ArchivDeutsches Ärzteblatt9/2012Demografische Alterung und stationäre Versorgung chronischer Krankheiten

MEDIZIN: Originalarbeit

Demografische Alterung und stationäre Versorgung chronischer Krankheiten

Population Aging and Hospitalization for Chronic Disease in Germany

Dtsch Arztebl Int 2012; 109(9): 151-7; DOI: 10.3238/arztebl.2012.0151

Nowossadeck, Enno

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Hintergrund: Die Veränderung in der Altersstruktur der Bevölkerung in Deutschland zugunsten älterer Altersgruppen wird als demografische Alterung bezeichnet. Wichtige chronische Krankheiten weisen eine starke Altersabhängigkeit auf. Als Effekt beider Sachverhalte werden steigende finanzielle Belastungen des Gesundheitssystems erwartet. Der Beitrag untersucht, welchen Einfluss die demografische Alterung auf die stationäre Versorgung wichtiger chronischer Krankheiten seit dem Jahr 2000 hat.

Methoden: Die Analyse basiert auf Daten der Krankenhausdiagnosestatistik des Statistischen Bundesamtes. Untersucht werden die drei Diagnosehauptgruppen bösartige Neubildungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems und des Bindegewebes sowie neun Diagnosegruppen. Die Veränderung der Fallzahlen ist auf die Alterung und auf sich ändernde Risiken für eine Krankenhausbehandlung mit einer bestimmten Diagnose zurückzuführen. Der Einfluss dieser beiden Faktoren wurde mittels Indexzerlegung analysiert.

Ergebnisse: Für alle Diagnosegruppen wurde ein alterungsbedingter Anstieg der Krankenhausfallzahlen gefunden. Diese sind insbesondere von den geburtenstarken Jahrgängen der 1920er Jahre (Herzinsuffizienz) und der Geburtsjahre 1934–1944 (ischämische Herzkrankheit, Lungenkrebs, Darmkrebs, Arthrose) beeinflusst. Das Risiko einer Krankenhausbehandlung hat fallzahlerhöhende (Herzinsuffizienz, Krankheiten der Wirbelsäule und des Rückens) oder fallzahlsenkende (ischämische Herzkrankheit, zerebrovaskuläre Krankheiten, Darmkrebs, Mammakarzinom) Effekte.

Schlussfolgerung: Demografische Alterung und Risikoänderungen haben die stationäre Versorgung der Diagnosegruppen differenziert beeinflusst. Prognosen für die künftige Entwicklung von Krankenhausbehandlungen müssen demzufolge beide Faktoren berücksichtigen.

LNSLNS

Die Folgen der Alterung der Bevölkerung in Deutschland werden viel diskutiert. Unter demografischer Alterung werden Veränderungen der Altersstruktur zugunsten älterer und zuungunsten jüngerer und mittlerer Altersgruppen verstanden. In den letzten zehn Jahren ist der Anteil der Bevölkerungsgruppe, der 65 Jahre und älter war, an der Gesamtbevölkerungszahl von 16,6 auf 20,7 % angewachsen (berechnet anhand [1]). Das Durchschnittsalter stieg von 41 auf 43 Jahre (1). Zu den Ursachen dieses Phänomens gehören neben dauerhaft niedrigen Geburtenraten und der ansteigenden Lebenserwartung auch Besonderheiten im gegenwärtigen Altersaufbau der Bevölkerung (2, 3). Darunter sind Schwankungen in der Stärke von Geburtsjahrgängen zu verstehen. Diese Schwankungen sind Resultat verschiedener historischer Ereignisse wie beispielsweise der beiden Weltkriege, an deren Ende die Geburtenzahlen sanken, und des Wiederanstiegs der Geburtenzahlen in den nachfolgenden Jahren (vergleiche für eine ausführlichere Darstellung [e1]). Sie generieren eine „Wellenbewegung“. Tabelle 1 enthält eine Zusammenstellung, welche Geburtsjahrgangsgruppen die „Wellentäler“ und „Wellenberge“ bilden und in welchem Alter sie sich gegenwärtig befinden.

