ArchivDeutsches Ärzteblatt9/2012Psychotherapie für Kinder: Ab 2013 vermutlich mehr Praxissitze

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Psychotherapie für Kinder: Ab 2013 vermutlich mehr Praxissitze

Dtsch Arztebl 2012; 109(9): A-394 / B-342 / C-338

JW

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Etwa 180 neue Sitze könnten im Bereich der Psychotherapie für Kinder und Jugendliche entstehen. Foto: picture alliance
Etwa 180 neue Sitze könnten im Bereich der Psychotherapie für Kinder und Jugendliche entstehen. Foto: picture alliance

Das Angebot an Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie kann sich aufgrund eines Beschlusses des Gemeinsamen Bundes­aus­schusses (G-BA) von 2013 an vergrößern. Nach Berechnungen der Bundes­psycho­therapeuten­kammer (BPtK) könnten knapp 180 zusätzliche Praxissitze in diesem Bereich entstehen. Grund dafür ist eine geänderte Berechnung der Mindestquote für ambulante Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie. Die Quotenregelung sieht vor, dass in jedem Planungsbereich ein bestimmter Anteil der Sitze Leistungserbringern vorbehalten wird, die ausschließlich Minderjährige versorgen.

Für Kinder- und Jugendlichen-psychotherapeuten, die über eine weitere Zulassung zur Behandlung von Erwachsenen verfügen, wurde bislang im Rahmen der Bedarfsplanung angenommen, dass sie in der Hälfte ihrer Arbeitszeit Minderjährige behandeln. „Jetzt hat eine Auswertung der Abrechnungsdaten gezeigt, dass nur knapp zehn Prozent dieses Ziel erreichen“, monierten die Patientenvertreter im G-BA. „Mehr noch: Mehr als 40 Prozent dieser Leistungserbringer mit einer Doppelzulassung behandeln nur zu höchstens zehn Prozent auch Kinder und Jugendliche.“ Die rein statistische Anrechnung von Versorgungskapazitäten müsse enden, verlangte Ilona Köster-Steinebach vom Verbraucherzentrale-Bundesverband.

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Der von den Patientenvertretern erfolgreich eingebrachte Antrag bewirkt, dass Therapeuten mit einer doppelten Zulassung bei der Berechnung der Quote nur noch dann mit erfasst werden, wenn sie mindestens zu 90 Prozent Kinder und Jugendliche behandeln. „Aus unserer Sicht hätten die zusätzlichen Praxissitze schon seit 2009 für die Versorgung zur Verfügung stehen müssen“, kritisierte der Präsident der BPtK, Prof. Dr. Rainer Richter. Damals war eine Mindestquote von 20 Prozent für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie eingeführt worden, um die Versorgung zu verbessern. JW

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