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Der vermehrt angestrebte, aber oftmals praktisch verunmöglichte Weg zurück in die gesetzliche Krankenkasse reflektiert doch nur ein Phänomen des Durchreichens . . . Die privaten Krankenkassen, die ja auch noch neben ihren Kosten einen Profit herausholen sollen, geben dabei nur das weiter, was ihnen die Beitragszahler an Arztrechnungen einreichen. Aus persönlicher Erfahrung weiß ich, dass diese Kassen sich relativ wenig um das kümmern, was der privat abrechnende Arzt letztlich in Rechnung stellt, trotz eigener medizinischer „Experten“. Bei Streitigkeiten wegen Unsinnrechnungen hält man sich dort vornehm zurück und verweist auf die Geschäftsbeziehung zwischen Patient und Arzt. Und da liegt der Hase doch begraben. Ich will und darf nicht ganz simpel und populistisch alle Kolleginnen und Kollegen über einen Kamm scheren, aber man kommt letztlich nicht umhin zu konstatieren, dass am Anfang der Misere lediglich ein Wort mit vier Buchstaben steht – Gier . . .

Eindeutig im Mittelpunkt der Beitragserhöhungen steht neben den Klassikern wie erhöhter Anteil an multimorbiden Patienten und der Alterszunahme die Ausweitung des medizinischen Angebots, um mehr Einkunft zu generieren. Die Verdienstmöglichkeiten in der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung sind nun einmal limitiert, da ist das letzte Ventil eben der Privatpatient. Der ist natürlich medizinischer Laie, wie ich es auch außerhalb meines Fachgebiets bin, und erst einmal dankbar für das an ihm verrichtete Werk. Dabei ist die privatärztlich erbrachte Leistung medizinisch nicht besser, was es ja auch sachlich und ethisch gar nicht geben darf, sondern bestenfalls . . . bei elektiver Behandlung früher verfügbar. Dass wir hier ein marktwirtschaftlich völlig irriges System vor uns haben, wird verdrängt. Die Einmaligkeit in diesem System besteht darin, dass diejenigen, die Leistung erbringen, selbst einen Markt kreieren können, und damit, zumindest bei Privatklientel, auch schon mal nach ökonomischen Zwängen Krankheit und Therapieumfang potenziell definieren . . . Warum ich als gesunder, hoffentlich auch die nächsten Jahre kaum Kosten verursachender Mensch nicht in die GKV darf – wie viele andere auch –, ist mir ein Rätsel. Wäre es nicht herrlich, wenn die GKV millionenfach junge gesunde Gutverdiener hinzubekäme?

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Prof. Dr. med. Ulrich Hake, 55130 Mainz

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