ArchivDeutsches Ärzteblatt10/2012Pathologisches Glücksspielen

MEDIZIN: Übersichtsarbeit

Pathologisches Glücksspielen

Prävalenz, Komorbidität, Diagnose und Hilfsangebote in Deutschland

Pathological Gambling—Prevalence, Diagnosis, Comorbidity, and Intervention in Germany

Dtsch Arztebl Int 2012; 109(10): 173-9; DOI: 10.3238/arztebl.2012.00173

Erbas, Beate; Buchner, Ursula G.

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Hintergrund: Die Zahl pathologischer Glücksspieler, die sich in ambulanter oder stationärer Behandlung befanden, stieg in der Vergangenheit kontinuierlich an – eine Trendwende ist nicht zu erwarten. Schätzungen gehen derzeit von 103 000 bis 290 000 Betroffenen in Deutschland aus. Dies entspricht einem Anteil von 0,2–0,6 % in der Bevölkerung. In vielen Fällen geht die Spielsucht mit weiteren psychischen Erkrankungen einher. Die Kenntnis der Begleiterkrankungen soll den behandelnden Arzt zu gezieltem Nachfragen bezüglich des Spielverhaltens führen, um so die Chancen für eine Früherkennung zu erhöhen.

Methoden: Die vorliegende Arbeit basiert auf einer Auswertung von Sekundärdaten der Deutschen Rentenversicherung und der Krankenhausstatistik des Statistischen Bundesamts. Ferner erfolgte eine selektive Literaturrecherche zu Komorbidität und Hilfsangeboten.

Ergebnisse: Die Zahl der stationären Behandlungen von pathologischen Glücksspielern hat sich von 2000 bis 2010 verdreifacht. Männer sind mit 70–80 % deutlich häufiger betroffen als Frauen. Mehr als 90 % der Patienten weisen weitere Erkrankungen auf, wobei für 40 % sogar fünf verschiedene Diagnosen festgestellt wurden. Mit einfachen Instrumenten ist pathologisches Spielen auch im Praxisalltag leicht zu diagnostizieren.

Schlussfolgerung: Verglichen mit der Gesamtzahl der pathologischen Spieler befindet sich, ähnlich wie bei Alkoholabhängigen, nur ein Bruchteil der Betroffenen in Behandlung. Fortbildungen für Ärzte sowie gezielte Früherkennungsmaßnahmen können dazu beitragen, mehr Betroffenen als bisher adäquate Hilfsangebote zukommen zu lassen.

LNSLNS

Die Zahl von Patienten, die wegen einer Glücksspielsucht eine ambulante oder stationäre Behandlung in Anspruch nahmen, ist in den vergangenen zehn Jahren kontinuierlich angestiegen. Mit Glücksspielsucht wird die ICD-10-Diagnose „Pathologisches Spielen“ (F63.0) umgangssprachlich bezeichnet. Hauptmerkmal ist häufiges und wiederholtes Glücksspiel, Zitat: „das die Lebensführung des betroffenen Patienten beherrscht und zum Verfall der sozialen, beruflichen, materiellen und familiären Werte und Verpflichtungen führt“ (e1). Glücksspiel stellt analog zum Gebrauch psychotroper Substanzen eine effektive, aber unzureichende Strategie zur Verarbeitung von Stress oder Belastungen dar (1). Bildgebende Verfahren zeigen, dass sich Personen mit substanzbezogenen Störungen und pathologische Spieler in den Mustern der zentralnervösen Verstärkermechanismen ähneln (2). Viele Betroffene kommen aufgrund ihrer psychischen Begleiterkrankungen in medizinische Behandlung, ohne dass dabei das pathologische Spielen zur Sprache kommt. Ziel muss sein, möglichst viele pathologische Spieler im klinischen Alltag zu erkennen und frühzeitig in Behandlung zu bringen.

Nach einem Exkurs zu den rechtlichen Rahmenbedingungen werden im Folgenden diagnostische Kriterien sowie ein Kurzscreening für den Praxisalltag dargestellt. In diesem Zusammenhang werden unterschiedliche Spielertypen und häufige Spielermerkmale aufgezeigt. Begleitend informieren aufbereitete Sekundärdaten über die Entwicklung der Behandlungsprävalenz. Im Anschluss werden häufig anzutreffende Begleiterkrankungen vorgestellt. Diese Erkenntnisse sollen dem behandelnden Arzt die Früherkennung erleichtern. Abschließend wird das Hilfsangebot für Betroffene kurz skizziert.

