ArchivDeutsches Ärzteblatt11/2012Psychische Gesundheit von Hausärzten in Rheinland-Pfalz

MEDIZIN: Originalarbeit

Psychische Gesundheit von Hausärzten in Rheinland-Pfalz

Prävalenz psychischer Beschwerden und Identifikation möglicher Risikofaktoren

The Mental Health of Primary Care Physicians in Rhineland-Palatinate, Germany: the Prevalence of Problems and Identification of Possible Risk Factors

Dtsch Arztebl Int 2012; 109(11): 201-7; DOI: 10.3238/arztebl.2012.0201

Unrath, Michael; Zeeb, Hajo; Letzel, Stephan; Claus, Matthias; Pinzón, Luis Carlos Escobar

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Hintergrund: Hohes arbeitsbezogenes Stresserleben bei Ärzten kann langfristig zu vielfältigen gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen. Neben arbeitsbedingtem Stress könnten auch Stress in der Freizeit und bestimmte Persönlichkeitsmerkmale Risikofaktoren für gesundheitliche Beschwerden sein. Bislang ist die gesundheitliche Situation deutscher Hausärzte jedoch weitgehend unerforscht. Das Ziel der durchgeführten Studie war es deshalb, das Ausmaß von Stresserleben und die Gesundheit deutscher Hausärzte systematisch zu untersuchen. Ein Schwerpunkt lag dabei auf der psychischen Gesundheit.
Methoden: 2009 wurde eine landesweite anonyme Befragung von Hausärzten in Rheinland-Pfalz durchgeführt (Querschnittdesign, N = 2092), um das Ausmaß von Belastung und Stress sowie die gesundheitliche Situation zu erfassen.
Ergebnisse: 790 Teilnehmer (37,7 %) konnten in die Analysen einbezogen werden. Jeder vierte Hausarzt überschritt den Cut-Off-Wert ≥ 3 für Depression des PHQ-2 (PHQ, Patient Health Questionaire). Außerdem gab etwa jeder sechste Arzt an, im vorangegangenen Jahr mindestens einmal Psychopharmaka oder sonstige psychoaktive Substanzen eingenommen zu haben. Stress in der Freizeit, Typ D-Persönlichkeit und niedrige Arbeitszufriedenheit waren in den binärlogistischen Regressionsanalysen mit dem Vorliegen psychischer Beschwerden assoziiert.
Schlussfolgerung: Insgesamt legt der Survey nahe, dass psychische Beschwerden ein verbreitetes Gesundheitsproblem in der Gruppe der Hausärzte darstellen. Es sollten zielgruppenspezifische Maßnahmen ergriffen werden, um Stresserleben zu reduzieren, Psychohygiene zu ermöglichen und die Entwicklung günstiger Persönlichkeitsprofile beziehungsweise entsprechender Verhaltensweisen zu fördern.

LNSLNS

Ärzte stellen eine stark durch Stress belastete Berufsgruppe dar (e1e3). Langfristiges Stresserleben wirkt sich wiederum negativ auf die Befindlichkeit der Ärzte aus. Gesundheitliche Beeinträchtigungen wie Bluthochdruck (e4), Burnout-Syndrom (e5, e6), Depressionen (13) oder Abhängigkeitserkrankungen (e2, e7) wurden mit arbeitsbedingtem Stress in Zusammenhang gebracht. Ein etablierter Ansatz zur Messung arbeitsbedingten Stresses ist das Modell der beruflichen Gratifikationskrisen (4, 5). Arbeitsstress entsteht nach diesem Modell, wenn für andauernd erbrachte hohe Arbeitsleistungen („Effort“) keine entsprechenden Gratifikationen („Reward“) als Gegenleistung erfolgen. Eine weitere wichtige Komponente in diesem Modell ist eine in der Persönlichkeit verankerte Neigung, sich über die Maßen für die Arbeit zu engagieren und sich dabei zu verausgaben („Overcommitment“).

