ArchivDeutsches Ärzteblatt10/2012Organspende: Erhebliche Bedenken
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Die Entscheidungslösung ist sicher besser als eine Widerspruchslösung. Aber auch bei dem Kompromiss habe ich erhebliche Bauchschmerzen – und das aus folgenden Gründen: Erstens weiß ich nicht, wie ein Abfragen der Organspendebereitschaft „mit einer höheren Verbindlichkeit . . . mit soviel Nachdruck wie möglich“ vonstatten gehen soll, ohne dass Adressaten unter Druck gesetzt oder gar manipuliert werden. Zweitens unterbleibt in Deutschland bei der Information über die Organspende regelmäßig der Hinweis auf die wissenschaftlichen Bedenken bezüglich des Hirntodkonzepts; zum Beispiel hat in den USA die „President’s Commission on Bioethics“ im Dezember 2008 die Gründe, die bislang zur Rechtfertigung des Hirntodkonzepts angeführt wurden, als irrtümlich zurückgewiesen. Das Hauptargument, auf dem die Definition beruhe, sei empirisch widerlegt („FAZ“, 14. 9. 2010, Nr. 213). Demnach kann man den „Hirntod“ nicht mehr als Tod des ganzen Menschen ansehen; damit ist unsere Transplantationspraxis infrage gestellt.

Dr. med. Winfrid Gieselmann, 75417 Mühlacker

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