ArchivDeutsches Ärzteblatt14/2012Drogen und Kinderschutz: Gefährliche Substitutionsmittel

AKTUELL

Drogen und Kinderschutz: Gefährliche Substitutionsmittel

Bühring, Petra

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Methadon als Gefahr: Ein Kind drogensüchtiger Pflegeeltern starb in Hamburg an einer Überdosis. Foto: dpa
Methadon als Gefahr: Ein Kind drogensüchtiger Pflege­eltern starb in Hamburg an einer Überdosis. Foto: dpa

Die elf Jahre alte Chantal ist im Januar an einer Überdosis Methadon gestorben, nachdem sie die Tabletten der heroinabhängigen Pflegeeltern genommen hatte. Jetzt wurde erneut ein Fall schwerer Kindeswohlgefährdung bekannt: Einem vier Monate alten Säugling wurde von der drogenabhängigen Mutter in einer Trinkflasche Levomethadon verabreicht. Es kam zum Atemstillstand – das Kind konnte aber gerettet werden.

Der Dachverband substituierender Ärzte Deutschlands (DSÄ) fordert, bei der Take-home-Vergabe von Substitutionsmitteln, das Gefahrenpotenzial zu berücksichtigen. Als Alternative zu dem meist verschriebenen Methadon gebe es Substanzen, die die gleiche suchtstillende Wirkung hätten. Diese seien aber für Menschen, die nicht an Opiate gewöhnt seien, nicht tödlich. Dazu gehört nach Angabe von Dr. med. Ingo Rempel, Generalsekretär des DSÄ, das Medikament Buprenorphin, das auch zusammen mit Naloxon verordnet werden kann.

Nach Auffassung des DSÄ sollte die anstehende 26. Verordnung zur Änderung betäubungsmittelrechtlicher Vorschriften entsprechende Regelungen enthalten. pb

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.

Fachgebiet

Zum Artikel

Der klinische Schnappschuss

Alle Leserbriefe zum Thema

Stellenangebote