Demografische Wellen
Demografische Wellen
Tabelle 1
Demografische Wellen

Es ist naheliegend, steigende Belastungen für die Gesundheitsversorgung aufgrund von solchen chronischen Erkrankungen zu schlussfolgern, die eine deutliche Altersabhängigkeit aufweisen.

Die demografische Alterung ist kein Prozess, der ausschließlich in der Zukunft liegt; vielmehr ist er seit Jahren zu beobachten. Dies führt zu der Frage, welchen Einfluss die bisherige demografische Alterung auf die Gesundheitsversorgung gehabt hat. Insbesondere für die stationäre Versorgung liegen mit der Krankenhausdiagnosestatistik des Statistischen Bundesamtes Daten seit dem Jahr 2000, also für mittlerweile zehn Jahre vor, die eine detaillierte Analyse erlauben.

Die vorliegende Arbeit untersucht, welchen Einfluss die demografische Alterung auf die Entwicklung der Zahl der Krankenhausfälle für ausgewählte Diagnosehaupt- und Diagnosegruppen von chronischen Krankheiten seit 2000 gehabt hat.

Methodik

Analysegrundlage sind die Daten der Krankenhausdiagnosestatistik (4), die nach 5-Jahres-Altersgruppen, Geschlecht und Diagnosen zur Verfügung stehen. In die Analyse einbezogen wurde der Zehnjahreszeitraum 2000–2009, für den die Krankenhausdaten gemäß ICD-10-Klassifikation vorliegen. Bei Analysen von Daten der Krankenhausdiagnosestatistik ist zu beachten, dass es sich um eine Totalerhebung der Krankenhausfälle handelt. Personen, die mehrfach in einem Krankenhaus behandelt wurden, werden mehrfach gezählt.

Die Analyse erfolgt für die fallzahlenstärksten Diagnosehauptgruppen Bösartige Neubildungen (C00–C97, ohne C44), Herz-Kreislauf-Erkrankungen (I00–I99) sowie die Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems und des Bindegewebes (M00–M99). Innerhalb dieser Diagnosehauptgruppen wurden weitere, für die stationäre Versorgung wichtige Diagnosegruppen chronischer Krankheiten analysiert. Es sind ischämische Herzkrankheit (I20–I25), Herzinsuffizienz (I50), zerebrovaskuläre Krankheiten (I60–I69), Darmkrebs (C18–C21), Lungenkrebs (C33–C34), Mammakarzinom (C50), Prostatakarzinom (C61), Arthrose (M15–M19) sowie Krankheiten der Wirbelsäule und des Rückens (M40–M54).

Zur Analyse des Einflusses der Alterung wird das Verfahren der multiplikativen Indexzerlegung genutzt. Zunächst werden die Krankenhausbehandlungszahlen 2009 durch die von 2000 dividiert. Der so ermittelte Index wird anschließend multiplikativ in zwei Faktoren zerlegt. Ein Faktor beziffert die Veränderung der Behandlungszahlen infolge der Veränderung des Behandlungsrisikos. Das Risiko einer Krankenhausbehandlung ist dabei nicht nur von Inzidenz- oder Prävalenzraten abhängig, sondern auch von anderen Aspekten, wie von veränderten „Einweisungsrisiken“, der Einführung neuer Diagnose- respektive Therapieverfahren, der Etablierung von Screeningprogrammen oder von veränderten Kodierverhalten und -gewohnheiten beispielsweise infolge der Einführung des Fallpauschalensystems „Diagnosis Related Groups“ (DRG). Dieser Faktor ist mit der in der Epidemiologie üblichen Altersstandardisierung vergleichbar, bei der altersstrukturell bedingte Unterschiede zwischen Analysegrößen herausgerechnet werden. Der zweite Faktor quantifiziert den Einfluss der demografischen Alterung (ausführlichere Informationen vergleiche eKasten).

