ArchivDeutsches Ärzteblatt3/1996Börsebius: Rund ums Geld – Wo der Schuh drückt

VARIA: Schlusspunkt

Börsebius: Rund ums Geld – Wo der Schuh drückt

Rombach, Reinhold

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LNSLNS Über die Möglichkeit, über den sogenannten Barvorschuß die kurzfristigen Finanzierungskosten zu senken, berichtete Börsebius im letzten Heft 1995. Wie wichtig das Thema war, wie dringlich auch, zeigte die jüngste samstägliche Telefonberatung. Bei diesem Service des Deutschen Ärzteblattes, der, wie treue Leser wissen, an jedem ersten Samstag im Monat vormittags angeboten wird, riefen erstaunlich viele an, um sich über das Thema Barvorschuß nochmals zu vergewissern, aber auch, um über ihre zum Teil kuriosen Erfahrungen mit Banken zu berichten.
Nicht wenige wurden von ihrem Kreditinstitut abgewimmelt: so mancher Bankberater kannte den Begriff Barvorschuß gar nicht, tat zumindest so. Daher nochmals in Kürze: Der Barvorschuß ist ein Festzinskredit mit einer Laufzeit von in der Regel einem Monat und wird dann jeweils um einen Monat verlängert (revolviert). Im Prinzip läuft es beim Barvorschuß wie beim Festgeld (halt nur umgekehrt), das ja auch für eine bestimmte Zeit angelegt wird und sich automatisch verlängert, wenn nicht gekündigt wird. Der enorm wichtige Vorteil des Barvorschusses gegenüber dem Kontokorrent ist die um etwa vier Prozent niedrigere Verzinsung (also zur Zeit knapp unter 6 Prozent p. a.).
Es ist schon erklärlich, daß sich manche Banken dazu bedeckt halten. Wenn ich Bank wäre, würde ich auch lieber einen Kredit für zehn Prozent verkaufen, als "bloß" sechs Prozent einzustreichen. Wichtig ist also, standfest zu verhandeln und notfalls eine andere Bankverbindung als Zaunpfahl zu benutzen. Bitte beachten Sie aber auch: Der Barvorschuß rechnet sich nicht, wenn Sie stark fluktuierende Kontokorrent-Schulden haben. Und es ist übrigens auch seitens der Bank nicht mehr als recht und billig, wenn sie für den Barvorschuß ausreichende Sicherheiten fordert, wozu ohne weiteres auch Grundpfandrechte zählen können.
Ein weiteres wichtiges Thema dieses Samstags war, wen wundert’s, die Wäh-rungsunion. Zu diesem Komplex wird den Ratsuchenden teilweise ziemlicher Unsinn verzapft. So empfahl die Kölner Stadtsparkasse, wegen der Währungsunion DESPA-Immobilienfonds zu kaufen. Egal, wie man zur Währungsunion steht, ob man sie positiv oder negativ beurteilt – meines Erachtens ist eine solche Verknüpfung Unfug. Die grundsätzliche Frage ist vielmehr, ob sich ein Einstieg in Immobilienfonds derzeit lohnt. Und zwar aus Gründen, die in der Branche selbst zu suchen sind. Genau da bin ich der Meinung, daß es damit derzeit keine Eile hat. Die Misere im gewerblichen Immobilienbereich rät hier eher zur Vorsicht oder, wenn Sie es genauer haben wollen, zum Verkauf von Immobilienfonds. Einen Wiedereinstieg halte ich frühestens in drei Jahren für ratsam. Gegen den Strom schwimmen kann sich also durchaus lohnen. Börsebius
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