ArchivDeutsches Ärzteblatt16/1996ICD-10: Teutonischer Stiefeltritt?
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS War’s denn wirklich wieder mal einer der bekannten reformfreudigen teutonischen Stiefeltritte, oder, noch schlimmer und wie von Ihnen bereits gemutmaßt, Ausdruck zerebraler Dysfunktion? War’s nicht eher zarte Knospe deutschen Organisationsgeistes eines feinfühligen Mitmenschen, der Verschlüsselung der Virginität einfach unfähig?
Sehen Sie: geradezu unverfänglich ist es, vom Kontakt mit einem Krokodil zu sprechen; ja, es gibt sogar Situationen – zum Beispiel im Straßenverkehr, in der U-Bahn oder beim Skifahren, da zeugt es regelrecht von Mut, Redlichkeit und dergleichen mehr. Auch ist es vergleichsweise harmlos, eine gerichtlich angeordnete Hinrichtung thematisch zu berühren, jedenfalls, sofern sie einen nicht selbst betrifft; zumindest nicht danach.
Hingegen die Virginität . . . in einer Zeit, in der die thelarchischen Knospen einer Elfjährigen schon dazu führen (müssen), von "Frau XY" zu sprechen . . . verstehen Sie . . . ?!
Bezüglich der Unvollständigkeit der ICD bin ich allerdings geneigt, Ihnen recht zu geben: Schildkröten und Zebras sind darin eigenartigerweise nicht enthalten.
Dr. med. Andreas Weber, Am Lust 23, 94227 Lindberg

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.

Fachgebiet

Zum Artikel

Der klinische Schnappschuss

Alle Leserbriefe zum Thema

Stellenangebote