Methodik
Methodik
eKasten
Methodik

Ergebnisse

Die Ergebnisse der Indexzerlegung enthält Tabelle 2. In Grafik 1 ist die Altersstruktur aller Krankenhausbehandlungsfälle für die Jahre 2000 und 2009 dargestellt.

Zahl der Krankenhausbehandlungen (A00–T98) 2000 und 2009 nach Altersgruppen, Männer
Zahl der Krankenhausbehandlungen (A00–T98) 2000 und 2009 nach Altersgruppen, Männer
Grafik 1
Zahl der Krankenhausbehandlungen (A00–T98) 2000 und 2009 nach Altersgruppen, Männer
Indexzerlegung stationäre Versorgung ausgewählter chronischer Krankheiten 2000–2009, beide Geschlechter
Indexzerlegung stationäre Versorgung ausgewählter chronischer Krankheiten 2000–2009, beide Geschlechter
Tabelle 2
Indexzerlegung stationäre Versorgung ausgewählter chronischer Krankheiten 2000–2009, beide Geschlechter

Die Zahl der Behandlungsfälle mit der Diagnose A00–T98 hat von 2000 bis 2009 um fünf Prozent zugenommen. Allein aufgrund der Alterung wäre diese Zahl um 6,1 % angestiegen. Hätte sich hingegen nur das Risiko (bei konstanter Altersstruktur des Jahres 2009) geändert, wäre die Zahl der Behandlungsfälle um ein Prozent gesunken. Bei den Diagnosegruppen fallen besonders die Behandlungen mit der Diagnose ischämische Herzkrankheit (Rückgang um 26 %) und Darmkrebs (–30 %) aufgrund rückläufiger Tendenzen auf, während die Behandlungen mit den Diagnosen Herzinsuffizienz, Krankheiten der Wirbelsäule und des Rückens (+52 %, +60 %) sowie Arthrose (+41 %) tendenziell steigen.

Eine nach Geschlecht getrennte Betrachtung zeigt die gleichen grundlegenden Trends auf, jedoch mit unterschiedlicher quantitativer Ausprägung (eTabelle). Beispielsweise ist der Anstieg der Behandlungszahlen mit der Diagnose Herzinsuffizienz bei den Männern sehr viel stärker als bei den Frauen.

Die Entwicklung der Behandlungszahlen mit der Diagnose Lungenkrebs hingegen weist grundsätzlich unterschiedliche Trends für die beiden Geschlechter auf: Bei den Männer ist ein sehr geringer Rückgang festzustellen, bei den Frauen ein starker Anstieg.

Die Indexzerlegung zeigt, dass die demografische Alterung im Analysezeitraum bei allen ausgewählten Diagnosegruppen fallzahlerhöhende Effekte hatte. Besonders starke Alterungseffekte sind für die Diagnosen Herzinsuffizienz, zerebrovaskuläre Krankheiten und Prostatakarzinom zu beobachten. Grundsätzlich sind die Alterungseffekte bei den Männern zum Teil deutlich größer als bei den Frauen.

Zugleich ist erkennbar, dass die Effekte, die vom sich ändernden Risiko einer Krankenhausbehandlung ausgehen, je nach Diagnosegruppe unterschiedlich sind. Einerseits sind die Behandlungszahlen mit der Diagnose ischämische Herzkrankheit allein wegen der Risikoveränderung um 36 % gesunken, mit der Diagnose Mammakarzinom sogar um 45 %. Andererseits sind fallzahlerhöhende Effekte der Risikoänderungen zu beobachten. Das betrifft insbesondere die Diagnosen Krankheiten der Wirbelsäule und des Rückens (+51 %), Arthrose (+26 %) und Herzinsuffizienz (+24 %).

