ArchivDeutsches Ärzteblatt16/1996Arbeitszeit: Mehr Kooperation
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LNSLNS In einer 1994 durchgeführten standardisierten postalischen Befragung bei 740 Allgemeinärzten in Hamburg, von denen sich 76 Ärztinnen und 149 Ärzte beteiligten (Antwortrate 30,4 Prozent), sind wir der Frage nachgegangen, ob geschlechtsspezifische Unterschiede in der wöchentlichen Arbeitszeit bestehen. Durchschnittlich wurden sowohl von Ärzten als auch von Ärztinnen 53 Wochenstunden gearbeitet. Die Arbeitszeit war dabei weder von der Praxisgröße (bei Praxen mit mehr als einer Mitarbeiterin) noch von der Berufsgruppe (praktische Ärzte und Fachärzte für Allgemeinmedizin) abhängig.
Bezüglich Praxisart und Alter des Arztes beziehungsweise der Ärztin zeigten sich jedoch signifikante Zusammenhänge mit der Wochenarbeitszeit: In Gemeinschaftspraxen arbeiten Ärzte durchschnittlich sechs Wochenstunden weniger als in Einzelpraxen. Beachtenswert ist ferner der Alterseffekt: Bei den Ärzten sinkt die wöchentliche Arbeitszeit mit zunehmendem Lebensalter um durchschnittlich fünf Stunden ab, bei den Ärztinnen hingegen steigt sie ab dem Alter von 50 Jahren deutlich an: Ärztinnen über 50 Jahre arbeiten durchschnittlich neun Stunden mehr pro Woche als ihre Kolleginnen unter 50 Jahren.
Diese Befunde untermauern den Druck zu mehr Kooperation, auch um zu einer beruflichen Entlastung zu kommen. Ferner sollten bei Untersuchungen über die berufliche Situation von Allgemeinärzten mögliche geschlechts- und altersabhängige Unterschiede beachtet werden.
Dr. med. Manfred Steinkohl, MPH, Arbeitsschwerpunkt Allgemeinmedizin und Gesundheitssystemforschung, Universität Hamburg, Martinistraße 52, 20246 Hamburg
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