Rechtliche Grundlagen

In Deutschland ist Glücksspiel als demeritorisches Gut grundsätzlich nach § 284 ff. Strafgesetzbuch verboten. Um ein legales Spiel zu ermöglichen, sind öffentlich veranstaltete und konzessionierte Spiele von diesem Verbot ausgenommen und werden über den Staatsvertrag zum Glücksspielwesen in Deutschland (e2) – den Glücksspielstaatsvertrag (GlüStV) – geregelt. Ein wesentliches Ziel des GlüStV ist der Spielerschutz (§ 1 GlüStV). Allerdings wird nach aktueller Rechtsprechung das Spiel in Spielhallen über die Gewerbeordnung (GewO; [e3]) beziehungsweise die Spielverordnung (SpielVO; [e4]) geregelt. Die Automaten werden dabei als „Spielgeräte mit Gewinnmöglichkeit“ (§ 33 c GewO) bezeichnet. Eine Auswirkung dieser Unterscheidung ist, dass sich pathologische Spieler lediglich bei staatlichen Lotterien sowie in Spielbanken sperren lassen können, nicht aber in Spielhallen.

Diagnostik und Screeninginstrumente

Derzeit ist pathologisches Glücksspielen (PG) in den Diagnosemanualen ICD-10 (e1) und DSM-IV (e5) als Impulskontrollstörung eingeordnet. Allerdings gibt es Hinweise darauf, PG künftig als „nichtstoffgebundene Abhängigkeit“ einzustufen (e1) (Tabelle 1).

Kurzdarstellung der diagnostischen Kriterien „Pathologisches Glücksspielen“ nach DSM-IV (e5) und ICD-10 (e1) im Vergleich
Kurzdarstellung der diagnostischen Kriterien „Pathologisches Glücksspielen“ nach DSM-IV (e5) und ICD-10 (e1) im Vergleich
Tabelle 1
Kurzdarstellung der diagnostischen Kriterien „Pathologisches Glücksspielen“ nach DSM-IV (e5) und ICD-10 (e1) im Vergleich

Für PG wichtige Differenzialdiagnosen sind Spielen im Rahmen von manischen Episoden sowie Probleme mit dem Spielen bei einer dissozialen Persönlichkeitsstörung. Zudem wird PG von sozialem und professionellem Spielen abgegrenzt.

In der Praxis eignet sich bei Verdachtsfällen der Einsatz eines kurzen Screeninginstruments. Mit drei Fragen kann der behandelnde Arzt anhand des Brief Biosocial Gambling Screen (BBGS) prüfen, ob in den vergangenen zwölf Monaten PG vorlag (3). Der Fragebogen basiert auf einer Sekundäranalyse einer großen US-amerikanischen Bevölkerungsstudie. In einer stufenweisen Diskriminanzanalyse wurden die diagnostischen Kriterien ermittelt, die pathologische Spieler von Gesunden unterscheiden. Dabei weist der BBGS eine hohe Sensitivität sowie Spezifität auf, allerdings liegt derzeit noch keine deutsche Validierung vor (Kasten 1).

Brief Biosocial Gambling Screen (BBGS)
Brief Biosocial Gambling Screen (BBGS)
Kasten 1
Brief Biosocial Gambling Screen (BBGS)

Zur ausführlichen Diagnostik gibt es eine Vielzahl an Instrumenten, wobei sich in Deutschland noch kein einheitlicher Standard durchgesetzt hat. So eignet sich beispielsweise der Kurzfragebogen zum Glücksspielverhalten (KFG) von Petry und Baulig (e6) oder der South Oaks Gambling Screen (SOGS) von Lesieur und Blume (e7), der auch von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) für Repräsentativbefragungen eingesetzt wird (4, e8). Allerdings wird mit dieser Methode der Anteil an pathologischen Spielern in der Allgemeinbevölkerung überschätzt, da dieser Fragebogen ursprünglich für den Einsatz im klinischen Setting entwickelt wurde (5). Deswegen bietet sich die Kriterienliste nach Stinchfield (5) an, die die derzeitigen diagnostischen Kriterien in 19 Fragen aufschlüsselt. Diese ist als Selbsttest in deutscher Übersetzung bei der Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern im Rahmen des Praxishandbuch Glücksspiel (6) kostenfrei zum Herunterladen erhältlich (www.lsgbayern.de/fileadmin/user_upload/lsg/Praxishandbuch_neu/36_Selbsttest_Gluecksspielsucht.pdf).

