ArchivDeutsches Ärzteblatt9/2012Ärztinnen: Karrierechancen von Frauen stagnieren

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Ärztinnen: Karrierechancen von Frauen stagnieren

Dtsch Arztebl 2012; 109(9): A-398 / B-344 / C-340

Hillienhof, Arne

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Ärztinnen in der Weiterbildung: Wer sich für Kinder entscheidet, hat beruflich häufig Nachteile. Foto: Fotolia
Ärztinnen in der Weiterbildung: Wer sich für Kinder entscheidet, hat beruflich häufig Nachteile. Foto: Fotolia

Die Chancen von Frauen in der fachärztlichen Weiterbildung sind nicht gestiegen. Das wurde auf einer Tagung des Projekts „Karriereverläufe von Ärztinnen und Ärzten in der fachärztlichen Weiterbildung“ (KarMed) in Hamburg deutlich. „Wir stellen immer wieder fest, dass Ärztinnen – insbesondere mit Kindern – kaum eine Chance haben, an die Spitze zu gelangen“, sagte Projektleiter Prof. Dr. med. Hendrik van den Bussche. Die Wissenschaftler hatten vorher jährlich mehr als 1 000 Absolventen des Medizinstudiums befragt. Hinzu kamen Interviews und Gruppendiskussionen mit Ärztinnen, Ärzten und Ärzteehepaaren.

Die Tagung wurde vom Deutschen Ärztinnenbund (DÄB) in Kooperation mit dem Institut für Allgemeinmedizin des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf und dem Zentrum für Frauen- und Geschlechterforschung der Universität Leipzig durchgeführt. Das Fazit: Für Ärztinnen ist es oft schwierig, ihre Weiterbildung erfolgreich zu absolvieren, voll berufstätig zu sein und leitende Positionen einzunehmen. „Dies ist speziell für Ärztinnen mit Kindern ein ungelöstes Problem“, betonte van den Bussche. Die Krankenhäuser müssten ihre Arbeitsbedingungen ändern, die Ärztekammern ihre Weiterbildungskonzepte überprüfen.

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,„Die Tagung hat beeindruckend gezeigt, wie sich das Berufsbild der Ärztin wandelt und dass die Chancen für Ärztinnen, berufstätig zu sein und Karriere zu machen, bei gleichbleibenden Rollenzuweisungen nach wie vor stagnieren“, sagte die Präsidentin des DÄB, Dr. med. Regine Rapp-Engels. hil

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Irobri
am Donnerstag, 29. März 2012, 11:45

Tun wir Frauen etwas Gutes, wenn wir Sie in der "Rush hour des Lebens" in die Karriere treiben?

In Sinne der Wahlfreiheit, sein Leben so gestalten zu können, wie man es erstrebt, ist es sicher zu beklagen, wenn Frauen trotz gleicher Qualifikation seltener an Spitzenpositionen kommen. Allerdings haben Frauen, gerade Ärztinnen, häufig ein klares Gefühl für die Bedeutung, die Zuwendung und Zeit für die gesunde seelische Entwicklung ihrer Kinder spielen.
Da die ärztliche Weiterbildung in die Jahre fällt, in denen hoffentlich auch viele Kolleginnen sich trauen, Kinder in die Welt zu setzen, müssen viel mehr Strukturen flexibel gestaltet werden, damit die Mütter - und auch Väter! - ihre Weiterbildung unterbrechen und dann in Teilzeit absolvieren können, bis die Kinder größer sind. Auch sollten Berufungen auf Universitätsprofessuren und Chefarztpositionen nicht auf "35Jährige mit 20 Jahren Berufserfahrung" ausgerichtet werden, sondern die Lebenserfahrung von Kollegen wertschätzen, die durch ihre Familienphase mehr gelernt haben als ganz junge Karrieristen.
"Voll berufstätig ... leitende Positionen einzunehmen" kann nicht das Ziel beider Eltern in einer Familie mit Kindern sein!!
In einer alternden Gesellschaft habe ich keine Angst, nach der Zeit unserer Kinder noch lange genug in meinem geliebten Arztberuf tätig sein zu dürfen!!
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