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Deutsches Ärzteblatt Studieren.de, 2/2012: 3

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Dr. med. Birgit Hibbeler
Dr. med. Birgit Hibbeler

Ärzte verwenden gerne lateinische Zitate. Anstatt zu sagen: „Für mich steht der Patient im Mittelpunkt“, heißt es dann „Salus aegroti suprema lex“. Aus dem Satz „Zunächst einmal will ich dem Patienten nicht schaden“ wird ein bedeutsames „Primum non nocere“.

Auf Latein klingt alles viel schlauer. Sagt der Arzt „Sie leiden an einer idiopathischen Cephalgie“ macht das wohl nicht so einen planlosen Eindruck wie „Sie haben Kopfschmerzen, aber ich habe keine Ahnung, warum“. Die Arbeit des Oto-Rhino-Laryngologen wird möglicherweise als wesentlich komplexer eingestuft als die eines Hals-Nasen-Ohrenarztes. Der Ophthalmologe hat bestimmt viel kompliziertere Dinge zu tun als der Augenarzt.

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Bei all dem Latein ist es interessant zu wissen, dass es auch Fachrichtungen gibt, für die es kein Fremdwort gibt: zum Beispiel die Arbeitsmedizin. „Am Puls des Alltags“ – so lässt sich die Tätigkeit von Betriebsärzten gut beschreiben. Es geht um konkrete Probleme: Wie kann man Unfälle am Arbeitsplatz vermeiden? Was kann man tun, damit die Beschäftigten gesund bleiben? Diese Frage wird immer wichtiger – auch wegen des demografischen Wandels (Seite 14).

Fremdwörter klingen wichtig. Entscheidend ist aber nicht, was drauf steht, sondern, was drin ist. Diese Erfahrung mussten Tausende von Frauen machen, als sie erfuhren: In ihren Brustimplantaten befindet sich kein normales Füllmaterial, sondern Industriesilikon. Nach dem Skandal um die Implantate fragten sich viele: Wie sicher sind Medizinprodukte (Seite 22)?

Gefährlich können aber auch ganz normale, klinisch geprüfte und zugelassene Arzneimittel sein. Das gilt besonders bei älteren Menschen. Deshalb haben Wissenschaftler eine Liste mit Medikamenten erstellt, die man bei solchen Patienten besser meidet – die PRISCUS-Liste (Seite 26). Priscus ist im Übrigen Latein und bedeutet „alt“ oder „altehrwürdig“.

Dr. med. Birgit Hibbeler

Redakteurin Deutsches Ärzteblatt

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