Auch in Ärztestichproben konnten ein hohes Maß an Stress nach diesem Modell (6, 7) sowie Assoziationen mit Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit gezeigt werden (2, 3, 8). Obwohl Arbeitsstress und gesundheitliche Stressfolgen bei Ärzten international betrachtet recht gut untersuchte Phänomene darstellen, gibt es nur wenige empirische Untersuchungen zur Situation der Hausärzte in Deutschland. In reinen Hausärztebefragungen wurden entweder lediglich Fragen zum Arbeitsumfang (Arbeitszeit, Anzahl der Patienten) gestellt, das heißt keine standardisierten Messinstrumente zur Erfassung subjektiven arbeitsbezogenen Stresses eingesetzt (9), oder der Zusammenhang zur ärztlichen Gesundheit wurde nicht (explizit) untersucht (10, 11, e8). Bislang wenig beachtet wurde außerdem das Stresserleben in der Freizeit, das vor dem Hintergrund einer nicht ausreichenden Psychohygiene bedeutsam sein könnte. Weitere Einflussfaktoren auf die (psychische) Gesundheit von Ärzten könnten Persönlichkeitseigenschaften wie Resilienz oder Typ D- Persönlichkeit sein. Resilienz im Sinne psychischer Widerstandsfähigkeit wird generell als ein vor gesundheitlichen Beeinträchtigungen schützender Faktor angesehen (e9e11). Die Typ D-Persönlichkeit hingegen ist als Risikofaktor für verschiedene Gesundheitsprobleme beschrieben worden (e12e15). Sie bezieht sich auf eine Neigung, schnell in negative Gefühlszustände zu geraten („negative Affektivität“) und eine gleichzeitig bestehende Prädisposition dafür, den Ausdruck negativer Gefühle zu unterdrücken („soziale Hemmung“) (12). Das Ziel der vorliegenden Studie war es, den Einfluss von Stresserleben und Persönlichkeitsfaktoren auf die Gesundheit deutscher Hausärzte anhand standardisierter Messinstrumente zu untersuchen. Die Autoren erwarteten, dass arbeitsbezogener und freizeitbezogener Stress sowie die Typ D-Persönlichkeit mit Beeinträchtigungen im Bereich der psychischen Gesundheit zusammenhängen sollten. Resilienz sollte hingegen negativ mit psychischen Beeinträchtigungen assoziiert sein.

Methode

Studiendesign und Probandenrekrutierung

Im Juni und Juli 2009 wurde eine schriftliche Befragung aller in Rheinland-Pfalz niedergelassenen Fachärzte für Allgemeinmedizin, praktischen Ärzte und Ärzte ohne Facharztausbildung (N = 2 092) durchgeführt. Die Querschnittsbefragung war anonym und wurde im Landesärzteblatt Rheinland-Pfalz angekündigt.

Fragebogen

Der Fragebogen enthielt Instrumente zur Erfassung von arbeitsbedingtem Stress (Kurzversion des Effort-Reward Imbalance Questionnaire [ERI-Q] [13]), Stress in der Freizeit (Skala B4 der Fragebogenskalen zur Erfassung der subjektiven Belastung und Unzufriedenheit im beruflichen Bereich [SBUS-B] [14]), Persönlichkeitseigenschaften (Typ D-Persönlichkeit [12], Resilienz [15]) sowie Screening-Instrumente zur Erhebung der psychischen Gesundheit und weitere gesundheitsbezogene Fragen. Das Ausfüllen des Fragebogens dauerte etwa 30 Minuten.

Indikatoren psychischer Gesundheit

Das Vorliegen depressiver Beschwerden wurde anhand des Screening-Instruments Patient Health Questionnaire-2 (PHQ-2) (16) erhoben. Hierbei wurde der empfohlene Cut-Off von ≥ 3 zur Depressionsdefinition herangezogen. Weiterhin wurde die globale mit „ja“ oder „nein“ zu beantwortende Frage gestellt, ob die Teilnehmer im vorangegangenen Jahr „Psychopharmaka oder sonstige psychoaktive Substanzen“ konsumiert hatten. Die Teilnehmer sollten darüber hinaus angeben, ob sie eine psychische Erkrankung hatten.