Für die untersuchten Diagnosegruppen sind unterschiedliche Kombinationen beider Faktoren erkennbar:

  • Kumulative Wirkungen beider Faktoren sind für die Diagnosegruppen Arthrose, Krankheiten der Wirbelsäule und des Rückens sowie Herzinsuffizienz zu sehen. Hier addieren sich Alterungs- und Risikoeffekte zu einer Gesamtsteigerung der Behandlungszahlen von 40 % und mehr.
  • Die Effekte der Alterung überkompensieren die fallzahlsenkenden Wirkungen der Risikoverringerung (Lungenkrebs und Prostatakarzinom), so dass leichte Anstiege der Behandlungszahlen von rund 5 % auftreten.
  • Die Effekte der Risikoverringerung überkompensieren die Alterungseffekte (ischämische Herzkrankheit, zerebrovaskuläre Krankheiten, Darmkrebs, Mammakarzinom). Im Ergebnis gab es deutliche Rückgänge von bis zu 41 %.

Diskussion

Die demografische Alterung mit ihren wellenartigen Altersstrukturänderungen zieht Änderungen in den Behandlungszahlen nach sich. Grafik 1 zeigt, wie bestimmte Geburtsjahrgänge Gipfel und Dellen erzeugen, die durch die Altersstruktur der Krankenhausfälle hindurchwandern. So verursachen beispielsweise die geburtenstarken Jahrgänge nach 1933 den Gipfel im Jahr 2000 in der Altersgruppe 60–65 Jahre und 2009 in der Altersgruppe 70–75 Jahre.

Die Veränderung der Behandlungszahlen im untersuchten Zeitraum wurde mittels Indexzerlegung in zwei Faktoren zerlegt: in einen altersstrukturell bedingten Faktor und in einen, der die Effekte des „Risikos“ benennt, mit einer bestimmten Diagnose stationär behandelt zu werden. Beide Faktoren können jeweils fallzahlerhöhende und -senkende Effekte haben.

Für die Diagnosegruppen Krankheiten der Wirbelsäule und des Rückens sowie Herzinsuffizienz wurden starke Anstiege der Fallzahlen beobachtet. Möglicherweise sind diese Anstiege das Ergebnis steigender Prävalenzen. So wird in den USA bezüglich der Herzinsuffizienz von einer Epidemie gesprochen (5, 6); die Fallzahlen mit der Diagnose Herzinsuffizienz (Haupt- oder Nebendiagnose) haben sich dort zwischen 1979 und 2004 verdreifacht (7).

Der starke Alterungseffekt bei Herzinsuffizienz vor allem bei Männern wird begleitet von einem hohen Durchschnittsalter. Dieses korrespondiert mit Befunden aus Analysen von Krankenhauspatienten in anderen Ländern (710). Die Ursache für den Alterungseffekt liegt in den Geburtsjahrgängen 1919 bis 1930. Sie sind jenseits des Alters von 60 Jahren, ab dem das Risiko einer Erkrankung an Herzinsuffizienz sich mit jeder Altersdekade verdoppelt (11) und das Risiko einer nachfolgenden Krankenhausbehandlung deutlich anzusteigen beginnt (12). In Deutschland fehlt in diesen Jahrgängen ein beträchtlicher Teil von Männern, die im Zweiten Weltkrieg gefallen sind (Tabelle 1). Ihr Bevölkerungsanteil wird immer kleiner, sie werden von Geburtsjahrgängen ersetzt, die sukzessive weniger von dieser Problematik betroffen sind.

Insgesamt kumulieren bei der Diagnose Herzinsuffizienz die Effekte der demografischen Alterung und des gestiegenen Risikos einer Krankenhausbehandlung.

