ArchivDeutsches Ärzteblatt9/2012Delegation ärztlicher Leistung: Spitzenverbände formulieren Kernforderungen

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Delegation ärztlicher Leistung: Spitzenverbände formulieren Kernforderungen

Gerst, Thomas

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Die Leistungsdelegation an nichtärztliche Mitarbeiter muss vollständig in der Verantwortung des Arztes bleiben – dies ist das Fazit einer gemeinsam von den ärztlichen Spitzenverbänden Deutschlands unterzeichneten Resolution. Die Verbände waren auf Einladung der Bundesärztekammer am 23. Februar in Berlin zur Erörterung dringender gesundheitspolitischer Probleme zusammengekommen.

Die demografische Entwicklung führe zwar zu einem zunehmenden Koordinierungs- und Kooperationsbedarf bei der Patientenbetreuung, heißt es in der Resolution, dabei dürfe aber nicht die ärztliche ganzheitliche Sicht auf die zu behandelnden Menschen verloren gehen. Deshalb sprechen sich die Unterzeichner der Resolution gegen eine pauschale oder allein leistungsbezogene Delegation an nichtärztliche Mitarbeiter aus. Vielmehr müssten die sich beim Patienten jeweils individuell ergebende Indikationsstellung, die berufsgruppenspezifische Qualifikation des nichtärztlichen Mitarbeiters und das Versorgungsumfeld des Patienten berücksichtigt werden. Gesetzgeber und Selbstverwaltung werden aufgefordert, die Vorgaben für das Zusammenwirken von Ärzten und nichtärztlichen Gesundheitsberufen im Sinne des Facharztstandards zu gestalten und „eine ärztliche Kompetenz ausschließende Medizinsubstitution nicht zuzulassen“.

Heftige Kritik an der Resolution der ärztlichen Spitzenverbände kommt vom Deutschen Pflegerat (DPR). Es entstehe hier der Eindruck, „dass lediglich ein Monopol und Privilegien verteidigt werden sollen, die sich längst überholt haben“. Gerade diejenigen Länder, in denen es eine sinnvolle Aufgabenteilung zwischen den Gesundheitsprofessionen gebe, die auf Partnerschaftlichkeit und nicht auf Hierarchie beruhe, würden bei den Gesundheitskennzahlen an der Spitze liegen, kritisierte DPR-Präsident Andreas Westerfellhaus. TG

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