Umgang mit fehlenden Werten im ERI-Q (Kurzversion)

Die Kurzversion des ERI-Q wies in den Items 4 (7,7 %, n = 61) und 5 (6,5 %, n = 51) größere Anteile fehlender Werte auf. Diese wurden durch die individuellen Mittelwerte der fünf übrigen Items derselben Subskala („Reward“) ersetzt.

Statistische Analyse

Berücksichtigt wurden nur die vorwiegend in der hausärztlichen Versorgung tätigen Teilnehmer mit soziodemografischen Angaben (zumindest Geschlecht). Univariate Ergebnisse wurden anhand absoluter und relativer Häufigkeiten sowie der zugehörigen 95-%-Konfidenzintervalle dargestellt. Geschlechtsspezifische Unterschiede wurden mittels Chi²-Tests untersucht. Depressivität, psychische Erkrankung und Psychopharmakakonsum wurden in binärlogistischen Regressionsmodellen analysiert. Zunächst wurde für jede abhängige Variable jeweils eine automatische Rückwärtsselektion (p für Ausschluss = 0,05) mit den in Tabelle 1 dargestellten potenziellen Prädiktoren durchgeführt. Die sich hieraus ergebenden Modelle wurden anschließend in einem Einschlussverfahren analysiert, um die Power und Verallgemeinerbarkeit der Ergebnisse zu steigern.

Ausgangssatz an unabhängigen Variablen zur Vorhersage depressiver Beschwerden, psychischer Erkrankung und Psychopharmakakonsum in binärlogistischen Regressionsmodellen
Ausgangssatz an unabhängigen Variablen zur Vorhersage depressiver Beschwerden, psychischer Erkrankung und Psychopharmakakonsum in binärlogistischen Regressionsmodellen
Tabelle 1
Ausgangssatz an unabhängigen Variablen zur Vorhersage depressiver Beschwerden, psychischer Erkrankung und Psychopharmakakonsum in binärlogistischen Regressionsmodellen

Die Irrtumswahrscheinlichkeit wurde a priori auf α = 0,05 festgelegt. Die statistische Auswertung erfolgte mit SPSS 18.0 und Excel 2003.

Ergebnisse

808 Ärzte beantworteten den Fragebogen (Teilnahmequote 38,6 %), 790 (37,7 %) wurden nach den genannten Kriterien für die Analysen berücksichtigt.

Stichprobenbeschreibung

69,7 % der Hausärzte (n = 551) waren männlich, 30,3 % (n = 239) weiblich. Etwa zwei Drittel der Teilnehmer (63,5 %; n = 502) waren zwischen 46 und 60 Jahre alt. Wenige Hausärzte lebten nicht mit einem Partner zusammen (9,5 %; n = 75) oder hatten keine Kinder (11,6 %; n = 92). Die durchschnittlich angegebene wöchentliche Arbeitszeit lag bei 54,4 Stunden (SD = 12,7), von denen ungefähr ein Viertel (13,4 Stunden) nach Angaben der Teilnehmer auf Verwaltungsaufgaben entfielen.

Häufigkeit von Depressivität, psychischer Erkrankung und Psychopharmakakonsum

Fast jeder vierte Arzt (23,0 %, n = 182) überschritt den Cut-Off für Depression des PHQ-2. Außerdem gaben 9,4 % (n = 74) an, irgendeine psychische Erkrankung zu haben. Gut jeder sechste Arzt (17,5 %; n = 138) berichtete, im vorangegangenen Jahr mindestens einmal Psychopharmaka oder sonstige psychoaktive Substanzen konsumiert zu haben. Männliche und weibliche Hausärzte unterschieden sich nicht hinsichtlich der Häufigkeit psychischer Beeinträchtigungen. Tabelle 2 enthält die Prävalenzen und 95-%-Konfidenzintervalle für das Vorliegen depressiver Beschwerden, einer psychischen Erkrankung sowie den Konsum psychotroper Substanzen im vorausgegangenen Jahr als Dezimalbrüche.

