ArchivDeutsches Ärzteblatt13/2012Lippenspalte: Mehr Realitätssinn schadet nicht
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Beim Lesen dieses Beitrages wusste ich nicht, ob ich lachen oder weinen sollte. Als hausärztlich tätiger Kollege fällt mir nicht in jedem Fachgebiet und jederzeit die politisch korrekte Bezeichnung einer Erkrankung ein. Ich bin froh, dass mein Computer im Alltagsstress mir mehr oder weniger gut hilft. Im genannten Fall „Hasenscharte“ kann ich zum Beispiel nicht beeinflussen, was der Computer aus der internen ICD-10-Liste auf den Überweisungsschein übernimmt. Anderseits findet sich der Begriff in der offiziellen ICD-10-GM-2012-Systematik des DIMDI. Ob dieser Ausdruck einen Patienten stigmatisiert oder nicht, kann ich nicht beurteilen. Aber ein Überweisungsschein ist ein persönliches Dokument, welches der Patient nur dem Arzt beziehungsweise der Arzthelferin zeigen und geben muss. Und was, liebe Kollegen, soll ich machen? Soll ich bei einem Patienten mit alkoholtoxischem Leberschaden, Zirrhose wird schon vermieden (sic!), vielleicht abdominelle Fußball-gucken-typische-Nebenwirkungserkrankung des rechten oberen Quadranten schreiben? Etwas mehr Realitätssinn schadet uns allen nicht.

Dr. Andreas Herzfeld, 04209 Leipzig

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