ArchivDeutsches Ärzteblatt10/2012Psychotherapie: Hausgemachte Probleme
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Schön, dass die KBV sich mit der ambulanten psychosomatisch/psychotherapeutischen Versorgung in der kassenärztlichen Versorgung befasst. Forschen ist gut, aber die Versorgungssituation verändern ist besser. Viele Probleme in der psychosomatisch/psychotherapeutischen Versorgung sind schlichtweg hausgemacht.

Wir haben schon vor 15 Jahren mit unseren psychosomatischen und psychoonkologischen Qualitätszirkeln gefordert, dass die somatischen Fachärzt(inn)e(n) mit psychotherapeutischer Zusatzausbildung ein Kontingent von zwölf antragsfreien Gesprächseinheiten erhalten, um an der Schnittstelle von Körper und Psyche wirksam intervenieren zu können, und um die Patient(inn)e(n) niederschwellig zu betreuen, die keine Antragspsychotherapie nach dem vorgegebenen starren Schema brauchen oder wollen. Die Antwort lautete damals „Restpunktwert“ und hat uns mit einer Minimalvergütung von bis zu acht Euro pro 50 Minuten so gekränkt und demotiviert, dass wir all die erfolgreichen und wirksamen Versorgungsstrukturen, die wir mit großer Überzeugung aufgebaut hatten, wieder aufgeben mussten.

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Mit dem Kontingent von zwölf antragsfreien Gesprächseinheiten pro Patient(in) könnte das Potenzial der psychotherapeutisch ausgebildeten somatischen Fachärzt(inn)e(n) viel intensiver im Sinne der Patient(inn)en genutzt werden. Die Lücke in der Betreuung psychosomatischer Patient(inn)en und in der niederschwelligen Betreuung wäre geschlossen, Chronifizierung dadurch in vielen Fällen vermeidbar. Und kostengünstig wäre die Lösung allemal, da alle Ressourcen bereits vorhanden sind.

Dr. med. Maria J. Beckermann, 50765 Köln

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