(Punkt-)Prävalenzen und zugehörige 95-%-Konfidenzintervalle für depressive Beschwerden, psychische Erkrankung und Psychopharmakakonsum im Vorjahr, ausgedrückt als Dezimalbruch
(Punkt-)Prävalenzen und zugehörige 95-%-Konfidenzintervalle für depressive Beschwerden, psychische Erkrankung und Psychopharmakakonsum im Vorjahr, ausgedrückt als Dezimalbruch
Tabelle 2
(Punkt-)Prävalenzen und zugehörige 95-%-Konfidenzintervalle für depressive Beschwerden, psychische Erkrankung und Psychopharmakakonsum im Vorjahr, ausgedrückt als Dezimalbruch

Innerhalb der Teilnehmergruppe, die berichtete, im vorangegangenen Jahr Psychopharmaka oder andere psychoaktive Substanzen konsumiert zu haben (n = 138), gaben weibliche Hausärzte häufiger als männliche an, die Substanzen täglich oder mehrmals wöchentlich eingenommen zu haben (Chi²-Test: mindestens mehrmals wöchentlich versus übrige Konsumklassen; p < 0,05). Die Grafik zeigt die relative Häufigkeit des Psychopharmakakonsums in der Gruppe der Konsumenten.

Häufigkeit des Psychopharmakonsums in der Gruppe der Konsumenten
Häufigkeit des Psychopharmakonsums in der Gruppe der Konsumenten
Grafik
Häufigkeit des Psychopharmakonsums in der Gruppe der Konsumenten

Multivariate Zusammenhangsanalysen

Bei der multivariaten Analyse depressiver Beschwerden verblieben alle Stressmaße im Regressionsmodell (Tabelle 3). Die Skala SBUS-B B4 zur Messung von Stress in der Freizeit war am engsten mit Depressivität assoziiert. Ab dem 2. Quartil ergaben sich im Vergleich mit der Referenzgruppe deutlich höhere Beschwerdewahrscheinlichkeiten. Die Variable Overcommitment aus dem ERI-Q wies ab dem 3. Quartil höhere Wahrscheinlichkeiten für das Vorliegen depressiver Beschwerden auf. Für die ebenfalls aus dem ERI-Q stammende Effort-Reward-Ratio ergaben sich nur im Vergleich der beiden Extremgruppen bedeutsame Unterschiede. Darüber hinaus wiesen Teilnehmer mit einer Typ-D-Persönlichkeit eine 1,8-fach höhere Wahrscheinlichkeit für das Vorliegen depressiver Beschwerden auf. Eine relativ höhere Arbeitszufriedenheit war hingegen negativ mit dem Vorliegen depressiver Beschwerden assoziiert.

Ergebnisse der multivariaten Analyse von Depression, psychischer Erkrankung und Psychopharmakakonsum (binärlogistische Regressionsmodelle, Einschlussverfahren)
Ergebnisse der multivariaten Analyse von Depression, psychischer Erkrankung und Psychopharmakakonsum (binärlogistische Regressionsmodelle, Einschlussverfahren)
Tabelle 3
Ergebnisse der multivariaten Analyse von Depression, psychischer Erkrankung und Psychopharmakakonsum (binärlogistische Regressionsmodelle, Einschlussverfahren)

In der multivariaten Analyse psychischer Erkrankung waren ebenfalls Stress in der Freizeit und Typ-D-Persönlichkeit positiv mit der abhängigen Variablen assoziiert. Das Vorliegen einer Typ-D-Persönlichkeit erhöhte die Wahrscheinlichkeit einer psychischen Erkrankung beinahe dreifach, während diejenigen Teilnehmer mit dem höchsten Maß an Freizeitstress eine im Vergleich mit der Referenzgruppe sogar vierfach höhere Erkrankungswahrscheinlichkeit hatten. Darüber hinaus war Resilienz negativ mit dem Vorhandensein einer psychischen Erkrankung assoziiert. Die Chance, psychisch krank zu sein, war bei den Teilnehmern mit dem höchsten Maß an Resilienz um rund 87 % geringer (Odds Ratio = 0,13). Bezüglich des Konsums psychotroper Substanzen erwies sich ebenfalls die Typ D-Persönlichkeit als deutlich positiv assoziiert. Ein inverser Zusammenhang bestand zwischen subjektiver Arbeitszufriedenheit und Psychopharmakakonsum. Das Maß an aufgeklärter Varianz (Nagelkerkes R²) betrug 43,1 % für depressive Beschwerden, 21,8 % für psychische Erkrankung und 14,2 % für Psychopharmakakonsum.

