ArchivMedizin studieren2/2012Mündliches Examen: Was ziehe ich an?

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Mündliches Examen: Was ziehe ich an?

Deutsches Ärzteblatt Studieren.de, 2/2012: 12

Hibbeler, Birgit

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Physikum und Hammerexamen – dafür muss man lernen. Zur Vorbereitung gehört es aber auch, sich Gedanken um das richtige Outfit für die mündliche Prüfung zu machen. Hier die wichtigsten Regeln

Foto: picture alliance
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Es ist nur noch wenig Zeit. In wenigen Wochen macht Anne Kandler ihr Hammerexamen. Sie ist mitten im Lernstress. Doch sie hat sich auch über diese Frage Gedanken gemacht: Was ziehe ich zur mündlichen Prüfung an? Sie ist davon überzeugt: „Man muss die Nervosität auf die Dinge begrenzen, die man nicht ändern kann.“ Ihr Outfit hängt schon fix und fertig im Schrank: Eine hellblaue Bluse und eine schwarze Hose. Für sie ist ein ordentliches Aussehen wichtig. „Man sollte sich nicht unnötig angreifbar machen“, sagt Kandler. Ihr Motto: „Etwas schicker als normal, aber nicht overdressed“.

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Das geht gar nicht: Die ausgelatschten Turnschuhe bleiben am Prüfungstag besser zu Hause. Fotos: Fotolia
Das geht gar nicht: Die ausgelatschten Turnschuhe bleiben am Prüfungstag besser zu Hause. Fotos: Fotolia

Grundsätzlich gilt:

- Sauber und gebügelt – damit macht man nichts falsch. Das gilt im Übrigen auch für einen Kittel, den man möglicherweise mitbringen muss.

- Ordentliche Kleidung signalisiert dem Gegenüber Respekt und zeigt: Ich nehme die Situation ernst.

- Über das Prüfungsoutfit sollte sich jeder rechtzeitig Gedanken machen – nicht erst am Abend vorher.

- Ein Ersatzhemd schadet nicht, falls man sich beim Zähneputzen einsaut.

- Absprachen in der Prüfungsgruppe sind gut. Sonst kommt der eine in Jeans und die andere im kleinen Schwarzen.

- Wie ist der Prüfer drauf? Darüber kann man sich auch bei älteren Kommilitonen informieren.

Gerade in der Medizin gibt es konservative Prüfer, besonders in der älteren Generation. Mit der Kleidung kann man fehlendes Wissen zwar nicht ausgleichen. Aber wer sich beim Aussehen keine Mühe gibt, erschwert sich die Prüfung unnötig. Beim Physikum ist die Kleiderordnung weniger streng. Trotzdem macht man nichts falsch, wenn man keine Jeans, sondern eine schlichte Hose und ein Hemd beziehungsweise eine Bluse trägt. Prof. Dr. med. Jürgen Westermann, Anatom aus Lübeck, sagt dazu: „Wichtiger als schicke Kleidung ist mir, dass die Studenten pünktlich kommen.“ Gar nicht leiden kann er es, wenn Prüflinge Kaugummi kauen. Westermann findet es im Übrigen gut, wenn die Prüfungsgruppe den Prüfer zuvor kontaktiert, um alle wichtigen Fragen zu klären.

Beim zweiten Staatsexamen (Hammerexamen, M2) darf es ruhig etwas schicker sein. „Das mündliche Examen ist der erste Schritt zum Arztsein. Als Arzt ist man verpflichtet, sich sorgfältig, seriös und gepflegt zu kleiden – dies in erster Linie aus Respekt vor den Patienten“, sagt Prof. Dr. med. Markus Büchler, Chirurgische Universitätsklinik in Heidelberg. Die Art der Kleidung sei nicht entscheidend, wohl aber ein gepflegter Gesamteindruck.

Das fragen sich die Männer:

Soll ich einen Anzug anziehen?

Im Physikum eher nicht. Allerdings muss man das immer je nach Prüfer entscheiden. Beim zweiten Staatsexamen: Ja. Für die Vorstellungsgespräche bei der Jobsuche nach dem Studium muss man sich ja ohnehin einen Anzug kaufen.

Muss ich eine Krawatte zum Anzug tragen?

Wer nie Krawatte trägt, muss damit zur Prüfung nicht unbedingt anfangen. Aber ein Schlips im zweiten Staatsexamen ist kein Fehler. Für den Teil der Prüfung mit Kittel sieht es manchmal besser aus als nur ein Hemd.

Ist ein Friseurbesuch Pflicht?

Ab und zu muss jeder zum Friseur – also warum nicht vor der Prüfung? Allerdings dann besser ein paar Tage vorher. Und ohne große Experimente. Auch über eine Rasur sollte man dringend nachdenken.

Darüber denken Frauen nach:

Wie viel Schmuck ist erlaubt?

Weniger ist mehr. Besser schlichte Perlenstecker als lange Hänger in den Ohren. Wer Patienten untersucht, sollte aus Hygienegründen auf Schmuck an den Händen eher verzichten. Die Uhr kommt dann in die Kitteltasche.

Sind hochhackige Schuhe in Ordnung?

Auch hier gilt: Man sollte es nicht übertreiben. Leichte Absätze sind o. k., aber nur für diejenigen, die darauf laufen können. Wer keine Übung hat, nimmt flache Schuhe.

Rock oder Hose?

Wichtig ist: Man muss sich wohlfühlen. Wer gerne Röcke trägt, kann das machen, aber nicht zu kurz. Besonders unterm Kittel, den man ja zuknöpfen sollte, sieht das meist komisch aus. Mit einer Hose ist man immer auf der sicheren Seite.

Bluse oder Shirt?

Wer einen passenden Blazer zur Hose trägt, kann ein schlichtes Shirt drunterziehen. Sonst eher Bluse.

Dr. med. Birgit Hibbeler

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