Spielertypen und -merkmale

Neben der Diagnostik sind für den Praktiker weitere Merkmale relevant: So spielen unter anderem biologische und kognitive Einflussfaktoren bei der Entwicklung vom sozialen zum pathologischen Spieler eine Rolle (Übersicht bei [e9]). Dies hat auch Auswirkungen auf die Behandlungsmotivation oder das notwendige -setting. Blaszczynski und Nower leiten aus vorliegenden Studien zu Einflussfaktoren drei unterschiedliche Spielertypen (7) ab (Kasten 2), die sich auch in einer aktuellen Metaanalyse (8) bestätigen ließen. Bei Betrachtung der pathologischen Spieler zeigen sich geschlechtsspezifische Unterschiede: 70–80 % aller Betroffenen sind männlich (9). In der Beratung/Behandlung sind Frauen mit knapp 10 % in ambulanten Beratungsstellen unterrepräsentiert (e10). Stationär behandelte pathologische Glücksspielerinnen berichten im Vergleich zu männlichen Spielern signifikant häufiger über Traumatisierungen in Kindheit und Jugend wie schwere und fortgesetzte Vernachlässigungen (22 % Frauen versus 11 % Männer) sowie körperliche (29 % Frauen versus 16 % Männer) und sexuelle Misshandlungen (35 % Frauen versus 4 % Männer). Ebenso findet man signifikant häufiger Traumata im Erwachsenenalter wie Überfälle, Vergewaltigungen, lebensbedrohliche Unfälle (23 % Frauen versus 7 % Männer) sowie erlittene Gewalt in der Partnerschaft (15 % Frauen versus 1 % Männer) (10). Das Glücksspiel stellt für die Betroffenen eine Ablenkung zur kurzfristigen Symptomreduktion dar (10).

Spielertypen nach Blaszczynski und Nower (7)
Spielertypen nach Blaszczynski und Nower (7)
Kasten 2
Spielertypen nach Blaszczynski und Nower (7)

Prävalenz

Für Deutschland liegen derzeit sechs Studien mit Prävalenzschätzungen zu PG vor (4, 9, 11, 12, e8, e11): 103 000–290 000 Menschen sind danach spielsüchtig (4, 11), weitere 103 000–350 000 zeigen problematisches Spielverhalten (4, 12). Dies entspricht jeweils 0,2–0,6 % der Bevölkerung (12-Monats-Prävalenz).

2009 wurden laut Gesundheitsberichterstattung des Statistischen Bundesamts über die gesetzliche Kran­ken­ver­siche­rung 360 Patienten mit Erstdiagnose PG im Krankenhaus behandelt. Weitere 911 Patienten mit Erstdiagnose sowie 625 Patienten mit Nebendiagnose PG wurden über die Deutsche Rentenversicherung (DRV) stationär versorgt (e12). Bezüglich der ambulanten Behandlung ist die Datenlage sehr dünn. 2009 erhielten 33 Patienten mit Erst- sowie 28 Patienten mit Nebendiagnose PG eine ambulante Rehabilitation (e12). Für die Zahl der bei niedergelassenen psychologischen Psychotherapeuten behandelten Patienten liegt lediglich für Bayern eine Hochrechnung vor (13): Demnach befanden sich 2009 zwischen 150–500 pathologische Spieler in einer Psychotherapie. Im gleichen Jahr nahmen laut Deutscher Suchthilfestatistik (e10) – ohne Berücksichtigung von Einmalkontakten – bundesweit 6 090 Betroffene ambulante Betreuungsangebote in Anspruch.