Diskussion

Hauptergebnisse

Rund 23 % der Hausärzte überschritten den Grenzwert für das Vorliegen einer Depression. Hier ist zu bedenken, dass es sich beim PHQ-2 lediglich um ein Screening-Instrument handelt, das keine fundierte Depressionsdiagnose durch einen klinischen Experten ersetzt. Um einordnen zu können, ob eine überzufällige Häufung depressiver Beschwerden in der Studienpopulation vorliegt, sind Vergleiche mit einer Kontrollgruppe nötig. Zum einen kann ein Vergleich mit der Allgemeinbevölkerung sinnvoll sein, wenn man eine Aussage bezüglich der Stichprobe relativ zum Bevölkerungsdurchschnitt treffen möchte. Hier zeigt der Vergleich mit einer kürzlich an einer bevölkerungsrepräsentativen deutschen Stichprobe (n = 5 010) durchgeführten Validierungsstudie (17), dass der mittlere Summenscore des PHQ-2 in der Hausärztestichprobe (1,77; 95-%-KI: 1,67–1,87) deutlich höher ist als der mittlere Summenscore in der Normstichprobe (0,94; 95-%-KI: 0,90–0,97). Damit ist das Maß an Depressivität in der Hausärztestichprobe höher als in der Allgemeinbevölkerung. Auch die Beschränkung der Validierungsstichprobe auf Teilnehmer mit hoher Bildung sowie geschlechts- und altersspezifische Vergleiche liefern ähnliche Ergebnisse zu Ungunsten der Hausärzte. Übereinstimmend hiermit überschritt in einer weiteren Validierungsstudie an 580 Hausarztpatienten (16) ein geringerer Anteil der Teilnehmenden den Cut-Off-Wert für das Vorliegen einer Depression (15,2 %; 95-%-KI: 12,5–18,3 %) als in der vorliegenden Hausärztebefragung (Tabelle 2).

Einen anderen Ansatz zur Beurteilung des Ausmaßes depressiver Beschwerden stellt der Vergleich mit anderen Erwerbstätigen dar. Hier bietet sich insbesondere der Vergleich mit anderen Ärztegruppen an. Internationale Studien, die Screening-Instrumente für die Depressionsdiagnose nutzten, fanden in der Regel geringere Depressionshäufigkeiten, so zum Beispiel eine britische Studie an 620 Hausärzten, in der sich der Anteil auf 10 % belief (18). Weitere Studien (2, e16) bestätigen diese Schätzung. Lediglich eine japanische Studie an Krankenhausärzten im ersten und zweiten Berufsjahr berichtete einen höheren Anteil von rund 29 % (3). Hier ist zu bedenken, dass Berufsanfänger sich in vielerlei Hinsicht von bereits länger im Berufsleben stehenden Ärzten unterscheiden. Insgesamt deuten die Vergleiche mit der Allgemeinbevölkerung und anderen Ärztestichproben darauf hin, dass die Stichprobe in Rheinland-Pfalz besonders stark von depressiven Beschwerden betroffen war. Eine mögliche Erklärung kann das hohe Ausmaß an arbeitsbedingtem Stress darstellen (7). Hausärzte in Deutschland scheinen einem höheren Stresslevel ausgesetzt zu sein als ihre Kollegen in den USA oder Großbritannien (10).