Der starke Anstieg der Fallzahlen mit der Diagnose Krankheiten der Wirbelsäule und des Rückens wird nur geringfügig von der Alterung verursacht. Hierfür ist vielmehr das gestiegene Risiko einer Krankenhausbehandlung mit dieser Diagnose die Ursache. Eine Studie aus den USA zeigt steigende Prävalenzen in der Bevölkerung (13). Steigende Prävalenzraten könnten auch für Deutschland eine Erklärungsmöglichkeit für das gestiegene Risiko einer Krankenhausbehandlung sein. Die Diagnosegruppe Arthrose umfasst hauptsächlich die Arthrose des Knie- und des Hüftgelenks, deren Anstieg offenbar Ausdruck der gestiegenen Implantationen einer Endoprothese am Knie- respektive am Hüftgelenk ist (Tabelle 3).

Operationen zur Implantation einer Knie- oder Hüftgelenkendoprothetik
Operationen zur Implantation einer Knie- oder Hüftgelenkendoprothetik
Tabelle 3
Operationen zur Implantation einer Knie- oder Hüftgelenkendoprothetik

Die Konstanz der Behandlungsfallzahlen mit der Diagnose Prostatakarzinom ist nur eine scheinbare, wie der Blick auf die Indexzerlegung zeigt. Das Risiko einer Krankenhausbehandlung war rückläufig, während von der Alterung fallzahlerhöhende Effekte ausgingen. Dieser Effekt wird von anderen Altersgruppen verursacht als bei der Herzinsuffizienz, steigt doch das Risiko eines Prostatakarzinoms bereits ab der Altersgruppe 55 bis 59 Jahre deutlich an (14). Dieses Alter wurde im Analysezeitraum von den Geburtsjahrgängen 1934–1944 erreicht, die stärker besetzt sind als die vorhergehenden und die nachfolgenden Jahrgänge, und somit die Fallzahlen ansteigen ließen.

Die Entwicklung der Fallzahlen mit der Diagnose ischämische Herzkrankheiten wird von gegenläufigen Trends dominiert: Ein alterungsbedingter Anstieg wird überkompensiert vom risikobedingten Rückgang der Fallzahlen. In den USA ist ein Rückgang der Inzidenz des akuten Myokardinfarkts beobachtet worden (15), der im Zeitraum 1998 bis 2008 insgesamt 24 % beträgt. Aus Großbritannien werden ebenfalls sinkende Inzidenzraten berichtet (e2). Grund dafür sind, ähnlich wie für die sinkende Mortalität (e3), Verbesserungen der kardiovaskulären Risikofaktoren (16). Die Hospitalisierungsraten wegen akutem Myokardinfarkt in den USA sinken seit Mitte der 1990er Jahre (17). Die Diagnosegruppe ischämische Herzkrankheiten umfasst mehr als nur Myokardinfarkte, die weiteren Diagnosen dieser Diagnosegruppe sind aber ebenfalls Manifestationen derselben Grunderkrankung, der Arteriosklerose der Herzkranzgefäße. Die Anzahl der Entlassungen von Patienten aus dem Krankenhaus nach einem Kurzaufenthalt mit der Hauptdiagnose ischämische Herzkrankheit reduzierte sich in den USA von 1997 bis 2007 um 26 % (18).

Es lässt sich feststellen, dass Mortalität, Inzidenzraten und nachfolgend Behandlungsraten in den USA und Großbritannien seit weit über zehn Jahren sinken. Für Deutschland sind Analysen dieser Art mit Ausnahme einer Mortalitätsanalyse (e4) nicht bekannt. Es ist anzunehmen, dass die grundlegenden Trends in Deutschland ähnlich sind. Insofern würde der Rückgang der Fallzahlen mit der Diagnose ischämische Herzkrankheiten ebenfalls einen Rückgang der Inzidenzen (zumindest teilweise) widerspiegeln.

Ein ähnliches Bild ergibt sich bei den zerebrovaskulären Krankheiten. Sinkende Mortalitäts- und Inzidenzraten wurden für mehrere Länder berichtet (1922), ebenso sinkende Behandlungsraten in Krankenhäusern (18, 19, 23, 24).