Für das Jahr 2010 liegen lediglich Daten der DRV zur stationären Behandlung vor. Unter Berücksichtigung von Haupt- und Nebendiagnosen zeigt sich im Vergleich zum Vorjahr ein Anstieg um 29 %: 1 249 Patienten mit Erstdiagnose sowie 729 Patienten mit Nebendiagnose PG (F63.0) erhielten stationäre Leistungen (Grafik 1). Dabei lag der prozentuale Anteil der Frauen mit Erstdiagnose PG bei 10,9 %, mit Nebendiagnose PG bei 8,1 %.

Stationäre Leistungen zur medizinischen Rehabilitation und sonstige Leistungen zur Teilhabe für Erwachsene F63.0 (2000–2010); differenziert nach Geschlecht sowie nach Erst- und Nebendiagnose (Berechnung aus e12)
Stationäre Leistungen zur medizinischen Rehabilitation und sonstige Leistungen zur Teilhabe für Erwachsene F63.0 (2000–2010); differenziert nach Geschlecht sowie nach Erst- und Nebendiagnose (Berechnung aus e12)
Grafik 1
Stationäre Leistungen zur medizinischen Rehabilitation und sonstige Leistungen zur Teilhabe für Erwachsene F63.0 (2000–2010); differenziert nach Geschlecht sowie nach Erst- und Nebendiagnose (Berechnung aus e12)

Zwischen der Zahl der Betroffenen und dem Anteil, der eine Behandlung in Anspruch nimmt, klafft eine große Lücke: Von geschätzten 290 000 Betroffenen (4) kamen ohne Berücksichtigung der bei Psychotherapeuten Behandelten im Jahr 2009 knapp 7 400 Patienten mit Erstdiagnose PG in Suchthilfeeinrichtungen oder Kliniken in Beratung oder Behandlung. Dies entspricht 2,6 %.

Patientencharakteristika

Männer und Frauen unterscheiden sich nicht nur in ihren Prävalenzraten, sondern auch bezüglich der Altersverteilung: Betroffene Männer sind tendenziell jünger, ihr Altersgipfel liegt bei 30–39 Jahren. Betroffene Frauen sind im Schnitt 10 Jahre älter (e12).

93 % der Patienten (Grafik 2) weisen weitere Diagnosen in absteigender Reihenfolge vor allem aus folgenden Bereichen auf:

Anzahl an Diagnosen bei Patienten (n = 1 249), die im Jahr 2010 stationäre Leistungen zur medizinischen Rehabilitation und sonstige Leistungen zur Teilhabe für Erwachsene F63.0 (Erstdiagnose) bei der Deutschen Rentenversicherung (DRV) erhielten (Berechnung aus [e12])
Anzahl an Diagnosen bei Patienten (n = 1 249), die im Jahr 2010 stationäre Leistungen zur medizinischen Rehabilitation und sonstige Leistungen zur Teilhabe für Erwachsene F63.0 (Erstdiagnose) bei der Deutschen Rentenversicherung (DRV) erhielten (Berechnung aus [e12])
Grafik 2
Anzahl an Diagnosen bei Patienten (n = 1 249), die im Jahr 2010 stationäre Leistungen zur medizinischen Rehabilitation und sonstige Leistungen zur Teilhabe für Erwachsene F63.0 (Erstdiagnose) bei der Deutschen Rentenversicherung (DRV) erhielten (Berechnung aus [e12])
  • psychische und Verhaltensstörungen
  • Krankheiten des Verdauungssystems/Stoffwechsels
  • Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems/Bindegewebes
  • Krankheiten des Kreislauf- und Atmungssystems.

Frauen sind hinsichtlich der Anzahl der Nebendiagnosen stärker belastet als Männer. So beträgt der Anteil der Frauen mit fünf Nebendiagnosen 48 %, bei Männern sind es 39 %. Dabei können aufgrund des vorliegenden Datensatzes keine Aussagen über die Kombinationen der weiteren Diagnosen getroffen werden.

Komorbidität

Psychische und Verhaltensstörungen sind die häufigsten Begleiterkrankungen bei pathologischen Glücksspielern, die sich in Behandlung befinden (e12). Bei den diesbezüglich kodierten Nebendiagnosen (Mehrfachnennungen möglich) handelt es sich vorwiegend um weitere psychische Störungen (81 %). Zudem findet man alkoholspezifische Diagnosen (8 %) und Diagnosen aus dem Bereich Medikamente/Drogen (11 %).

