medizin.uni-halle.de

Prof. Dr. Ray M. Merrill, PhD

Department of Health Science, College of Life Sciences,

Brigham Young University, Provo, UT 84602, U.S.A.

PD Dr. sc. hum. Oliver Kuss

Institut für Medizinische Epidemiologie, Biometrie und Informatik

Universitätsklinikum Halle und Medizinische Fakultät

Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Halle (Saale)

Interessenkonflikt
Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

1.
Stang A, Merrill RM, Kuss O: Hysterectomy in Germany: a DRG-based nationwide analysis, 2005–2006. Dtsch Arztebl Int 2011; 108(30): 508–14. VOLLTEXT
2.
Stang A, Merrill RM, Kuss O: Nationwide rates of conversion from laparoscopic or vaginal hysterectomy to open abdominal hysterectomy in Germany. Eur J Epidemiol 2011; 26: 125–33. MEDLINE
3.
Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG), Schweizerische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (SGGG), Österreichische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V. (OEGGG), Stiftung Endometriose-Forschung (SEF), Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie e.V., Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V., Deutsche Gesellschaft für Gynäkologische Endokrinologie und Fortpflanzungsmedizin e.V., Arbeitsgemeinschaft für Gynäkologische Onkologie (AGO) e.V. der DGGG, Endometriose-Vereinigung Deutschland e.V., Österreichische Endometriose Vereinigung e. V. Diagnostik und Therapie der Endometriose: AWMF-Leitlinien-Register Nr. 015/045. Stand 1. 5. 2010. Link: www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/015-045_S1_Diagnostik_und_Therapie_der_Endometriose_05-2010_05-2015.pdf. Last accessed on 2 May 2011.
4.
Salfelder A, Lueken RP, Gallinat A, et al.: Hysterektomie als Standardeingriff in der Tagesklinik – ein Wagnis? Frauenarzt 2007; 48: 954–8.
1. Stang A, Merrill RM, Kuss O: Hysterectomy in Germany: a DRG-based nationwide analysis, 2005–2006. Dtsch Arztebl Int 2011; 108(30): 508–14. VOLLTEXT
2. Stang A, Merrill RM, Kuss O: Nationwide rates of conversion from laparoscopic or vaginal hysterectomy to open abdominal hysterectomy in Germany. Eur J Epidemiol 2011; 26: 125–33. MEDLINE
3. Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG), Schweizerische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (SGGG), Österreichische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V. (OEGGG), Stiftung Endometriose-Forschung (SEF), Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie e.V., Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V., Deutsche Gesellschaft für Gynäkologische Endokrinologie und Fortpflanzungsmedizin e.V., Arbeitsgemeinschaft für Gynäkologische Onkologie (AGO) e.V. der DGGG, Endometriose-Vereinigung Deutschland e.V., Österreichische Endometriose Vereinigung e. V. Diagnostik und Therapie der Endometriose: AWMF-Leitlinien-Register Nr. 015/045. Stand 1. 5. 2010. Link: www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/015-045_S1_Diagnostik_und_Therapie_der_Endometriose_05-2010_05-2015.pdf. Last accessed on 2 May 2011.
4. Salfelder A, Lueken RP, Gallinat A, et al.: Hysterektomie als Standardeingriff in der Tagesklinik – ein Wagnis? Frauenarzt 2007; 48: 954–8.

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