Das Risiko einer Krankenhausbehandlung mit einer bestimmten Diagnose kann, wie oben ausgeführt, nicht nur von der Inzidenzentwicklung abhängig sein, sondern auch von anderen Faktoren, wie am Beispiel der zerebrovaskulären Krankheiten gezeigt werden kann. Ein solcher Faktor sind die DRG-Einführung und die damit verbundenen Änderungen im Kodierverhalten.

Wichtigste Krankheit dieser Diagnosegruppe ist der Schlaganfall, der mit mehreren ICD-Kodes verschlüsselt werden kann. Im Jahr 2000 entfielen von den 391 000 Fällen mit der Diagnose zerebrovaskuläre Krankheiten in der stationären Versorgung 136 000 auf den Kode „Hirninfarkt“ (I63) und 112 000 auf den Kode „Schlaganfall, nicht als Blutung oder Infarkt bezeichnet“ (I64). Das sind zusammen 63 % der übergeordneten Diagnosegruppe I60–I69. In DRG-Kodierhinweisen heißt es zum Schlaganfall, dass der Kode I64 nur zu verwenden ist, wenn keiner der anderen Kodes I60 bis I63 anwendbar ist (e5). Dieses wurde in der Versorgungspraxis sukzessive umgesetzt, wie die Entwicklung der altersstandardisierten Behandlungsraten der beiden wichtigsten Diagnosen I63 und I64 zeigt (Grafik 2). Die Behandlungsraten der mit I64 kodierten Fälle nehmen deutlich ab, im Gegenzug steigen die mit der Diagnose I63. Hier haben also „Verschiebungen“ von einem ICD-Kode in einen anderen stattgefunden.

Altersstandardisierte Behandlungsraten für die Diagnosen ICD-10 I63 und I64, 2000–2009 (Behandlungsfälle je 100 000 der Bevölkerung, altersstandardisiert, alte Europastandardbevölkerung)
Altersstandardisierte Behandlungsraten für die Diagnosen ICD-10 I63 und I64, 2000–2009 (Behandlungsfälle je 100 000 der Bevölkerung, altersstandardisiert, alte Europastandardbevölkerung)
Grafik 2
Altersstandardisierte Behandlungsraten für die Diagnosen ICD-10 I63 und I64, 2000–2009 (Behandlungsfälle je 100 000 der Bevölkerung, altersstandardisiert, alte Europastandardbevölkerung)

Eine besondere Konstellation ist bei den Behandlungsfällen mit der Diagnose Lungenkrebs zu beobachten, wenn geschlechtsspezifisch analysiert wird. Für beide Geschlechter gibt es fallzahlerhöhende Alterungseffekte. Hier wirkt sich aus, dass die geburtenstarken Jahrgänge 1934 bis 1944 im Analysezeitraum das Alter mit dem höchsten Risiko einer Krankenhausbehandlung mit der Diagnose Lungenkrebs erreicht haben (65–80 Jahre). Dieses Risiko hat sich bei Frauen und bei Männern in unterschiedlichem Maße verändert. Während es bei Männern stark gesunken ist, ist es bei Frauen gestiegen. Dieser Befund korrespondiert mit sinkenden Inzidenzraten für Lungenkrebs bei Männern und steigenden bei Frauen (25). Diese gegenläufige Entwicklung lässt sich als Folge länger zurückliegender Veränderungen im Rauchverhalten erklären (e6, e7).

Der Rückgang der Fallzahlen mit einer Darmkrebsdiagnose resultiert aus dem sinkenden Risiko einer Krankenhausbehandlung. Letzteres ist eine parallele Entwicklung zur (altersstandardisierten) Neuerkrankungsrate mit Darmkrebs, die zwar in den letzten Jahren des 20. Jahrhunderts angestiegen, seitdem aber rückläufig ist (14). Die Alterung kompensiert einen Teil dieses Rückgangs.