Im Vergleich zu pathologischen Glücksspielern in der Allgemeinbevölkerung (e11) zeigen sich bei jenen in stationärer Behandlung (14) vermehrt Angststörungen und Nikotinmissbrauch/-abhängigkeit. Dagegen findet man bei pathologischen Glücksspielern in der Allgemeinbevölkerung häufiger Persönlichkeitsstörungen (Tabelle 2).

Lebenszeitprävalenz komorbider psychischer Störungen bei PG im Vergleich Allgemeinbevölkerung (e11) und klinische Stichprobe (14)
Lebenszeitprävalenz komorbider psychischer Störungen bei PG im Vergleich Allgemeinbevölkerung (e11) und klinische Stichprobe (14)
Tabelle 2
Lebenszeitprävalenz komorbider psychischer Störungen bei PG im Vergleich Allgemeinbevölkerung (e11) und klinische Stichprobe (14)

Affektive Störungen

Häufig treten PG und affektive Störungen gemeinsam auf: Bei mehr als der Hälfte der pathologischen Spieler wurde eine Depression diagnostiziert (e11). Zudem kommt es bei 32 % der Spieler in Behandlung zu Suizidgedanken und bei 17 % zu Suizidversuchen (e13). Einige Autoren postulieren, dass affektive Störungen als Folge von PG auftreten (14, 15). In anderen Studien findet man keine Unterschiede im Auftreten der affektiven Störungen vor beziehungsweise nach der Entwicklung von PG (e14). Dies könnte damit zusammenhängen, dass die oben genannten Spielertypen verschiedene Zeitpunkte des Auftretens depressiver Symptomatik zeigen: Bei „emotional verletzlichen Problemspielern“ liegen Depressionen bereits vor Einsetzen von PG vor, bei „Problemspielern mit konditioniertem Spielverhalten“ treten diese dagegen häufig als Folge von PG auf (7).

Angststörungen

Auch Angststörungen findet man bei PG gehäuft (14, 16). Diese bestehen meist bereits vor Beginn des PG (14) und erhöhen das Risiko, an PG zu erkranken (7). Dabei handelt es sich insbesondere um Panikstörungen (16).

Posttraumatische Belastungsstörung und Traumata

Bei pathologischen Spielern in der Allgemeinbevölkerung haben 15,5 % eine Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) (e11). Neben dem Vollbild einer PTBS zeigen sich hohe Traumatisierungsquoten: In einer Patientenstudie mit pathologischen Spielern berichten 64 % von emotionalen, 40,5 % von physischen und 24,3 % von sexuellen Traumata (17). Im Vergleich werden für die Allgemeinbevölkerung folgende Zahlen berichtet: 14,9 % emotionaler, 12,0 % körperlicher und 12,5 % sexueller Missbrauch in Kindheit und Jugend in verschiedenen Schweregraden (e15). Bei glücksspielenden Frauen in Behandlung liegen signifikant höhere Traumatisierungsquoten vor als bei Männern (10). Im Schnitt berichten pathologische Spieler (ohne PTBS) über vier verschiedene Traumatypen mit durchschnittlich 25 erlebten Traumata. Auch bei Personen mit einer PTBS (ohne PG) findet man bei 24 % moderat-riskantes Spielverhalten und bei 9,5 % problematisches Spielverhalten (e16).

Substanzbezogene Störungen

In einer französischen Querschnittstudie mit Patienten aus Suchtbehandlungszentren befanden sich unter den dort behandelten Alkoholkranken 6,5 % pathologische sowie 12 % problematische Spieler. Alle Altersgruppen waren gleichermaßen betroffen. Auch eine Abstinenz führte nicht zur Abnahme der Spielproblematik (18).

Eine weitere Studie verglich behandlungssuchende Glücksspieler hinsichtlich ihres Rauchverhaltens. Hier zeigte sich, dass regelmäßige Raucher verglichen mit Gelegenheitsrauchern unter anderem stärker durch Probleme mit dem Spielen belastetet waren. So spielten sie an mehr Wochentagen, machten höhere Einsätze, hatten ein größeres Verlangen nach dem Spielen (Craving) und ein geringeres Kontrollgefühl (e17). Insgesamt rauchen knapp 80 % der pathologischen Spieler in der Allgemeinbevölkerung (e11).