Jeder sechste Hausarzt gab an, im vorausgegangenen Jahr mindestens einmal Psychopharmaka oder andere psychoaktive Substanzen eingenommen zu haben. Dieser Befund entspricht den Ergebnissen einer kürzlich in zwölf europäischen Ländern durchgeführten Hausärztebefragung (19), die den Konsum auf dieselbe Weise erfasste. Leider wurde die Art der eingenommenen Substanzen nicht im Einzelnen erfragt. Es ist jedoch davon auszugehen, dass die Teilnehmer potenziell abhängig machende Genussmittel wie Alkohol oder Tabak nicht unter dem Begriff „psychoaktive Substanzen“ fassten, da der Konsum dieser zuletzt genannten Mittel separat in vorhergehenden Fragen erfasst worden war. Im Vergleich mit der Hausärztestichprobe ist der im Gesundheitsbericht der BKK für Beschäftigte angegebene Anteil von 7,3 % Psychopharmakakonsumenten deutlich niedriger (e17). Ein Grund für den relativ häufigen Konsum in der Hausärztestichprobe könnte der leichte Zugang zu rezeptpflichtigen Medikamenten und die damit gegebene Möglichkeit der Selbstmedikation sein (e18).

Die Häufigkeit psychischer Erkrankungen in der Hausärztestichprobe scheint im Vergleich mit der Allgemeinbevölkerung unauffällig zu sein (20, 21, e19). Ein Grund für den Widerspruch zwischen diesem Ergebnis und der großen Häufigkeit depressiver Beschwerden in der Stichprobe könnte darin bestehen, dass die Teilnehmer die Möglichkeit hatten, ihre Antworten auf die direkte Frage nach einer psychischen Erkrankung im Sinne einer Beschönigungstendenz bewusst zu steuern. Depressive Beschwerden wurden dagegen indirekter über eine schwerer zu durchschauende Skala erfasst. Darüber hinaus ist es möglich, dass die Teilnehmer über ein gering ausgeprägtes Bewusstsein für die eigene Gesundheit verfügten.

In den Regressionsanalysen ergaben sich Zusammenhänge mit den Indikatoren psychischer Gesundheit insbesondere für die Typ-D-Persönlichkeit, Stressbelastung in der Freizeit und Arbeitszufriedenheit. Während Typ-D-Persönlichkeit und Stress in der Freizeit positiv mit dem Auftreten psychischer Beschwerden assoziiert waren, hing eine höhere Arbeitszufriedenheit mit einer geringeren Beschwerdewahrscheinlichkeit zusammen. Die arbeitsbezogenen Stressmaße des ERI-Q wiesen lediglich Assoziationen mit Depressivität auf, nicht jedoch mit psychischer Erkrankung oder Psychopharmakakonsum. Darüber hinaus waren die genannten Zusammenhänge weniger deutlich ausgeprägt als für freizeitbezogenen Stress. Dies könnte ein Hinweis darauf sein, dass für Hausärzte ein nicht erfolgender Stressabbau und eine ausbleibende Psychohygiene in der Freizeit wesentliche Faktoren bei der Entstehung psychischer Beschwerden sind. Der enge Zusammenhang von Typ-D-Persönlichkeit und verminderter psychischer Gesundheit deutet an, dass die Persönlichkeit der Hausärzte für die Entstehung psychischer Beschwerden ebenso wichtig sein könnte wie Umgebungsfaktoren.

Stärken und Grenzen

Im Unterschied zu anderen deutschen Hausärztebefragungen wurden validierte und standardisierte Erhebungsinstrumente eingesetzt. Eine weitere Stärke ist der beachtliche Umfang der erfassten Informationen.

Aufgrund des Rücklaufs von 38,6 % muss die Möglichkeit eines Selektionsbias diskutiert werden. Ein Vergleich zwischen Teilnehmern und Nicht-Teilnehmern war nur hinsichtlich des Geschlechts möglich; hier wurden keine Unterschiede deutlich. Dennoch sind Verzerrungen möglich. Es ist denkbar, dass insbesondere diejenigen Hausärzte, die aufgrund starker persönlicher Belastung an der Thematik interessiert waren, an unserer Befragung teilnahmen. Die Autoren gehen jedoch davon aus, dass gerade die am stärksten belasteten Ärzte die Teilnahme an einer zeitaufwendigen schriftlichen Befragung eher scheuten. Es ist damit eher von einer tendenziellen Unterschätzung beeinträchtigter psychischer Gesundheit auszugehen. Eine weitere Limitation besteht darin, dass es keine Kontrollgruppe gibt.