Die Entwicklung beim Mammakarzinom ist ähnlich. Die Risikoreduktion, die beispielsweise auch für die Schweiz beschrieben wurde (e8), wird von der Alterung teilweise ausgeglichen.

Limitationen

Bei der Interpretation ist zu beachten, dass Veränderungen der Behandlungszahlen nicht zwangsläufig Veränderungen von Inzidenz oder Prävalenz auf Bevölkerungsebene reflektieren. Patienten können mehrfach innerhalb eines Kalenderjahres im Krankenhaus behandelt werden. Die angeführten Analysen verschiedener Krankheitsentitäten zeigen jedoch, dass mittels der Krankenhausdiagnosestatistik Trends der stationären Versorgung identifiziert werden können, die mit Trends auf Bevölkerungsebene korrespondieren.

Zusammenfassung

Die alterungsbedingten Veränderungen der Fallzahlen sind insbesondere von den geburtenstarken Jahrgängen 1934–1944 (Diagnosegruppen ischämische Herzkrankheit, Lungenkrebs, Darmkrebs und Arthrose) sowie den Jahrgängen 1948–1958 bestimmt, zwischen denen sich geburtenschwache Jahrgänge (19451947) befinden (Diagnosegruppen zerebrovaskuläre Krankheiten, Prostatakarzinom und Mammakarzinom). Die Jahrgänge, die nach dem ersten Weltkrieg geboren wurden, haben die Entwicklung bei der Herzinsuffizienz stark beeinflusst.

Die stärkeren Alterungseffekte bei Männern haben ihre Ursache vor allem darin, dass die Generation, in der eine große Geschlechterdisproportion infolge der Gefallenen des zweiten Weltkrieges existiert, langsam abstirbt. Damit gewinnen die nachfolgenden Jahrgänge, bei denen das Geschlechterverhältnis ausgeglichener ist, bei Männern stärker an Gewicht als bei Frauen. Ein weiterer Grund besteht im stärkeren Anstieg der Lebenserwartung der Männer in den letzten Jahren (e9).

Die durch die Alterung bedingten Veränderungen der Krankenhausfallzahlen können also bestimmten Altersgruppen und damit bestimmten Geburtsjahrgängen zugeordnet werden. So hat die wellenartige Veränderung der Altersstruktur, also die Abfolge der „Wellenberge“ und „Wellentäler“, zeitlich differenzierte Wirkungen für die stationäre Versorgung generiert. Es ist davon auszugehen, dass die demografische Alterung in Zukunft ebenfalls zeitlich gestaffelte Wirkungen auf Behandlungszahlen in der stationären Versorgung verschiedener chronischer Krankheiten entfalten wird. Zudem wurde ersichtlich, dass sich in den vergangenen Jahren das Risiko einer Krankenhausbehandlung je nach Diagnosegruppe deutlich verändert hat.

Prognosen der künftigen Entwicklung von Krankenhausbehandlungen sollten demzufolge sowohl demografische Alterung als auch mögliche Risikoänderungen berücksichtigen. Viele Prognosen im Gesundheitsbereich basieren ausschließlich auf der demografischen Alterung (für eine ausgewählte Zusammenstellung vergleiche [e10]). Die Berücksichtigung von möglichen Risikoänderungen stellt an die Erarbeitung von Prognosen hingegen höhere Anforderungen und macht sie aufwendiger. Der vorgelegte Beitrag versteht sich auch als Vorarbeit solcher Prognosen.

Interessenkonflikt Der Autor erklärt, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Manuskriptdateneingereicht: 27. 6. 2011, revidierte Fassung angenommen: 25. 10. 2011

Anschrift für die Verfasser
Dipl. oec. Enno Nowossadeck
Abt. für Epidemiologie und Gesundheitsberichterstattung
Robert Koch-Institut
General-Pape-Straße 62–66
13302 Berlin
NowossadeckE@rki.de

Summary

Population Aging and Hospitalization for Chronic Disease in Germany

Background: The population of Germany is aging, i.e., the elderly currently make up an increasing percentage of the population from year to year. Furthermore, many common chronic diseases mainly affect the elderly. For these two reasons, the overall cost of health care in Germany is expected to increase. We studied the effect that population aging has had on the number of hospitalizations for major types of chronic disease in Germany since the year 2000.