Eine amerikanische Studie mit methadonsubstituierten Patienten zeigte Prävalenzraten von 17,7 % für PG, 11,3 % wiesen ein problematisches Spielverhalten auf (e18). Die pathologischen Spieler schnitten hinsichtlich des Therapieerfolgs, das heißt in Bezug auf die Abstinenz von Kokain oder Heroin während der Therapie sowie die regelrechte Beendigung der Therapie, schlechter ab. In einer anderen Untersuchung an stationären Suchtpatienten war die Jahresprävalenz für PG mit 24 % am höchsten bei Patienten mit Cannabismissbrauch, gefolgt von 11,5 % bei Kokainmissbrauch. Alkohol- und Opiatmissbrauch spielten hier mit 4,0 % beziehungsweise 4,8 % eine deutlich untergeordnete Rolle (e19).

Persönlichkeitsstörungen

In diversen Studien werden hohe Komorbiditätsraten mit Persönlichkeitsstörungen berichtet (19). Dabei sind die Zahlen in etwa mit denen vergleichbar, die sich generell bei Patienten in der Psychiatrie finden lassen (e20). Bei pathologischen Spielern, die sich nicht in Behandlung befinden, handelt es sich besonders häufig um Borderline-Persönlichkeitsstörungen (19). Auch bei Spielern in Behandlung treten Borderline- sowie histrionische und narzisstische Persönlichkeitsstörungen besonders häufig auf (e20). Dagegen traten in einer Stichprobe stationär behandelter pathologischer Glücksspieler in Deutschland besonders häufig anankastische, ängstlich-vermeidende oder abhängige Persönlichkeitsstörungen auf (14).

Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndrom

Auch hyperkinetische Störungen findet man vermehrt bei pathologischen Glücksspielern. Persistiert ein Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndrom (ADHS) bis in das Erwachsenenalter, so weisen die Betroffenen einen stärkeren Schweregrad des Spielens auf als Personen ohne hyperkinetische Störungen oder solche, deren ADHS mit dem Erwachsenwerden verschwand (20). Jugendliche mit ADHS, die in einer aktuellen Querschnittstudie nach den vorherrschenden Charakteristika „Unaufmerksamkeit“ beziehungsweise „Hyperaktivität-Impulsivität in Kombination mit Unaufmerksamkeit“ eingeteilt wurden, spielten in gleichem Ausmaß. Dabei zeigte die zweite Gruppe aber doppelt so häufig problematisches Spielverhalten (21).

Behandlung mit Dopaminagonisten bei Morbus Parkinson

In der Literatur mehren sich in den letzten Jahren Hinweise, dass eine Behandlung mit Dopaminagonisten, wie etwa bei Morbus Parkinson, Impulskontrollstörungen auslösen kann (22, 23, e21). In einer großen amerikanischen Querschnittstudie mit mehr als 3 000 Parkinson-Patienten aus 46 Behandlungszentren traten bei 13,6 % entsprechende Störungen auf. Dabei lag der Anteil an pathologischen Spielern bei 5,0 % (24). Als Risikofaktoren für die Entwicklung einer Störung der Impulskontrolle findet man unter anderem neben der Einnahme von Dopaminagonisten (OR = 2,7) die Zugehörigkeit zur jüngeren Altersgruppe (OR = 2,5), eine auffällige Familienanamnese hinsichtlich PG (OR = 2,1) sowie ein positiver Rauchstatus (OR = 1,7). Für die Entwicklung von Kaufsucht, PG und Hypersexualität zeigt sich eine Dosis-Wirkungs-Beziehung: Je höher die verabreichte Dosis, desto häufiger sind entsprechende Störungsbilder (25).

