ArchivDeutsches Ärzteblatt10/2012Filmkalender: Im Kino andere Welten entdecken

KULTUR

Filmkalender: Im Kino andere Welten entdecken

Dtsch Arztebl 2012; 109(10): A-496 / B-428 / C-424

Schuchart, Sabine

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Mit „Barbara“ kommt der erste Berlinale-Gewinner auf die Leinwand – das Deutsche Ärzteblatt stellt alle vier Wochen eine Auswahl sehenswerter Neustarts vor.

Foto: Piffl Medien
Foto: Piffl Medien

DRAMA

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Ab 8. März:

Barbara

Der frischgekürte Berlinale-Preisträger Christian Petzold (Silberner Bär für die beste Regie) erzählt von der DDR um 1980 und der Liebe in Zeiten des Misstrauens. Dabei stellt er den ehemaligen Stasistaat vielleicht etwas geschönt und weniger spießbürgerlich dar, als dieser in Wirklichkeit war. Petzold geht es vor allem um seine beiden Protagonisten (hervorragend: Nina Hoss und Ronald Zehrfeld). Er will zeigen, wie sich zwei Menschen allmählich annähern, die sich nicht vertrauen können. Die Ärztin Barbara (Hoss) hat einen Ausreiseantrag gestellt. Sie wird in ein kleines Provinzkrankenhaus strafversetzt, wo sie unter Leitung ihres neuen Chefs André (Zehrfeld) arbeitet. Aber eigentlich lebt Barbara nur im Wartezustand, denn ihr Geliebter im Westen versucht, ihre Flucht zu organisieren. Und doch verwirrt André sie, und sie beginnt, die Kontrolle über sich und ihre Pläne zu verlieren.

Deutschland 2011, 105 Min. (FSK: 12)

Ab 8. März:

Haywire

In Steven Soderberghs elegantem Actionthriller verkörpert eine schauspielerische Neuentdeckung, Gina Carano, fulminant die attraktive Protagonistin Mallory Kane. Nach einer komplizierten Geiselbefreiung in Barcelona wird die Geheimagentin von ihrem Boss und ehemaligen Liebhaber Kenneth (Ewan McGregor) nach Dublin geschickt – in eine Falle, wie sich bald herausstellt. In kleineren Rollen stehen Michael Douglas als Drahtzieher im Hintergrund, Antonio Banderas als skrupelloser Klient und Michael Fassbender als Agent der Hauptdarstellerin zur Seite.

USA 2011, 92 Min.

Ab 22. März:

Take Shelter – Ein Sturm zieht auf

Das Unbewusste eines Menschen auf der Leinwand darzustellen, gehört zu den größten Herausforderungen eines Regisseurs. Jeff Nichols ist das Wagnis mit Erfolg eingegangen, sein starkes Psychodrama gewann unter anderem den Kritikerpreis in Cannes: Curtis LaForche (Michael Shannon) lebt mit seiner Frau Samantha (Jessica Chastain) und der sechs Jahre alten tauben Tochter Hannah (Tova Stewart) in einer Kleinstadt in Ohio. Curtis wird von schrecklichen Visionen geplagt: Es regnet Öl, der Himmel ist schwarz von Vögeln, ein apokalyptischer Sturm naht. Der Familienvater arbeitet wie besessen an einem Schutzbunker in seinem Hof, doch das Unheil nimmt seinen Lauf.

USA 2011,120 Min. (FSK: 12)

Ab 29. März:

King of Devil’s Island

Eine Gruppe straffälliger Jugendlicher lebt 1915 bei härtester Arbeit und unter unmenschlicher Führung auf der Gefängnisinsel Bastoy bei Oslo. Als der rebellische Erling neu in die Erziehungsanstalt kommt, beginnen die Insassen eine Meuterei. Das auf einer wahren Geschichte beruhende Porträt einer verlorenen Jugend ist starker Tobak, aber auch eindrucksvolles europäisches Kino.

Norwegen/Schweden u. a. 2010, 115 Min.

DOKUMENTATION

Ab 15. März:

Generation Kunduz

Kunduz ist ein zunehmend umkämpfter Kriegsschauplatz im Norden Afghanistans: Was bewegt die junge Generation, die zwischen Taliban und ausländischem Militär aufwächst, fragte sich Martin Gerner. Er berichtet seit 2004 als Journalist unter anderen für die ARD aus dem Land. Mit seinem Team suchte er, ohne Begleitung des Militärs, den Kontakt zu fünf jungen Afghanen. Ihre Geschichte erzählt die sehr berührende Dokumentation.

Deutschland 2011, 80 Min. (FSK: 12)

Sabine Schuchart

DVD-Tipp

Das Porträt eines genialen Zweiflers

Kunstinteressierte, die diesen Winter keine Gelegenheit hatten, den vielschichtigen Schaffensprozess von Gerhard Richter im Kino zu erleben, können dies jetzt zu Hause nachholen. Die diese Woche auf DVD erschienene Dokumentation ermöglicht einen fesselnden Einblick in die Welt des Künstlers. Im Sommer 2009 öffnete der publikumsscheue Maler Corinna Belz sein Kölner Atelier und ließ mit der Kamera an der Entstehung mehrerer abstrakter Bilder teilhaben. Auch Richter kann nicht mit Worten erklären, was eigentlich beim künstlerischen Prozess abläuft, aber der Zuschauer erlebt, wie er seine Gemälde beginnt und weiter bearbeitet, wie er betrachtet oder abwartet, das Seherlebnis auf sich wirken lässt, etwas verwirft und neu ansetzt, sich nur mit wenigem zufriedengibt. So entsteht das Porträt eines genialen Zweiflers.

Corinna Belz: „Gerhard Richter Painting“, 101 Min., Indigo;
ca. 18 Euro (Erscheinungstermin: 9. März).

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