Methods: This study is based on nationwide hospitalization statistics, classified by diagnosis, that were published by the German Federal Statistical Office. We analyzed data for three classes of diagnoses— malignant neoplasia, cardiovascular diseases, and diseases of the musculoskeletal system and connective tissue—which were further broken down into nine diagnostic subgroups. Changes in inpatient case numbers might be due either to population aging or to changing rates of hospitalization for individual diagnoses. We used index decomposition analysis to determine the relative influence of these two factors on changing case numbers.

Results: The author found that the aging of the population increased the number of hospitalizations for all of the diagnoses studied. This was particularly evident with respect to the large birth cohorts born in the 1920s (with the diagnosis of congestive heart failure) and in the period 1934–1944 (with the diagnoses ischemic heart disease, lung cancer, colon cancer, and osteoarthritis). On the other hand, changing rates of hospitalization for individual diagnoses increased the number of hospitalizations for some diagnoses (congestive heart failure, diseases of the spine and back) and decreased it for others (ischemic heart disease, cerebrovascular diseases, colon cancer, breast cancer).

Conclusion: The aging of the population and the changing rates of hospitalization for various diagnoses are exerting separate effects on the number of hospitalizations for chronic diseases in Germany. Predictions of hospital case numbers in the future must take both factors into account.

Zitierweise
Nowossadeck E: Population aging and hospitalization for chronic disease in Germany. Dtsch Arztebl Int 2012; 109(9): 151–7.
DOI: 10.3238/arztebl.2012.0151

@Mit „e“ gekennzeichnete Literatur:
www.aerzteblatt.de/lit0912

eKasten und eTabelle:
www.aerzteblatt.de/12m0151

The English version of this article is available online:
www.aerzteblatt-international.de

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Zahl der Krankenhausbehandlungen (A00–T98) 2000 und 2009 nach Altersgruppen, Männer
Zahl der Krankenhausbehandlungen (A00–T98) 2000 und 2009 nach Altersgruppen, Männer
Grafik 1
Zahl der Krankenhausbehandlungen (A00–T98) 2000 und 2009 nach Altersgruppen, Männer
Altersstandardisierte Behandlungsraten für die Diagnosen ICD-10 I63 und I64, 2000–2009 (Behandlungsfälle je 100 000 der Bevölkerung, altersstandardisiert, alte Europastandardbevölkerung)
Altersstandardisierte Behandlungsraten für die Diagnosen ICD-10 I63 und I64, 2000–2009 (Behandlungsfälle je 100 000 der Bevölkerung, altersstandardisiert, alte Europastandardbevölkerung)
Grafik 2
Altersstandardisierte Behandlungsraten für die Diagnosen ICD-10 I63 und I64, 2000–2009 (Behandlungsfälle je 100 000 der Bevölkerung, altersstandardisiert, alte Europastandardbevölkerung)
Demografische Wellen
Demografische Wellen
Tabelle 1
Demografische Wellen
Indexzerlegung stationäre Versorgung ausgewählter chronischer Krankheiten 2000–2009, beide Geschlechter
Indexzerlegung stationäre Versorgung ausgewählter chronischer Krankheiten 2000–2009, beide Geschlechter
Tabelle 2
Indexzerlegung stationäre Versorgung ausgewählter chronischer Krankheiten 2000–2009, beide Geschlechter
Operationen zur Implantation einer Knie- oder Hüftgelenkendoprothetik
Operationen zur Implantation einer Knie- oder Hüftgelenkendoprothetik
Tabelle 3
Operationen zur Implantation einer Knie- oder Hüftgelenkendoprothetik
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Methodik
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Methodik
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