Hilfsangebote

Da es in der Behandlung von PG bislang weder eine eindeutige Präferenz für eine bestimmte psychotherapeutische Therapierichtung gibt (e22) noch ein Therapieprogramm, das hinsichtlich des Wirksamkeitsnachweises den momentanen Standards genügt (e23), werden nachfolgend die für Praktiker relevanten Angebote in Deutschland dargestellt. Derzeit gibt es 25 Kliniken, die Patienten mit PG als Primärindikation aufnehmen. Weitere 30 Kliniken nehmen Patienten mit PG als Sekundärindikation auf. Die Kliniken sind in erster Linie in Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen (jeweils 9 Kliniken), Bayern (8 Kliniken), Niedersachsen (6 Kliniken), Rheinland-Pfalz (6 Kliniken) und in Hessen (5 Kliniken) angesiedelt. In den übrigen Bundesländern befinden sich, mit Ausnahme von Hamburg, jeweils 1–2 Kliniken (Winter S et al.: Die Versorgungssituation pathologischer Glücksspieler – eine Experteneinschätzung. Poster auf dem 12. Interdisziplinären Kongress für Suchtmedizin, München, Juli 2011). Die Suche nach einer geeigneten Rehabilitationseinrichtung kann durch den LSG-Klinikexplorer unterstützt werden, der bundesweit Kliniken für PG mit verschiedenen Behandlungsschwerpunkten und Indikationen auflistet (www.lsgbayern.de/index.php?id=243).

Im ambulanten Bereich wird das Angebot seit Inkrafttreten des GlüStV ausgebaut. So gab es zum einen von 2007 bis 2010 ein bundesweites Frühinterventionsprojekt der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS), zum anderen wurden in den einzelnen Bundesländern Koordinationsstellen im Bereich Glücksspielsucht sowie spezialisierte Beratungsstellen eingerichtet (Überblick bei [6]). Zunehmend gibt es in den Beratungsstellen auch die Möglichkeit der ambulanten Rehabilitation. So haben beispielsweise in Bayern inzwischen 14 Beratungsstellen die notwendige Anerkennung. Dies spiegelt sich auch in der Entwicklung der Inanspruchnahme ambulanter Leistungen wieder: Von 2004 bis 2010 haben sich die Behandlungszahlen mehr als verdoppelt (e12).

Im Internet gibt es ebenfalls verschiedene Hilfsangebote, wie Selbsthilfeforen (z. B. www.forum-gluecksspielsucht.de, http://forum-spielsucht.de, www.die-spielsucht.de) oder das Angebot der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (www.check-dein-spiel.de).

Angesichts des derzeitigen Glücksspielangebotes ist ein Auf- und Ausbau der Hilfsangebote zur Steigerung des Problembewusstseins und zur Frühintervention notwendig. Dadurch können idealerweise mehr Betroffene zu einem früheren Zeitpunkt eine adäquate Beratung und Behandlung erhalten.

Danksagung
Die Autorinnen danken Thomas Bütefisch von der Deutschen Rentenversicherung Bund für die Sonderauswertung F63.0.

Interessenkonflikt
Ministerien und nachgeordnete Behörden des Freistaats Bayern sind als Betreiber beziehungsweise Lizenzgeber für Glücksspiele tätig. Die BAS wird aus Mitteln des Bayerischen Ministeriums für Umwelt und Gesundheit gefördert. Mit der Finanzierung sind keine Auflagen verbunden.

Manuskriptdaten
eingereicht: 1. 8. 2011, revidierte Fassung angenommen: 7. 11. 2011

Anschrift für die Verfasser
Dr. med. Beate Erbas (MPH)
Bayerische Akademie für Sucht- und Gesundheitsfragen
Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt)
Landwehrstraße 60–62
80336 München
erbas@bas-muenchen.de

Summary

Pathological Gambling—Prevalence, Diagnosis, Comorbidity, and Intervention in Germany

Background: The number of pathological gamblers seeking treatment has risen continuously till the present, and the trend shows no sign of reversal. Estimates of the number of pathological gamblers in Germany range from 103 000 to 290 000, corresponding to 0.2%-0.6% of the population. Pathological gambling often accompanies other mental disturbances. Doctors who learn that their patients suffer from such disturbances should ask targeted questions about gambling behavior to increase the chance that this problem will be detected early on.

Methods: This article is based on an analysis of secondary data obtained from the German Statutory Pension Insurance Scheme and the Federal Statistical Office and on a selective review of the literature on comorbidities and available interventions.

Results: The rate of inpatient treatment for pathological gambling tripled from 2000 to 2010. Most pathological gamblers are men (70%–80%). More than 90% of the patients suffer from more than one mental disturbance; 40% of them carry five different psychiatric diagnoses. Simple screening instruments for pathological gambling are easy to use in routine practice and facilitate the diagnosis.