Das eingesetzte Imputationsverfahren wurde in Sensitivitätsanalysen untersucht. Zwischen den Modellen mit und ohne Imputationsverfahren bestanden nur geringe Unterschiede bezüglich einzelner Prädiktoren.

Aufgrund des Querschnittdesigns können keine kausalen Schlüsse hinsichtlich der dargestellten Assoziationen gezogen werden. Allerdings sind Persönlichkeitseigenschaften als zeitlich stabile Charakterzüge definiert, die eher einen Einfluss auf das Befinden beziehungsweise verhaltensbezogene Variablen haben sollten als andersherum. Für die Typ-D-Persönlichkeit liegen entsprechende Ergebnisse prospektiver Studien vor (e12e15). Bezüglich des subjektiven Stresserlebens und der Arbeitszufriedenheit sind prinzipiell beide Wirkrichtungen denkbar. Die Ergebnisse anderer, zum Teil prospektiver Studien, unterstützen jedoch eher die These, dass ein hoher Stresslevel langfristig zu psychischen Beeinträchtigungen führt (2, 6, 22, 23).

Prävention psychischer Beschwerden

Die Ergebnisse legen nahe, präventive Maßnahmen zur Stressreduktion und Modifizierung ungünstiger Persönlichkeitseigenschaften (Typ-D-Persönlichkeit, Overcommitment) beziehungsweise damit zusammenhängender Verhaltensweisen zu entwickeln und anzubieten. Regelmäßiger Austausch mit Kollegen in Form von Balintgruppen könnte helfen, die Arbeitszufriedenheit und Widerstandfähigkeit gegenüber Stress zu erhöhen (24). Darüber hinaus gibt es Hinweise, dass kognitiv-behaviorale Trainings für Ärzte die Stressbewältigung langfristig positiv verändern können (25). In solchen Trainings sollte nach den vorliegenden Ergebnissen auch die Freizeitgestaltung thematisiert werden. Durch entsprechende Erweiterungen könnten darüber hinaus mit der Persönlichkeit zusammenhängende, ungünstige Erlebens- und Verhaltensweisen modifiziert werden. Vor der Einführung solcher Maßnahmen müsste jedoch die Politik gemeinsam mit Interessenvertretungen der Ärzte und Krankenkassen für einen entsprechenden gesetzlichen und finanziellen Rahmen sorgen.

Schlussfolgerungen

Die Hausärztestichprobe in Rheinland-Pfalz war stärker von depressiven Beschwerden betroffen als die Allgemeinbevölkerung in Deutschland. Bezüglich der Einnahme von Psychopharmaka wurden ähnliche Ergebnisse wie in einer europaweiten Hausärztebefragung (19) gefunden. Als potenzielle Risikofaktoren konnten Stress in der Freizeit, Typ-D-Persönlichkeit, arbeitsbezogener Stress und niedrige Arbeitszufriedenheit identifiziert werden. Aufgrund der Ergebnisse sollten Maßnahmen ergriffen werden, um Stresserleben zu reduzieren, Psychohygiene zu fördern und ungünstige Persönlichkeitsmerkmale beziehungsweise damit zusammenhängende Verhaltensweisen zu modifizieren. Erste Präventionsansätze speziell für Ärzte wurden bereits vorgestellt (24, 25).

Danksagung
Die Autoren bedanken sich bei der Lan­des­ärz­te­kam­mer Rheinland-Pfalz für die freundliche Unterstützung bei der Datenerhebung.

Interessenkonflikt
Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Manuskriptdaten
eingereicht: 15. 8. 2011, revidierte Fassung angenommen: 5. 12. 2011

Anschrift für die Verfasser
Dipl.-Psych. Michael Unrath, M.Sc. (Epidemiology)
Institut für Epidemiologie und Sozialmedizin, Universität Münster
Domagkstraße 3
48149 Münster
unrathm@uni-muenster.de

Summary

The Mental Health of Primary Care Physicians in Rhineland-Palatinate, Germany: the Prevalence of Problems and Identification of Possible Risk Factors

Background: The generally high job-related stress level among physicians may lead to various health impairments in the long run. Apart from job-related stress, stress in the leisure time and certain personality traits might be risk factors for health impairments. However, only little research on the health situation of primary care physicians (PCPs) in Germany is available. Therefore, the objective of the present study was to systematically assess the stress experience and the health situation of German PCPs. One main focus was on mental health.