Conclusion: As with alcoholics, only a small fraction of pathological gamblers receives the appropriate support and treatment. Educational seminars to raise awareness among physicians and targeted measures for early detection might result in more of the affected persons getting suitable help.

Zitierweise
Erbas B, Buchner UG: Pathological gambling—prevalence, diagnosis, comorbidity, and intervention in Germany. Dtsch Arztebl Int 2012; 109(10): 173–9. DOI: 10.3238/arztebl.2012.0173

@Mit „e“ gekennzeichnete Literatur:
www.aerzteblatt.de/lit1012

The English version of this article is available online:
www.aerzteblatt-international.de

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Stationäre Leistungen zur medizinischen Rehabilitation und sonstige Leistungen zur Teilhabe für Erwachsene F63.0 (2000–2010); differenziert nach Geschlecht sowie nach Erst- und Nebendiagnose (Berechnung aus e12)
Stationäre Leistungen zur medizinischen Rehabilitation und sonstige Leistungen zur Teilhabe für Erwachsene F63.0 (2000–2010); differenziert nach Geschlecht sowie nach Erst- und Nebendiagnose (Berechnung aus e12)
Grafik 1
Stationäre Leistungen zur medizinischen Rehabilitation und sonstige Leistungen zur Teilhabe für Erwachsene F63.0 (2000–2010); differenziert nach Geschlecht sowie nach Erst- und Nebendiagnose (Berechnung aus e12)
Anzahl an Diagnosen bei Patienten (n = 1 249), die im Jahr 2010 stationäre Leistungen zur medizinischen Rehabilitation und sonstige Leistungen zur Teilhabe für Erwachsene F63.0 (Erstdiagnose) bei der Deutschen Rentenversicherung (DRV) erhielten (Berechnung aus [e12])
Anzahl an Diagnosen bei Patienten (n = 1 249), die im Jahr 2010 stationäre Leistungen zur medizinischen Rehabilitation und sonstige Leistungen zur Teilhabe für Erwachsene F63.0 (Erstdiagnose) bei der Deutschen Rentenversicherung (DRV) erhielten (Berechnung aus [e12])
Grafik 2
Anzahl an Diagnosen bei Patienten (n = 1 249), die im Jahr 2010 stationäre Leistungen zur medizinischen Rehabilitation und sonstige Leistungen zur Teilhabe für Erwachsene F63.0 (Erstdiagnose) bei der Deutschen Rentenversicherung (DRV) erhielten (Berechnung aus [e12])
Brief Biosocial Gambling Screen (BBGS)
Brief Biosocial Gambling Screen (BBGS)
Kasten 1
Brief Biosocial Gambling Screen (BBGS)
Spielertypen nach Blaszczynski und Nower (7)
Spielertypen nach Blaszczynski und Nower (7)
Kasten 2
Spielertypen nach Blaszczynski und Nower (7)
Kurzdarstellung der diagnostischen Kriterien „Pathologisches Glücksspielen“ nach DSM-IV (e5) und ICD-10 (e1) im Vergleich
Kurzdarstellung der diagnostischen Kriterien „Pathologisches Glücksspielen“ nach DSM-IV (e5) und ICD-10 (e1) im Vergleich
Tabelle 1
Kurzdarstellung der diagnostischen Kriterien „Pathologisches Glücksspielen“ nach DSM-IV (e5) und ICD-10 (e1) im Vergleich
Lebenszeitprävalenz komorbider psychischer Störungen bei PG im Vergleich Allgemeinbevölkerung (e11) und klinische Stichprobe (14)
Lebenszeitprävalenz komorbider psychischer Störungen bei PG im Vergleich Allgemeinbevölkerung (e11) und klinische Stichprobe (14)
Tabelle 2
Lebenszeitprävalenz komorbider psychischer Störungen bei PG im Vergleich Allgemeinbevölkerung (e11) und klinische Stichprobe (14)
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  • Medizinische Rehabilitation
    Dtsch Arztebl Int 2012; 109(22-23): 418; DOI: 10.3238/arztebl.2012.0418a
    Köhler, Joachim
  • Schlusswort
    Dtsch Arztebl Int 2012; 109(22-23): 418; DOI: 10.3238/arztebl.2012.0418b
    Erbas, Beate

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