Methods: In 2009, a state-wide survey among practice-based PCPs in the federal German state of Rhineland-Palatinate (cross-sectional study, n = 2092) was carried out in order to assess stress and strain as well as the health situation.

Results: 790 participants (37.7%) were eligible for the analyses. One in four PCPs exceeded the cut-off value ≥ 3 for depression in the PHQ-2 (PHQ, Patient Health Questionaire). Moreover, approximately one in six PCPs stated that he or she had used psychotropic drugs or other psychoactive substances at least once in the preceding year. Stress in the leisure time, Type D personality and low job satisfaction were associated with the presence of mental health impairments in the binary logistic regression analyses.

Conclusion: All in all, it appears that mental health impairments are a common health problem among the PCPs. Target-group-specific measures should be taken in order to reduce the subjective stress level, and to foster mental hygiene. Furthermore, the development of favorable personality profiles and the corresponding behavioral patterns should be supported.

Zitierweise
Unrath M, Zeeb H, Letzel S, Claus M, Pinzón LCE:
The mental health of primary care physicians in Rhineland-Palatinate, Germany: the prevalence of problems and identification of possible risk factors. Dtsch Arztebl Int 2012; 109(11): 201–7.
DOI: 10.3238/arztebl.2012.0201

@Mit „e“ gekennzeichnete Literatur:
www.aerzteblatt.de/lit1112

The English version of this article is available online:
www.aerzteblatt-international.de

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Institut für Medizinische Biometrie, Epidemiologie und Informatik, Universitätsmedizin der Johannes
Gutenberg-Universität Mainz: Univ.-Prof. Dr. med. Zeeb
Bremer Institut für Präventionsforschung und Sozialmedizin: Univ.-Prof. Dr. med. Zeeb
Häufigkeit des Psychopharmakonsums in der Gruppe der Konsumenten
Häufigkeit des Psychopharmakonsums in der Gruppe der Konsumenten
Grafik
Häufigkeit des Psychopharmakonsums in der Gruppe der Konsumenten
Ausgangssatz an unabhängigen Variablen zur Vorhersage depressiver Beschwerden, psychischer Erkrankung und Psychopharmakakonsum in binärlogistischen Regressionsmodellen
Ausgangssatz an unabhängigen Variablen zur Vorhersage depressiver Beschwerden, psychischer Erkrankung und Psychopharmakakonsum in binärlogistischen Regressionsmodellen
Tabelle 1
Ausgangssatz an unabhängigen Variablen zur Vorhersage depressiver Beschwerden, psychischer Erkrankung und Psychopharmakakonsum in binärlogistischen Regressionsmodellen
(Punkt-)Prävalenzen und zugehörige 95-%-Konfidenzintervalle für depressive Beschwerden, psychische Erkrankung und Psychopharmakakonsum im Vorjahr, ausgedrückt als Dezimalbruch
(Punkt-)Prävalenzen und zugehörige 95-%-Konfidenzintervalle für depressive Beschwerden, psychische Erkrankung und Psychopharmakakonsum im Vorjahr, ausgedrückt als Dezimalbruch
Tabelle 2
(Punkt-)Prävalenzen und zugehörige 95-%-Konfidenzintervalle für depressive Beschwerden, psychische Erkrankung und Psychopharmakakonsum im Vorjahr, ausgedrückt als Dezimalbruch
Ergebnisse der multivariaten Analyse von Depression, psychischer Erkrankung und Psychopharmakakonsum (binärlogistische Regressionsmodelle, Einschlussverfahren)
Ergebnisse der multivariaten Analyse von Depression, psychischer Erkrankung und Psychopharmakakonsum (binärlogistische Regressionsmodelle, Einschlussverfahren)
Tabelle 3
Ergebnisse der multivariaten Analyse von Depression, psychischer Erkrankung und Psychopharmakakonsum (binärlogistische Regressionsmodelle, Einschlussverfahren)
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